
Schütze verletzt acht Personen vor Gymnasium in der Westtürkei – Festnahme durch Polizei
Ein bewaffneter Angreifer eröffnete das Feuer auf ankommende Schüler der Niyazi-Uzmez-Berufsfachoberschule in Turgutlu, Provinz Manisa. Mindestens ein Opfer schwebt in Lebensgefahr, bevor der Täter festgenommen wurde.
Morgenangriff vor Gymnasium in Turgutlu
Ein bewaffneter Angreifer eröffnete am Dienstag vor einer Berufsschule in der Westtürkei das Feuer und verletzte acht Personen, als die Schüler zum Morgenunterricht eintrafen. Der Angriff ereignete sich gegen 08:00 Uhr Ortszeit (05:00 Uhr GMT) vor der Niyazi-Uzmez-Berufs- und Technischen Anatolischen Oberschule im Bezirk Turgutlu der Provinz Manisa, östlich von Izmir. Der Täter feuerte wahllos mit einer Schusswaffe auf Schülergruppen, die sich am Gebäudeeingang versammelt hatten, und flüchtete anschließend zu Fuß. Erste Berichte regionaler Rettungseinheiten sprachen von vier bis fünf verletzten Schülern, doch die Zahl der Opfer stieg auf acht, als das medizinische Personal die Lage vor Ort bewertete. Mindestens ein verletzter Schüler erlitt lebensbedrohliche Verletzungen und befindet sich weiterhin in kritischem Zustand auf der Intensivstation.
Notfallmaßnahmen und Festnahme des Verdächtigen
Polizeieinheiten und mehrere Rettungswagen wurden unmittelbar nach den Notrufen zum Schulgelände entsandt. Sanitäter leisteten vor Ort Erste Hilfe, bevor die Verletzten zur notfallmedizinischen Versorgung in das Staatliche Krankenhaus Turgutlu gebracht wurden. Die Polizei sperrte die umliegenden Straßen ab, leitete eine bezirksweite Fahndung ein und verstärkte die Überwachung nahegelegener Bildungseinrichtungen. Das Gouverneursamt von Manisa gab kurz nach der Fahndung bekannt, dass Sicherheitskräfte den flüchtigen Verdächtigen aufgespürt und festgenommen hätten. Die Behörden nahmen den Verdächtigen in Gewahrsam, ohne seine Identität oder sein Alter preiszugeben. Die Ermittler haben bisher kein Motiv für die Tat festgestellt.
- Ein 14-jähriger Schüler tötet einen Lehrer und neun Schüler an einer Mittelschule in Kahramanmaras
- Ein Schütze eröffnet das Feuer vor der Niyazi-Uzmez-Oberschule in Turgutlu und verletzt acht Menschen
- Sicherheitskräfte nehmen den flüchtigen Verdächtigen nach einer örtlichen Fahndung in der Provinz Manisa fest
Frühere Schulmassaker in der Türkei im Jahr 2026
Der Angriff vom Dienstag in Manisa ist der dritte bewaffnete Vorfall an einer türkischen Bildungseinrichtung im Jahr 2026. Im April 2026 eröffnete ein 14-jähriger Schüler, Sohn eines pensionierten Polizeibeamten, in einer Mittelschule in der südlichen Stadt Kahramanmaras das Feuer. Bei diesem Schusswaffenangriff kamen ein Lehrer und neun Kinder im Alter von 10 und 11 Jahren ums Leben; der Täter starb am Tatort – es war das tödlichste Schulmassaker, das je im Land verzeichnet wurde. In einem weiteren Vorfall in der südöstlichen Provinz Sanliurfa drang ein ehemaliger Schüler in seine frühere Oberschule ein, eröffnete das Feuer und verletzte 16 Menschen, bevor er sich beim Eintreffen der Polizei das Leben nahm.
- Angriff auf Oberschule in Sanliurfa
- 16 Verletzte
- Angriff auf Oberschule in Turgutlu
- 8 Verletzte
Debatte über Waffenbesitz und Regulierungsmaßnahmen
Die wiederholten Schulangriffe haben landesweit öffentliche Empörung ausgelöst und die Debatte über zivile Waffenregulierungen in der Türkei verschärft. Nach den Morden im April in Kahramanmaras entließ Präsident Recep Tayyip Erdogan den stellvertretenden Bildungsminister und kündigte an, die Regierung werde neue gesetzliche Beschränkungen für den Waffenbesitz erlassen. Schätzungen einer türkischen Nichtregierungsstiftung zufolge sind landesweit zig Millionen Schusswaffen im Umlauf, die überwiegende Mehrheit illegal ohne offizielle Genehmigung. Nach den Schüssen in Turgutlu hielten die regionalen Behörden die Sicherheitsabsperrungen um die örtlichen Schulen aufrecht, während die Staatsanwaltschaft eine formelle Untersuchung einleitete, um zu klären, wie der Täter an die Waffe gelangte.


