Regierung · Bukarest und Timișoara
Rumänischer Senat lehnt PNRR-Integritätsgesetz ab, nachdem PSD rückwirkenden Zusatz gegen Dominic Fritz durchdrückt
Der Senat als entscheidende Kammer hat das Gesetz zur öffentlichen Integrität am 30. Juli nicht verabschiedet, nachdem die PSD eine rückwirkende Klausel eingefügt hatte, die dem Bürgermeister von Timișoara, Dominic Fritz, sein Mandat und über 100 anderen Amtsträgern ihre Posten entzogen hätte. Der Gesetzentwurf ist ein PNRR-Meilenstein, an den 770 Millionen Euro gekoppelt sind.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Stirile ProTV, Mediafax.ro, Ziare.com und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Der rumänische Senat hat das Gesetz zur öffentlichen Integrität am 30. Juli nicht verabschiedet; das organische Gesetz benötigte eine Mehrheit, erhielt aber nach Enthaltungen der PNL nur 55 Stimmen, wodurch eine an 770 Millionen Euro EU-Mittel gekoppelte Reform blockiert wurde.
Ein PSD-Zusatz hätte jeden Amtsträger mit einer rechtskräftigen Entscheidung über einen Interessenkonflikt aus der Vergangenheit gezwungen, sein Amt innerhalb von 30 Tagen zu räumen, was direkt das Mandat von Timișoaras Bürgermeister Dominic Fritz und über 100 anderer Mandatsträger bedroht hätte.
Ministerpräsident Bolojan und Rechtsexperten bezeichneten den Zusatz als klaren Verstoß gegen das Rückwirkungsverbot und warnten, dass er vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben werden und zum Verlust der EU-Mittel führen könnte.
Der Entwurf muss in einer neuen außerordentlichen Sitzung, die für die erste Augustwoche geplant ist, erneut eingebracht werden; scheitert die Verabschiedung einer verfassungskonformen Fassung bis Ende des Monats, droht der Verlust der PNRR-Rate.
- 30. Juli 2026, VormittagDer Rechtsausschuss des Senats verabschiedet mit den Stimmen von PSD und AUR den rückwirkenden Amtsenthebungszusatz.
- 30. Juli 2026, NachmittagPlenarsitzung des Senats: Der Gesetzentwurf scheitert, nachdem sich die PNL der Stimme enthält; nur 55 Ja-Stimmen, nicht genug für ein organisches Gesetz.
- Woche ab 3. August 2026Eine außerordentliche Sitzung ist geplant, um den Integritätsgesetzentwurf erneut einzubringen.
Die gescheiterte Abstimmung
Der rumänische Senat hat als entscheidende Kammer das neue Gesetz zur öffentlichen Integrität am 30. Juli nicht verabschiedet. Der Gesetzentwurf, ein PNRR-Meilenstein, an den 770 Millionen Euro aus dem EU-Aufbaufonds gekoppelt sind, verfehlte die erforderliche Mehrheit, nachdem sich die Nationalliberale Partei (PNL) der Stimme enthielt. Mit 55 Ja-Stimmen konnte das organische Gesetz nicht verabschiedet werden. Der Abstimmung ging eine angespannte Plenarsitzung voraus, die von Auseinandersetzungen über einen in letzter Minute eingebrachten Zusatz geprägt war, der rückwirkend Mandate von Amtsträgern mit rechtskräftigen Feststellungen von Unvereinbarkeit oder Interessenkonflikt aus der Vergangenheit entziehen sollte.
Ein auf Dominic Fritz zugeschnittener Zusatz
Die umstrittene Bestimmung, die der PSD-Senator Cristinel Rujan am Morgen des 30. Juli im Rechtsausschuss einbrachte, besagte, dass jede Person, bei der vor Inkrafttreten des Gesetzes rechtskräftig eine Unvereinbarkeit oder ein Interessenkonflikt festgestellt wurde, ihr Amt innerhalb von 30 Tagen nach dessen Veröffentlichung verlieren würde. Der Zusatz wurde weithin als gezielter Schlag gegen Dominic Fritz, den USR-Vorsitzenden und Bürgermeister von Timișoara, angesehen, bei dem der Oberste Kassations- und Gerichtshof im Juni 2026 rechtskräftig einen Interessenkonflikt bestätigt hatte. Von Hotnews.ro zitierte ANI-Quellen schätzten, dass über 100 der etwa 400 Personen, die derzeit einem Verbot unterliegen, ein öffentliches Mandat oder Amt ausüben, was bedeutet, dass die rückwirkende Klausel nicht nur Fritz, sondern eine breite Palette lokaler Amtsträger betreffen würde. Der Zusatz wurde im Ausschuss mit den Stimmen von PSD und AUR sowie von Mitgliedern einer von PNL-Abgeordneten Florin Thuma geführten Fraktion angenommen.
„Es ist offensichtlich, dass dieser Zusatz speziell für meine Situation eingeführt wurde. Es ist offensichtlich, dass dieser Zusatz verfassungswidrig ist, denn die Verfassung sagt klar, dass jedes Gesetz nur Wirkung für die Zukunft entfalten kann.“
Der Fall Fritz geht auf eine ANI-Feststellung aus dem Jahr 2023 zurück, dass er eine von einer Firma seines damaligen Beraters erstellte Vorlage für einen Bebauungsplan (PUZ) genehmigt hatte. Das neue Gesetz selbst würde solche Handlungen für die Zukunft entkriminalisieren, was die rückwirkende Strafe noch umstrittener machte.
Verfassungsrechtliche und finanzielle Warnungen
Opposition und zivilgesellschaftliche Stimmen bezeichneten den Zusatz als offensichtlichen Verstoß gegen das Rückwirkungsverbot. Ministerpräsident Ilie Bolojan sagte vom Podium des Senats:
„Man muss ganz schön Nerven haben, um zu versuchen, Gesetze in einer zutiefst verfassungswidrigen Richtung zu ändern, wohl wissend, dass das Gesetz nur für die Zukunft gilt, und dann das nationale Interesse zu beschwören, wenn man eine Regierung zu Fall gebracht hat, ohne etwas an ihre Stelle zu setzen.“
Das Risiko, die PNRR-Rate in Höhe von 770 Millionen Euro zu verlieren, schwebte über der Debatte. Sollte das Gesetz letztlich vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben werden müssen, könnten die Mittel verloren gehen. Der ehemalige Verkehrsminister Cătălin Drulă beschuldigte die PSD ebenfalls, das Geld absichtlich zu gefährden, um eine Person zu treffen, und nannte den Zusatz „giftig und eindeutig verfassungswidrig".
Politische Wortwechsel im Plenum
Der sozialdemokratische Senator Daniel Zamfir drängte Bolojan und die Regierung zu erklären, warum sie „770 Millionen Euro opfern würden, um Dominic Fritz zu retten", und fragte, ob eine „Absprache" bestehe. Der AUR-Senator Petrișor Peiu zeigte sich schockiert, dass die außerordentliche Sitzung zu einer Werbung für „als parlamentarische Initiativen getarnte Dringlichkeitsverordnungen" verkommen sei. Der Gesetzentwurf enthält zudem eine umstrittene Bestimmung, die die Pflicht für Würdenträger abschafft, Bargeldbeträge in ihren Vermögenserklärungen anzugeben, was Kritiker als Schutz für nicht deklarierte Einkünfte ansehen. Das Gesetz definiert die Nationale Integritätsbehörde (ANI) außerdem als autonome Verwaltungsbehörde und führt ein elektronisches Register für Erklärungen zu finanziellen Interessen ein.
Was als Nächstes passiert
Die Ablehnung im Senat zwingt die Regierung und die Initiatoren des Gesetzentwurfs, den Entwurf in einer neuen außerordentlichen Sitzung, die für die erste Augustwoche erwartet wird, erneut einzubringen. Scheitert die Verabschiedung einer verfassungskonformen Fassung bis Ende des Monats, würde Rumänien die PNRR-Tranche mit ziemlicher Sicherheit verlieren. USR und PNL haben gefordert, den rückwirkenden Zusatz fallenzulassen, während die PSD darauf besteht, das Integritätsgesetz mit der Entfernung von Amtsträgern mit früheren Interessenkonflikten zu verknüpfen. Bleibt die umstrittene Klausel bestehen, ist eine Anrufung des Verfassungsgerichtshofs sicher, was den Meilenstein weiter verzögern würde.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Stirile ProTVLegea ANI a picat la vot în Senat, forul decizional. România riscă să piardă 770 de milioane de euro din PNRR - Știrile ProTV
- Mediafax.roDispută în Senat pe amendamentul PSD la legea integrității. Zamfir: Sacrificați 770 de milioane de euro pentru Fritz / Bolojan: Forțări evident neconstituționale
- Ziare.comCâți demnitari și funcționari ar putea fi afectați de amendamentul PSD la noua lege ANI, despre care Dominic Fritz spune că este "cu dedicație" SURSE
- Ziare.comToni Neacșu explică ce capcană se află în Legea integrității: "Majoritatea primarilor aflați în astfel de situație sunt chiar ai PSD și PNL"
- Dominic Fritz
- USR-Vorsitzender und Bürgermeister von Timișoara, gegen den sich der rückwirkende Integritätszusatz richtet.
- Ilie Bolojan
- Interims-Ministerpräsident, der den Zusatz als verfassungswidrig verurteilte.
- Cătălin Drulă
- Ehemaliger Verkehrsminister, der der PSD vorwarf, auf Fritz zu zielen und PNRR-Mittel zu gefährden.
- Petrișor Peiu
- AUR-Senator, der die außerordentliche Sitzung als Werbung für getarnte Dringlichkeitsverordnungen kritisierte.
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen