Tiefste partielle Sonnenfinsternis seit 1999 verdunkelt am 12. August den Himmel über Großbritannien und Irland
Am 12. August wird der Mond bis zu 95 % der Sonne über Großbritannien und Irland verdecken – die tiefste partielle Sonnenfinsternis seit 1999. Sicherheitsexperten warnen vor direktem Blick in die Sonne.
Eine seltene Konstellation über Großbritannien und Irland
Am Mittwoch, den 12. August, wird der Mond von Großbritannien und Irland aus gesehen etwa 94 bis 95 Prozent der Sonne bedecken – die tiefste partielle Sonnenfinsternis, die von diesen Inseln aus seit der totalen Sonnenfinsternis im August 1999 sichtbar ist. The Independent berichtet, dass zwischen 18:17 und 20:06 Uhr mehr als 90 Prozent der Sonne verdeckt sein werden, mit der maximalen Abdeckung gegen 19:13 Uhr. Die Armagh Observatory and Planetarium gibt für Irland etwas frühere Zeiten an: Die Finsternis beginnt etwa um 18:10 Uhr, erreicht ihr Maximum gegen 19:08 Uhr und endet kurz nach 20:00 Uhr. BBC Yorkshire nennt das Beobachtungsfenster zwischen 18:00 und 20:15 BST.
Eine totale Sonnenfinsternis wird einen schmalen Pfad über den Planeten ziehen, der voraussichtlich Grönland, Island, Nordspanien und einen kleinen Teil Portugals kreuzt. Irland und Großbritannien werden keine Totalität erleben, aber die 94-prozentige partielle Abdeckung wird von Fachleuten seit Jahrzehnten sehnsüchtig erwartet. Das nächste Mal, dass der Mond einen so großen Teil der Sonne über dem britischen Himmel verdeckt, wird erst 2081 sein, und die nächste von Großbritannien aus sichtbare totale Sonnenfinsternis wird für den 23. September 2090 prognostiziert.
- Finsternis beginnt (ungefähr, laut Armagh Observatory)
- Maximale Abdeckung: etwa 94 % der Sonne verdeckt
- Finsternis endet
Sicherheitswarnungen und Risiken von Augenschäden
Die UK Health Security Agency hat vor dem Ereignis eine Warnung herausgegeben und darauf hingewiesen, dass die Sonne während der Finsternis dunkler als gewöhnlich erscheint, was es leichter macht, direkt hineinzuschauen, und zu Sehschäden führen kann. Nach der totalen Sonnenfinsternis von 1999 berichtete das Royal College of Ophthalmologists von etwa 70 Fällen von Menschen, die nach der Beobachtung der Finsternis Sehprobleme hatten, wobei etwa 40 Prozent von ihnen weniger als eine Minute hineingeschaut hatten. Das Royal Greenwich Observatory hat betont, dass normale Sonnenbrillen keinen ausreichenden Schutz für die Beobachtung des Ereignisses bieten.
Imo Bell, Planetariumsastronomin an der Sternwarte, sagte der Press Association:
Es ist keine totale Finsternis, aber über 90 % ist wirklich aufregend. Wir werden so schnell keine so gute mehr bekommen.
Sie betonte die entscheidende Bedeutung der Vorbereitung und der Augensicherheit und riet zur Verwendung spezieller Sonnenfinsternis-Brillen, Sonnenteleskope oder zur Teilnahme an Veranstaltungen lokaler astronomischer Gesellschaften.
Beobachtungsmethoden und öffentliche Veranstaltungen
Die UKHSA empfahl echte Finsternisbrillen und handgehaltene Sonnenbetrachter sowie Alternativen wie eine Lochkamera, die Beobachtung des Sonnenbildes, das durch ein Sieb oder die Lücken zwischen Baumblättern projiziert wird, oder die Projektion des Sonnenbildes auf ein Blatt Papier mit einem einfachen Lochkamera-Projektor. Professor Michael Burton, Direktor der Armagh Observatory and Planetarium, gab ähnliche Ratschläge:
Es ist nie sicher, direkt mit bloßem Auge, einem Fernglas oder einer Kamera in die Sonne zu schauen, egal wie viel davon vom Mond bedeckt ist.
Die Armagh Observatory and Planetarium wird einen familienfreundlichen Tag mit Aktivitäten von 10 bis 20 Uhr veranstalten, darunter praktische Wissenschaftsdemonstrationen, Kuppelshows und finsternisbezogene Veranstaltungen für alle Altersgruppen. Sternguckergruppen, Sternwarten und Wissenschaftszentren im gesamten Vereinigten Königreich organisieren öffentliche Beobachtungsveranstaltungen, wobei die BBC Standorte in Oxfordshire, Berkshire, Dorset, Hampshire und auf der Isle of Wight auflistet.
Wetteraussichten
Ein vom Evening Standard zitierter Wetterexperte gab an, dass ein Hochdruckgebiet die Bedingungen in weiten Teilen Großbritanniens voraussichtlich weitgehend trocken halten werde, obwohl im äußersten Nordwesten etwas Regen fallen könnte. Der Experte merkte an, dass die Vorhersage noch mit Unsicherheiten behaftet sei, da die Finsternis noch fünf Tage entfernt sei. Es besteht eine moderate bis hohe Wahrscheinlichkeit, dass ein großer Teil Großbritanniens klaren Himmel hat, obwohl im Westen zumindest etwas Bewölkung wahrscheinlich ist.


