
Magdalena Andersson scheitert erneut bei der Regierungsbildung in Schweden, Parlamentsabstimmung am Donnerstag angesetzt
Die Sozialdemokraten-Vorsitzende Magdalena Andersson erklärte am Dienstag, dem 13. Oktober, dass die Voraussetzungen für eine Regierungsbildung noch immer nicht erfüllt seien. Parlamentspräsident Andreas Norlén hat für Donnerstag, den 15. Oktober, eine Abstimmung über ihre Kandidatur angesetzt, obwohl sie selbst erklärt hat, dass sie mit einer Niederlage rechnet.
Zweiter gescheiterter Versuch
Magdalena Andersson, Vorsitzende der Sozialdemokraten, erklärte am Dienstag, dem 13. Oktober, auf einer Pressekonferenz, dass in den Gesprächen mit anderen Parteien Fortschritte erzielt worden seien, die Voraussetzungen für eine Regierungsbildung jedoch nicht gegeben seien. Sie informierte Parlamentspräsident Andreas Norlén, dass sie bereit sei, als Kandidatin für das Amt der Ministerpräsidentin anzutreten, aber in einer Parlamentsabstimmung wahrscheinlich scheitern werde. Ihr erster Versuch war Ende September gescheitert, woraufhin ihr zusätzliche Zeit eingeräumt wurde. Schweden ist nun seit 30 Tagen nach der Wahl ohne neue Regierung.
- Parlamentswahl, Mitte-Links-Bündnis gewinnt 176 Sitze gegenüber 173
- Anderssons erster Versuch einer Regierungsbildung scheitert
- Andersson teilt dem Parlamentspräsidenten mit, dass die Voraussetzungen für eine Regierung nicht erfüllt sind
- Parlamentsabstimmung über Andersson als Kandidatin für das Amt der Ministerpräsidentin
Das Wahlergebnis
Bei der Wahl vom 13. September gewann das Mitte-Links-Bündnis unter Andersson 176 Sitze, gegenüber 173 für das rechte Bündnis von Ministerpräsident Ulf Kristersson, dem auch die Schwedendemokraten angehören. Der Vorsprung war so knapp, dass die Auszählung mehrere Tage dauerte. Kristersson trat nach dem Ergebnis zurück, und Norlén hat erklärt, ihn als natürlichen nächsten Kandidaten zu sehen, ohne dies jedoch bestätigt zu haben. Quellen zufolge würde auch Kristersson Schwierigkeiten haben, eine Mehrheit zu gewinnen.
- Mitte-Links-Bündnis
- 176 Sitze
- Rechtes Bündnis
- 173 Sitze
Streitigkeiten innerhalb des Bündnisses
Das Haupthindernis ist die Zentrumspartei, die eine rote Linie gegen eine Regierung mit Beteiligung der Linkspartei gezogen hat. Die Linkspartei macht Ministerposten zur Bedingung für ihre Regierungsbeteiligung. Die Zentrumspartei hat erklärt, dass sie keine Regierung unterstützen werde, der die Linkspartei angehört. Die Schwedendemokraten, die die vorherige Regierung von außen unterstützt haben, haben erklärt, dass sie nur eine Regierung unterstützen werden, der sie selbst angehören, was die Zentrumspartei nicht will.
Die Abstimmung am Donnerstag und was danach folgt
Norlén wird Andersson am Donnerstag, dem 15. Oktober, dem Parlament vorschlagen. Eine Kandidatin oder ein Kandidat ist abgelehnt, wenn mehr als die Hälfte der Abgeordneten gegen sie oder ihn stimmt. Dem schwedischen Sender SVT zufolge wird erwartet, dass die Linkspartei und die Grünen gegen ihren Vorschlag stimmen werden. Sollte Andersson scheitern, kann der Parlamentspräsident insgesamt bis zu vier Kandidaten nominieren. Scheitert auch der vierte Versuch, müssen Neuwahlen angesetzt werden – eine Aussicht, die die öffentliche Meinung nicht unterstützt.
- Wahl 2018
- 134 Tage
- Wahl 2022
- 37 Tage
Frühere Regierungsbildungsphasen
Schweden hat schon früher langwierige Verhandlungen erlebt. Nach der Wahl 2022 brauchten die Parteien 37 Tage für eine Regierungsbildung, nach der Wahl 2018 dauerte der Prozess 134 Tage.


