
Chef der Schweizer Ski-WM Claude-Alain Schmidhalter tritt nach Betrugsanklage zurück
Claude-Alain Schmidhalter ist als Präsident der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2027 in Crans-Montana und als Vizepräsident von Swiss-Ski zurückgetreten, nachdem er in seinem privaten Ingenieurbüro wegen Betrugs angeklagt worden war.
Suspendierung der Führungsspitze und Rücktritt
Der Organisationspräsident der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2027 in Crans-Montana, Claude-Alain Schmidhalter, trat am 7. Oktober 2026 von seinen sportpolitischen Ämtern zurück, nachdem im Kanton Wallis strafrechtliche Vorwürfe erhoben worden waren. Swiss-Ski und das WM-Leitungsgremium sprachen zunächst eine provisorische Suspendierung gegen den 62-jährigen Funktionär aus, der auch das Amt des Vizepräsidenten im nationalen Skiverband innehatte. Kurz nach Bekanntgabe der Suspendierung erklärte Schmidhalter seinen sofortigen Rücktritt von beiden Posten und erklärte, das Organisationskomitee brauche vor den Wettkämpfen Führungsstabilität. Der Skiverband erklärte, das Verfahren betreffe ausschließlich seine geschäftlichen Aktivitäten und habe keinen Zusammenhang mit seinen offiziellen Aufgaben im Skisport.
Ich ziehe daraus die Konsequenzen und trete mit sofortiger Wirkung als Präsident des Organisationskomitees der Ski-Weltmeisterschaften 2027 und als Vizepräsident von Swiss-Ski zurück. Ich tue das nicht, weil ich mir etwas vorzuwerfen hätte. Ich tue es, weil die Weltmeisterschaft jetzt Klarheit braucht.
Anklage und finanzielle Vorwürfe
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis erhob Anklage gegen Schmidhalter und einen mutmaßlichen Mittäter wegen Betrugs und ungetreuer Geschäftsbesorgung. Laut Anklageschrift stammen die Vorwürfe aus der Geschäftsführung eines Ingenieurbüros im Oberwallis, an dem Schmidhalter Mitinhaber war. Gemäß einer früheren Vereinbarung zwischen den Geschäftspartnern musste der Partner, der die Firma weiterführte, eine Abfindung für den ausscheidenden Miteigentümer zahlen. Die Staatsanwaltschaft gibt an, dass eine Zahlung erfolgte, wirft den Beschuldigten jedoch vor, Firmengewinne auf eine separate Gesellschaft übertragen zu haben, um den ausgewiesenen Gewinn künstlich zu senken. Laut Anklage entstand dem ausgeschiedenen Geschäftspartner dadurch ein Schaden von über 300.000 Schweizer Franken (rund 360.000 US-Dollar). Schmidhalter bestreitet die Vorwürfe, und Swiss-Ski wies darauf hin, dass für ihn weiterhin die Unschuldsvermutung gilt.
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Gerichtsverhandlung und geforderte Strafen
Der Fall wird am 27. Oktober 2026 vor dem Bezirksgericht Brig-Glis verhandelt, ein Regionalbericht nannte allerdings den 21. Oktober. In der förmlichen Anklage kündigten die kantonalen Staatsanwälte an, für Schmidhalter eine bedingte Freiheitsstrafe von 23 Monaten zu beantragen. Die Anklagebehörde forderte zudem eine Geldstrafe von 10.000 Schweizer Franken sowie 55.000 Schweizer Franken direkte Wiedergutmachung an das Opfer. Schmidhalter wies die Vorwürfe in öffentlichen Stellungnahmen zurück und erklärte, er sehe der anstehenden Verhandlung zuversichtlich entgegen.
Übergangsführung und WM-Vorbereitungen
Um die Handlungsfähigkeit zu erhalten, richteten Swiss-Ski und das WM-Präsidium eine Übergangsleitung für Crans-Montana 2027 ein. Sébastien Rey, Vizepräsident des WM-Präsidiums und Vertreter des Verbands der Gemeinden von Crans-Montana, wird das Organisationskomitee gemeinsam mit Diego Züger leiten, Co-CEO und Vorstandsmitglied von Swiss-Ski. Swiss-Ski-Präsident Peter Barandun und Sébastien Rey würdigten Schmidhalters frühere Verdienste für den Sport und bestätigten zugleich den Führungswechsel.
Claude-Alain hat jahrelang hervorragende und tadellose Arbeit als Vizepräsident von Swiss-Ski und als Mitglied des WM-Präsidiums geleistet, wofür wir ihm außerordentlich dankbar sind. Dieser Schritt soll die Integrität und die Handlungsfähigkeit beider Organisationen wahren.
Die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften sollen vom 1. Februar bis 14. Februar 2027 in Crans-Montana stattfinden. Der Ferienort richtet den Wettbewerb 13 Monate nach einem tödlichen Barbrand im Dorf aus, bei dem 41 Menschen starben und 115 verletzt wurden – ein Vorfall, wegen dem sich Barbesitzer und lokale Amtsträger weiterhin strafrechtlich verantworten müssen.


