
Selenskyj schlägt US-Gipfel mit Putin vor, während Russland Kiew bombardiert und EU Beitrittsgespräche eröffnet
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Donald Trump vorgeschlagen, ein direktes Treffen mit Wladimir Putin in den USA auszurichten, um den Kreml zu Friedensgesprächen zu bewegen. Der Vorstoß erfolgte, während russische Angriffe auf Kiew vier Menschenleben forderten und Brüssel die EU-Beitrittsverhandlungen für die Ukraine und Moldau eröffnete.
Selenskyjs Vorschlag für einen US-Gipfel
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump gebeten, ein trilaterales Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf amerikanischem Boden auszurichten. Er sieht darin ein Format, das Putin deutlich schwerer ablehnen könnte. Selenskyj übermittelte die Idee während des G7-Gipfels im französischen Évian, wo er mit anderen Staats- und Regierungschefs über Frieden und Sicherheit für die Ukraine und Europa beraten wollte.
Wir haben Putin die Möglichkeit geboten, sich überall dort zu treffen, wo konkrete Entscheidungen zur Beendigung des Krieges getroffen werden könnten. Er hat nicht zugesagt. Wir haben mit den USA und Frankreich die Möglichkeit eines Treffens mit Russland beim G7-Gipfel erörtert, doch Putin stimmte nicht zu. Gestern haben wir Trump vorgeschlagen, ein solches Treffen in den Vereinigten Staaten zu organisieren – in einem Format, das es für Putin deutlich schwieriger machen würde, abzulehnen, zumindest vor Präsident Trump.
Selenskyj warnte, dass bei einer erneuten Ablehnung durch Russland weiterer Druck erforderlich sei. Der Vorschlag folgt auf monatelange festgefahrene Verhandlungen und eine ukrainische Kampagne mit Drohnenangriffen tief auf russische Ölinfrastruktur, die das Kalkül auf dem Schlachtfeld verändert hat.
Trump signalisiert Optimismus nach Iran-Abkommen
An der Seite des französischen Präsidenten Emmanuel Macron erklärte Trump beim G7-Gipfel, er habe „ausgezeichnete“ Gespräche sowohl mit Selenskyj als auch mit Putin geführt und sehe eine Chance. Sein erneuter Fokus auf die Ukraine folgt auf den Abschluss eines Abkommens mit dem Iran zur Nahost-Krise.
Ich glaube, beide sind für eine Lösung offen. Jetzt, da diese Angelegenheit abgeschlossen ist, werden wir uns auf die andere konzentrieren. Lassen Sie uns sehen, ob wir sie zu einem Ende bringen können.
Trump merkte an, dass in dem Konflikt monatlich etwa 25.000 Menschen sterben, größtenteils Soldaten. Macron, ein führender Befürworter einer stärkeren US-Unterstützung, betonte, er wolle, dass Washington klar signalisiere, die Ukraine weiterhin zu unterstützen und den Druck auf Russland zu erhöhen.
Kiew unter Beschuss
Während in Évian Diplomatie betrieben wurde, traf Russland die ukrainische Hauptstadt über Nacht mit Raketen und Drohnen. Mindestens vier Menschen wurden getötet und die historische Mariä-Entschlafens-Kathedrale wurde getroffen, wie der Corriere della Sera berichtete. Der Angriff unterstrich die brutale Realität, die während der Gespräche der Staatschefs unvermindert anhielt.
Meilenstein beim EU-Beitritt
Unabhängig davon eröffnete Brüssel das erste Verhandlungskapitel für die EU-Beitrittsgespräche mit der Ukraine und Moldau. Selenskyj begrüßte den Schritt in den sozialen Medien als Signal, dass der Fortschritt Europas nicht aufzuhalten sei, und erklärte, die beiden Nachbarländer würden gemeinsam die Mitgliedschaft erreichen.
Die Eröffnung des ersten Verhandlungskapitels für die Ukraine und Moldau sendet eine klare Botschaft: Der Fortschritt Europas ist nicht aufzuhalten. Unsere Nachbarschaft mit Moldau ist stark. Wir unterstützen uns gegenseitig und bewegen uns gemeinsam auf die EU zu, und wir werden dort gemeinsam ankommen.
Lukaschenkos trilaterales Angebot
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko brachte einen parallelen Vorschlag ein und erklärte, er, Putin und Selenskyj sollten sich an einen Tisch setzen, um zu klären, wie die Folgen des Krieges überwunden werden können. Er sagte, er habe mit Putin über die Notwendigkeit gesprochen, ein Übergreifen des Konflikts auf Belarus zu verhindern.
Wir müssen diesen Konflikt überwinden, uns an einen Verhandlungstisch setzen – wir drei: Lukaschenko, Putin und Selenskyj – und vereinbaren, wie wir mit den Folgen umgehen. Ich habe diese Lösung schon vor langer Zeit vorgeschlagen. Dieser Vorschlag ist nicht verschwunden, er ist nicht vergessen worden.


