Energie & Handel · Bern und Cressier

Schweiz prüft 80-km/h-Tempolimit auf Autobahnen, während Treibstoffreserven angezapft werden

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung prüft eine vorübergehende Senkung des Autobahn-Tempolimits von 120 km/h auf 80 km/h, während Dieselreserven freigegeben werden und die Treibstoffpreise steigen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Ziare.com, Mediafax.ro, Neue Zürcher Zeitung und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Bern, Cressier · Schweiz
Wie es dazu kam
  1. September 2026Technischer Defekt legt die Raffinerie Cressier lahm, die einzige der Schweiz
  2. 23.10.45 Millionen Liter Diesel aus den Pflichtlagern freigegeben, knapp 4 % der Bestände
  3. 29.10.SRF berichtet über die Prüfung des 80-km/h-Limits; das BWL bestätigt sie am Donnerstag gegenüber Keystone-SDA

Was die Behörden prüfen

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) hat intern geprüft, ob eine Senkung der Autobahn-Tempolimits helfen könnte, falls Treibstoff knapp wird. Der Vorschlag würde das Limit auf den meisten Schweizer Autobahnen von 120 km/h auf 80 km/h senken. Laut dem Amt würde eine solche Senkung die bereits laufenden Freigaben aus den Pflichtlagern begleiten und weitere Einsparungen bringen, deren Umfang allerdings noch nicht festgelegt ist. Die Schweizer Grünen hatten dieselbe Reduktion vorgeschlagen, als der Krieg im Iran ausbrach. Das BWL bestätigte die Prüfung am Donnerstag, 29. Oktober, nachdem SRF zuerst darüber berichtet hatte, erklärte aber, es gebe keine Details zu internen Konsultationen bekannt, bevor der Meinungsbildungsprozess abgeschlossen sei.

Warum die Versorgung angespannt ist

Der Druck kommt vom Krieg im Nahen Osten und vom ungewöhnlich niedrigen Wasserstand des Rheins. Benzin und Heizöl erreichen die Schweiz normalerweise per Binnenschiff über Rotterdam und Basel, doch der niedrige Fluss hält die Frachtschiffe fern, sodass dieser Verkehr stark eingeschränkt ist. Rohöl kommt weiterhin per Schiff aus den Vereinigten Staaten und fließt über eine Pipeline von Marseille zur Raffinerie in Cressier, während Benzin und Diesel per Bahn aus der Raffinerie Ingolstadt in Deutschland kommen. Starker Regen in Südfrankreich überflutete Pumpstationen und unterbrach kurzzeitig eine Pipeline, und die Bahnstrecke im Rheintal wurde mehrfach gesperrt. Ein technischer Defekt in der Raffinerie Cressier, der einzigen des Landes, im September verschärfte die Lage zusätzlich.

Roland Pfister, der Delegierte des Bundes für die wirtschaftliche Landesversorgung, verwies auf das Wetter als Ursache des Pipeline-Problems.

„Erst letzte Woche hat starker Regen in Südfrankreich zu einer kurzen Unterbrechung der Pipeline geführt, weil Pumpstationen unter Wasser standen.“

Roland Pfister

Reserven und das Lieferproblem

Roland Pfister, der Delegierte des Bundes für die wirtschaftliche Landesversorgung, beschrieb den Druck mit diesen Worten.

„Die Lage ist angespannt, weil der Rhein seit einiger Zeit nicht schiffbar ist.“

Roland Pfister

Er ordnete das Problem als eines der Lieferungen ein, nicht der Verfügbarkeit. Die Pflichtlager werden bereits angezapft: Am 23. Oktober wurden 45 Millionen Liter Diesel freigegeben, knapp 4 % der verfügbaren Pflichtlager. Die Lageübersicht des BWL bezeichnet dies als unterstützende Maßnahme. Würden die Importe stoppen, würden die Benzin- und Dieselreserven etwas mehr als viereinhalb Monate reichen, Kerosin wahrscheinlich etwa drei Monate.

Preise und der Fall Tempolimit

Die Treibstoffpreise sind bereits gestiegen. Laut Zahlen des Touring Club Schweiz (TCS) kostet Benzin im Schnitt 2,13 Franken pro Liter, 48 Rappen mehr als zu Jahresbeginn. Diesel verteuerte sich um 36 %, von rund 1,78 Franken auf 2,42 Franken pro Liter. Die Bundesregierung hält eine vorübergehende Temporeduktion für eine attraktive Option, weil der Bundesrat sie schnell anordnen könnte und sie sowohl Treibstoff sparen als auch ein starkes Signal an die Bevölkerung senden würde. Zugleich bittet die Regierung die Menschen, Fahrgemeinschaften zu bilden, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und Freizeitfahrten zu reduzieren. Die Maßnahme ist noch weit von der Umsetzung entfernt und käme erst zum Tragen, wenn ein erheblicher Teil der Pflichtlager verbraucht wäre und freiwilliges Sparen sich als unzureichend erwiesen hätte.

Schweizer Dieselpreis pro Liter, Anfang 2026 vs. Ende OktoberCHF
Anfang 2026
1.78 CHF
Ende Oktober 2026
2.42 CHF

Daten aus dem Artikeltext

Wie sich die Lage entwickelte

Die Abfolge begann mit dem technischen Defekt in Cressier im September und führte zur Freigabe der Reserven am 23. Oktober. Kerosin ist der prekärste Treibstoff, dessen Reserven wahrscheinlich nur etwa drei Monate reichen. Bei Diesel haben die Behörden bisher am meisten ihrer Bestände verbraucht, knapp 4 %. Über die Prüfung eines Tempolimits wurde am 29. Oktober berichtet, sechs Tage nach der Reservenfreigabe. Die Behörden beschreiben das Kernrisiko als Lieferproblem, weshalb der Zeitpunkt weiterer Freigaben davon abhängt, wie lange die Störungen bei Pipeline und Bahn andauern.

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