Regierung · Bern
Schweizer Wirtschaftsstaatssekretärin Helene Budliger Artieda tritt im März 2027 zurück
Staatssekretärin Helene Budliger Artieda wird das Staatssekretariat für Wirtschaft Ende März 2027 nach fünf Jahren an der Spitze verlassen und damit eine vier Jahrzehnte lange diplomatische Karriere beenden.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von SWI swissinfo.ch, rts.ch, SRF News und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Helene Budliger Artieda wird ihre fünfjährige Amtszeit als SECO-Chefin Ende März 2027 beenden; Guy Parmelin leitet die Nachfolgesuche ein.
Budliger Artieda sicherte Handelsabkommen mit Indien 2025, Thailand, Malaysia, Kosovo und dem Mercosur und handelte eine US-Zollobergrenze von 15 % aus.
Der Abgang folgt einer laufenden Untersuchung der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats über die Kommunikation zwischen SECO und Unternehmer Alfred Gantner.

- 2025Schweiz schließt Freihandelsabkommen mit Indien
- 16.09.Bundesrat wird über Budliger Artiedas geplanten Abgang informiert
- März 2027Budliger Artieda tritt von SECO zurück
Rücktritt und Übergangszeitplan
Das Staatssekretariat für Wirtschaft gab am Mittwoch bekannt, dass seine Staatssekretärin Helene Budliger Artieda zurücktreten und ihr Amt Ende März 2027 niederlegen wird. Der Schweizer Bundespräsident und Wirtschaftsminister Guy Parmelin informierte den Bundesrat während seiner Sitzung am 16. September 2026 über die Entscheidung. Die 61-jährige Diplomatin entschied sich für den vorzeitigen Ruhestand, um nach der Leitung der Behörde seit dem 1. August 2022 eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Parmelin kündigte an, dass das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung in den kommenden Wochen ein Suchkomitee einrichten und die Stelle formell ausschreiben werde. Das Schweizer Nachrichtenportal Blick berichtete am Mittwochmorgen als erstes über den geplanten Rücktritt, bevor die Bundesregierung die offizielle Bestätigung veröffentlichte.
Handelsabkommen und bilaterale Verhandlungen
Budliger Artieda überwachte während ihrer Führung der schweizerischen Wirtschaftsaußenpolitik mehrere bilaterale und multilaterale Handelsdossiers. Sie leitete den Abschluss eines Freihandelsabkommens mit Indien im Jahr 2025, das eine langjährige Lücke im Zugang des Schweizer Handelsnetzes schloss. Ihre Behörde schloss zudem Handelsabkommen mit Thailand, Malaysia, Kosovo und den Mitgliedsländern des Mercosur-Blocks sowie Konsenslösungen während der Verhandlungen zu den Bilateralen III mit der Europäischen Union. In den Beziehungen zu Washington leitete Budliger Artieda die technischen Verhandlungen über Einfuhrzölle unter der Regierung von Donald Trump. Das Wirtschaftsdepartement beschrieb ihren Beitrag zu den amerikanischen Handelsgesprächen:
„In den Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten trug sie maßgeblich zur Lösungsfindung bei, indem sie an der Ausarbeitung der unverbindlichen Absichtserklärung und der Festlegung einer maximalen Obergrenze von 15 % für Zölle durch die Vereinigten Staaten mitwirkte.“
Diplomatischer Hintergrund und Bundesdienst
Budliger Artieda trat 1985 über das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten in die Bundesverwaltung ein und baute eine vier Jahrzehnte lange Karriere mit verschiedenen diplomatischen Aufgaben auf. Bevor sie im August 2022 das Staatssekretariat für Wirtschaft übernahm, war sie als Schweizer Botschafterin in Südafrika und später als Botschafterin in Thailand tätig. Ihr Wechsel ins Wirtschaftsdepartement machte sie zur zentralen technischen Unterhändlerin für den Schweizer Außenhandel. Parmelin erklärte, dass er ihr Ausscheiden sehr bedauere und dankte ihr für ihre jahrelangen öffentlichen Dienste für die Eidgenossenschaft.
Parlamentarische Kontrolle und politischer Kontext
Schweizer Medien, darunter die Neue Zürcher Zeitung und Blick, berichteten, dass der 66-jährige Parmelin Budliger Artieda in einem Interview mehrere Wochen vor der Ankündigung den vorzeitigen Ruhestand nahegelegt hatte. Die beiden Amtsträger hatten zuvor als enge Partnerschaft bei den Verhandlungen mit der US-Regierung zusammengearbeitet. Der angekündigte Abgang fällt mit einer laufenden Untersuchung der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats zusammen, ob vertrauliche Informationen zwischen SECO-Beamten und einer von Unternehmer Alfred Gantner geführten Wirtschaftsgruppe ausgetauscht wurden. Gantners Unternehmergruppe hatte direkte Kontakte zu Mitarbeitern des Weißen Hauses aufgenommen, um die schweizerisch-amerikanischen Handelsbedingungen zu verbessern. Bevor die offizielle Stellungnahme des Departements am Mittwochnachmittag veröffentlicht wurde, hatten SECO-Beamte es abgelehnt, sich zu Medienberichten über den Rücktritt zu äußern.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Helene Budliger Artieda
- Schweizer Staatssekretärin für Wirtschaft und SECO-Direktorin
- Guy Parmelin
- Schweizer Bundesrat und Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung
- Alfred Gantner
- Schweizer Unternehmer, dessen Wirtschaftsgruppe mit US-Beamten über Handelspolitik verhandelte
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen