
Schweiz erreicht erstes WM-Viertelfinale seit 1954 – multikulturelles Team vor Sonntagabend-Kracher
Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft bestreitet in der Nacht auf Sonntag, 12. Juli 2026, um 03:00 Uhr MESZ ihr erstes WM-Viertelfinale seit dem Turnier von 1954. Die aktuelle Generation mit Breel Embolo, Granit Xhaka und Denis Zakaria ist bereits die erfolgreichste Schweizer Männermannschaft der Geschichte.
Rückkehr ins Viertelfinale nach 72 Jahren
Die Schweizer Männermannschaft bestreitet erstmals seit dem Turnier von 1954 ein WM-Viertelfinale. Anpfiff ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag, 12. Juli 2026, um 03:00 Uhr MESZ. Die 72-jährige Pause zwischen den Viertelfinalteilnahmen ist eine der längsten in der Geschichte der Männer-WM. Die aktuelle Mannschaft ist die erfolgreichste Schweizer Männermannschaft aller Zeiten, die bei einem großen Turnier am weitesten gekommen ist.
Ein Kader, der die moderne Schweiz widerspiegelt
Breel Embolo, geboren in Kamerun, Dan Ndoye, senegalesischer Abstammung, und Denis Zakaria mit kongolesischen Wurzeln stehen neben Kapitän Granit Xhaka und Torhüter Gregor Kobel auf dem Platz. 1954 kamen die Stürmer Sepp Hügi, Robert Ballaman und Charles Antenen aus Basel, Neuenburg und dem Berner Jura. Die Spieler von 2026 sind globale Profis, die nach dem Turnier zu Vereinen in England, Italien, Spanien und Frankreich zerstreut werden. Der Blick schrieb, dass ihre Verbindung zum Schweizer Trikot einzigartig bleibe: „Das Land dagegen lässt sich nicht tauschen. Genau das verbindet diese Mannschaft mit der fussballbegeisterten Schweiz.“ Der Artikel argumentiert, dass der internationale Fussball eine Magie bewahre, die der Vereinsfussball, angetrieben von Milliarden-Euro-Verträgen, nicht replizieren könne.
Das Hitzeschlacht-Viertelfinale von 1954
Das letzte Schweizer WM-Viertelfinale wurde am 26. Juni 1954 um 17:00 Uhr im Stade Olympique de la Pontaise in Lausanne ausgetragen. Die Thermometer zeigten 40 Grad Celsius im Schatten, berichtete die NZZ. Die Schweiz traf auf Österreich in dem Spiel, das als „Hitzeschlacht von Lausanne“ bekannt wurde. Das Gastgeberland legte einen Blitzstart hin und führte nach 19 Minuten mit 3:0, wobei Ballaman und Hügi innerhalb von vier Minuten zweimal trafen. Österreich schlug dann innerhalb von neun Minuten fünfmal zurück und übernahm die Kontrolle. Sowohl Ballaman als auch Hügi erzielten ein weiteres Tor, aber Österreich netzte in der zweiten Halbzeit zwei weitere Male ein und sicherte sich einen 7:5-Sieg.
Das torreichste Spiel der WM-Geschichte
Das 7:5-Ergebnis bleibt das torreichste Spiel, das je bei einer Männer-WM-Endrunde ausgetragen wurde. Die extreme Hitze forderte einen hohen physischen Tribut. Der österreichische Torhüter Kurt Schmied erlitt einen Sonnenstich, verlor kurzzeitig das Bewusstsein und wurde in der zweiten Halbzeit von einem Masseur geführt, der ihn mit einem nassen Schwamm kühlte. Der Schweizer Kapitän Roger Bocquet verlor die Orientierung, taumelte über den Platz und brach in der Schlussphase zusammen. Ärzte entdeckten später einen Hirntumor, der erfolgreich entfernt wurde. Auswechslungen und Kühlpausen waren nach den Regeln von 1954 nicht erlaubt.
Ein Turnier, das den Schweizer Sport neu formte
Die Endrunde von 1954 war die erste WM, die live im Fernsehen übertragen wurde, und die einzige Männer-WM, die von der Schweiz ausgerichtet wurde. Das Turnier fand neun Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs statt und fiel mit einem breiten wirtschaftlichen Aufschwung zusammen, wie die NZZ anmerkte. Viele Schweizer erlebten in jenem Sommer ihr erstes großes internationales Sportereignis im eigenen Land. Die Hitzeschlacht und das „Wunder von Bern“ (der unwahrscheinliche Finalsieg Westdeutschlands gegen Ungarn) bleiben die beiden lebendigsten Erinnerungen an diese WM.
- Das Viertelfinale Schweiz gegen Österreich beginnt bei 40°C Hitze im Stade de la Pontaise.
- Die Schweiz führt 3:0 nach Toren von Robert Ballaman und zwei Treffern von Josef Hügi innerhalb von vier Minuten.
- Österreich erzielt fünf Tore in einem Neun-Minuten-Abschnitt und dreht die Schweizer Führung.
- Der Spielstand lautet 5:4 für Österreich nach einem späten Schweizer Anschlusstreffer.
- Österreich baut die Führung mit zwei weiteren Toren aus; Ballaman und Hügi treffen jeweils erneut für die Schweiz.
- Österreich gewinnt 7:5, das torreichste Spiel der WM-Endrunden-Geschichte.


