Rheinland-pfälzischer Innenminister: „Kein Freund von Grenzkontrollen“, sieht aber aktuelle Rechtfertigung
Der rheinland-pfälzische Innenminister Achim Schwickert (CDU) sagte der dpa, er sei kein Freund von Grenzkontrollen, halte sie aber derzeit für vertretbar als Signal für eine genauere Prüfung der Einreisen.
Stellungnahme zu Grenzkontrollen
Der rheinland-pfälzische Innenminister Achim Schwickert (CDU) hat Vorbehalte gegenüber Grenzkontrollen geäußert und zugleich deren vorübergehende Fortführung verteidigt. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Mainz machte er deutlich, dass er kein Befürworter solcher Maßnahmen ist und keine dauerhafte Rückkehr zu ihnen wünscht.
Ich bin kein Freund von Grenzkontrollen und möchte auch nicht dauerhaft zu ihnen zurückkehren.
Dennoch argumentierte Schwickert, dass die derzeitigen Kontrollen vorerst vertretbar bleiben. Er sieht in ihnen eine Möglichkeit, sowohl im Inland als auch international zu kommunizieren, dass Deutschland beabsichtigt, Einreisen genauer zu überwachen.
Aber um das Signal zu senden, sowohl nach außen als auch nach innen, dass wir genauer hinschauen wollen, wer hereinkommt, halte ich das im Moment noch für vertretbar.
Rechtliche und praktische Grenzen
Der Minister war ebenso deutlich in Bezug auf die langfristige Perspektive. Er betonte, dass dauerhafte Grenzkontrollen nach den derzeitigen Regeln rechtlich nicht möglich seien und auch keinen Sinn ergeben würden.
Es ist auch klar, dass dauerhafte Grenzkontrollen rechtlich überhaupt nicht möglich sind. Und es ergibt auch keinen Sinn.
Diese Aussage zieht eine klare Grenze unter alle Spekulationen, dass die vorübergehenden Maßnahmen zu einer dauerhaften Einrichtung werden könnten. Schwickerts Äußerungen spiegeln den Spagat zwischen Sicherheitssignalen und dem rechtlichen Rahmen des Schengen-Raums wider, ohne dass er auf die spezifischen rechtlichen Bestimmungen näher einging.
Grenze zu Luxemburg anders behandelt
Schwickert hob die besondere Situation an der Grenze von Rheinland-Pfalz zu Luxemburg hervor. Er verwies auf die hervorragenden bilateralen Beziehungen und die hohe Zahl von Grenzpendlern als Gründe, warum feste Kontrollen dort ungeeignet seien.
Wir haben sehr gute Beziehungen, insbesondere zu Luxemburg. Feste Grenzkontrollen sind dort wegen des Pendlerverkehrs, den wir hin und her haben, nicht angemessen.
In der Praxis wurde der Ansatz bereits angepasst. Die Kontrollen wurden von der unmittelbaren Grenzlinie weg etwas ins Hinterland verlagert, eine Maßnahme, die Schwickert als bereits umgesetzt bezeichnete. Diese Anpassung zielt darauf ab, ein gewisses Maß an Kontrolle aufrechtzuerhalten, ohne den täglichen Strom von Arbeitnehmern und Anwohnern zu stören, die regelmäßig die Grenze überqueren.


