
Portugals Präsident setzt Hochschulreform und Notfallmedizin-Reform in Kraft und gibt grünes Licht für die Technische Universität Porto
Präsident António José Seguro hat einen neuen Rechtsrahmen für die Hochschulbildung und eine umstrukturierte Notfallmedizinische Einrichtung in Kraft gesetzt, zusammen mit Dekreten zur Gründung der Technischen Universität Porto und zur Integration einer Hotelfachschule in die Universität Nova.
Der portugiesische Präsident António José Seguro hat am Dienstag ein Paket von Gesetzesdekreten verkündet, das die Hochschullandschaft des Landes neu gestaltet und den nationalen Rettungsdienst überholt. Die Erlasse, die auf der offiziellen Website der Präsidentschaft veröffentlicht wurden, folgen auf monatelange parlamentarische und regierungsseitige Genehmigungen.
Hochschulreform
Kernstück ist das neue Rechtsregime für Hochschuleinrichtungen (RJIES), das die seit 2007 geltende Gesetzgebung ersetzt. Das Parlament hat den Text am 8. Mai mit den Stimmen der Mitte-Rechts-Parteien PSD, CDS-PP, Chega und der liberalen IL gebilligt; die Sozialistische Partei, Livre, der Linksblock und die Kommunistische Partei stimmten dagegen, während die Einzelabgeordneten von PAN und JPP sich enthielten. Das Gesetz erlaubt Fusionen zwischen Universitäten und Fachhochschulen und erlaubt sogar die Integration privater Einrichtungen in öffentliche. Universitäten können nun auch höhere Berufsbildungskurse anbieten. Während die Unterscheidung zwischen universitären und polytechnischen Subsystemen bestehen bleibt, können sich Fachhochschulen in technische Universitäten umwandeln. Der Titel 'Rektor' wird zur alleinigen Bezeichnung für die Leiter beider Einrichtungstypen.
größere Flexibilität, höhere Vergütung und ein anderes klinisches Führungsmodell
INEM erhält Sonderstatus und KI-Tools
Seguro hat auch das neue Organisationsgesetz des Nationalen Instituts für medizinische Notfälle (INEM) verkündet, das am 7. Mai vom Ministerrat gebilligt wurde. Das Institut erhält den Rechtsstatus eines öffentlichen Instituts mit Sonderregelung, was Gesundheitsministerin Ana Paula Martins zufolge eine größere Flexibilität, höhere Gehälter und eine überarbeitete klinische Führungsstruktur gewährleistet. Den Vorsitz des Verwaltungsrats muss nicht mehr ein Arzt innehaben; stattdessen wird der Vorstand einen ärztlichen Direktor und einen Pflegedirektor umfassen, was dem Führungsmodell der lokalen Gesundheitseinheiten entspricht. Die Reform betont die Technologie: Zentren für dringende Patientenberatung sollen künstliche Intelligenz und eine verbesserte Interoperabilität der Informationssysteme nutzen. Die INEM-Reform folgt auf eine turbulente Phase: Streiks von Notfallsanitätern Ende 2024 zwangen die Ministerin, die direkte Kontrolle zu übernehmen und eine 'Neugründung' des Instituts anzukündigen. Das Gesetz hat Kritik von ehemaligen INEM-Präsidenten und Proteste von Notfalltechnikern hervorgerufen.
Neue Universität und andere Dekrete
Zwei weitere Dekrete verändern die akademische Landkarte. Das Polytechnische Institut Porto wird zur Technischen Universität Porto erhoben, eine Umwandlung, die Premierminister Luís Montenegro am 21. Mai nach einer Kabinettssitzung in Pombal ankündigte. Am selben Datum kündigte die Regierung die Integration der Estoril Higher School of Hotel and Tourism in die Universität Nova de Lisboa an, ein Schritt, der nun durch die präsidiale Verkündigung formalisiert wurde. Ein viertes Dekret aktualisiert den rechtlichen Rahmen für die Tierhaltung und überarbeitet ein Gesetz von 2013 zur Registrierung von Betrieben, Lagern und Sammelstellen.
- Der Ministerrat billigt das neue INEM-Organisationsgesetz.
- Das Parlament billigt das neue RJIES-Hochschulgesetz.
- Der Premierminister kündigt die Gründung der Technischen Universität Porto und die Integration der Estoriler Hotelfachschule in die Universität Nova an.
- Präsident Seguro verkündet alle Dekrete: RJIES, INEM-Gesetz, Technische Universität Porto, Integration der Estoriler Schule und Tierhaltungsregime.
Politischer Kontext
Die Verkündigungen festigen einen legislativen Vorstoß, der im Frühjahr begann. Das Hochschulgesetz wurde mit einer Mitte-Rechts-Mehrheit verabschiedet, während die INEM-Reform durch die Reaktion des Gesundheitsministeriums auf operative Krisen vorangetrieben wurde. Die Gründung der Technischen Universität Porto und die Integration der Estoril-Schule erfüllen Zusagen der Regierung von Montenegro während ihrer regionalen Außenkontakte.


