
Schweizer Nationalrat bewilligt 200-Millionen-Franken-Kredit für die Winterspiele 2038
Der Schweizer Nationalrat hat am Donnerstag mit 137 zu 40 Stimmen 200 Millionen Schweizer Franken für die Winterspiele 2038 bewilligt und damit ein fakultatives Referendum abgelehnt, das das Bewerbungsdossier hätte verzögern können.
Abstimmung im Nationalrat
Der Schweizer Nationalrat hat einen Bundesbeitrag von bis zu 200 Millionen Schweizer Franken zur Unterstützung der Durchführung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2038 bewilligt. Bei der Abstimmung am Donnerstag folgten die Parlamentarier den Vorschlägen des Bundesrates mit 137 zu 40 Stimmen bei 14 Enthaltungen. Ein zentraler Streitpunkt in der Parlamentssitzung war die Frage, ob der Finanzierungsbeschluss einem fakultativen Referendum unterstellt werden soll. Nach ausführlicher Diskussion lehnte die Kammer den Referendumsantrag ab und folgte damit den Empfehlungen der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur, der Finanzkommission und des Bundesrates. Das Finanzierungsgeschäft geht nun an den Ständerat, der vor der Finalisierung des Finanzrahmens einen eigenen Entscheid treffen muss.
- Dafür
- 137 Stimmen
- Dagegen
- 40 Stimmen
- Enthaltungen
- 14 Stimmen
Budgetstruktur und Regeln zur Mitfinanzierung durch die Gemeinden
Das von Swiss Olympic erarbeitete Gesamtkonzept rechnet mit Gesamtausgaben von 2,2 Milliarden Schweizer Franken. Der Planungsrahmen geht davon aus, dass der weit überwiegende Teil dieser Summe von 2,2 Milliarden Franken über privates Kapital und nicht über öffentliche Mittel finanziert wird. Nach den vom Nationalrat gutgeheißenen Bedingungen wird der Bund seinen Beitrag von 200 Millionen Franken nur dann freigeben, wenn die unteren Staatsebenen entsprechende Mittel bereitstellen. Kantone und Gemeinden, die die Wettkämpfe ausrichten, müssen gemeinsam mindestens einen gleichwertigen finanziellen Beitrag garantieren. Der dezentrale Austragungsplan sieht Wettkämpfe an Standorten in zehn verschiedenen Schweizer Kantonen vor und verteilt die Veranstaltungen damit über das ganze Land, statt sie an einem einzigen Ort zu konzentrieren.
Dialog mit dem Internationalen Olympischen Komitee
Der Entscheid, auf ein fakultatives Referendum zu verzichten, beseitigt eine wichtige Hürde in den Verhandlungen der Schweiz mit dem Internationalen Olympischen Komitee. Das IOC hat mit der Schweiz einen privilegierten Dialogstatus vereinbart, der dem Land bis Ende 2027 das Recht einräumt, seine Ausrichtungsbewerbung ohne internationale Konkurrenz zu planen. Nach dieser bilateralen Vereinbarung sichert sich die Schweiz die Ausrichtungsrechte für die Winterspiele 2038, wenn ihr Konzept die technischen und operativen Kriterien des olympischen Dachverbands erfüllt. Swiss Olympic warnte die Parlamentarier, dass ein öffentliches Referendum über den Kredit von 200 Millionen Franken das Sammeln von 50.000 Unterschriften erfordern und eine Volksabstimmung bis Juni 2027 verzögern würde.
Swiss Olympic erklärte zu den zeitlichen Vorgaben für die Sicherung der Veranstaltung:
Das Dossier muss dem IOC bis Februar 2027 vorgelegt werden, damit es die Winterspiele anlässlich der IOC-Session Ende April oder Anfang Mai 2027 an die Schweiz vergeben kann.
- Der Schweizer Nationalrat bewilligt 200 Millionen Schweizer Franken ohne Referendum
- Swiss Olympic reicht das formelle Bewerbungsdossier beim IOC ein
- IOC-Session soll über die Vergabe der Winterspiele 2038 entscheiden
- Das privilegierte Dialogfenster zwischen der Schweiz und dem IOC endet
- Geplante Austragung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele in zehn Kantonen
Ökologische Auflagen und Prüfung im Ständerat
Mit der Bewilligung des Bundesbeitrags hat der Nationalrat zusätzliche ökologische und Nachhaltigkeitsauflagen aufgestellt, die die Organisatoren erfüllen müssen. Die Parlamentarier betonten in der Debatte, die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele in zwölf Jahren sei eine einmalige Chance für die Schweiz, sofern das dezentrale Format strikte ökologische Standards erfülle. Der über die Fachkommissionen des Parlaments gebildete politische Konsens war, dass übermäßige Verfahrensverzögerungen den Zeitplan der Kandidatur stören könnten. Das gesamte Gesetzespaket geht nun zur Debatte an den Ständerat. Stimmt die kleine Kammer dem Nationalrat zu und lehnt eine Referendumsklausel ab, bleibt der Weg für Swiss Olympic offen, das formelle Bewerbungsverfahren abzuschließen.


