
Steuerbehörde tritt der Staatsanwaltschaft gegen Ex-Premier Zapatero bei – 1,3 Millionen Euro teurer Schmuck in Büro-Safe entdeckt
Die Abogacía del Estado, die für die Steuerbehörde handelt, hat sich dem Strafverfahren gegen José Luis Rodríguez Zapatero angeschlossen und verschärft damit die rechtlichen Probleme des ehemaligen Ministerpräsidenten wegen 80 hochwertiger Schmuckstücke, die in seinem Madrider Büro beschlagnahmt wurden.
Der Schmuckfund
Am 19. Mai 2026 entdeckte die Polizei bei einer Durchsuchung des Madrider Büros von Ex-Premierminister José Luis Rodríguez Zapatero einen Safe mit rund 80 Schmuckstücken. Die Gegenstände wurden später vom Juwelier Ansorena auf 1.323.915 Euro geschätzt, wobei das teuerste Stück 278.000 Euro und das günstigste 25 Euro wert war. Der Fund löste ein separates Ermittlungsverfahren im Rahmen des umfassenderen Falls „Plus Ultra“ aus, in dem bereits Vorwürfe der Einflussnahme und Geldwäsche erhoben wurden.
Zapateros Schweigen
Zapatero erschien am 17. Juni vor dem Ermittlungsrichter José Luis Calama, weigerte sich jedoch, Fragen zum Schmuck zu beantworten. Er erbat sich sieben bis zehn Tage Zeit für eine Stellungnahme, doch mehr als zwei Wochen später liegt noch immer keine Erklärung vor. Seine Verteidigung hat angedeutet, dass es sich um Geschenke aus seiner Amtszeit handele, die über protokollarische Kanäle weitergegeben und ohne Kenntnis ihres tatsächlichen Werts aufbewahrt worden seien. Eine frühere Behauptung seiner Sekretärin Gertrudis Alcázar, der Schmuck stamme aus einer Erbschaft von Zapateros Frau Sonsoles Espinosa, wurde später fallengelassen.
Alles ist sehr verwirrend, es zeigt das Chaos, in dem nicht nur Zapatero, sondern auch Sánchez steckt.
Regierung in der Zwickmühle
Die Regierung von Pedro Sánchez hat sich öffentlich für die Unschuldsvermutung Zapateros ausgesprochen. Sánchez wies die Angelegenheit zunächst mit der Bemerkung zurück, alle Präsidenten erhielten Geschenke und „das Spanien von 2007 ist nicht das Spanien von 2026“. Allerdings verbot ein von Zapatero selbst 2005 verabschiedeter Verhaltenskodex für Amtsträger (Código de Buen Gobierno) bereits solche Geschenke. Hinter vorgehaltener Hand beklagen sich PSOE-Vertreter, sie hätten „keine Waffen“, um die politischen Folgen zu bekämpfen, und Sánchez‘ eigene öffentliche Verteidigung bröckelt, je länger das Schweigen anhält.
- Polizei findet bei einer Durchsuchung Schmuck in Zapateros Büro-Safe.
- Zapatero sagt aus, verweigert aber die Aussage zur Herkunft des Schmucks; er bittet um 7–10 Tage Bedenkzeit.
- Die Abogacía del Estado schließt sich dem Verfahren als Klägerin im Namen der Steuerbehörde an.
Eskalation der Rechtslage
Richter Calama bot der Steuerbehörde an, sich dem Verfahren als potenziell Geschädigte anzuschließen, mit der Begründung, es liege ein „unmittelbarer Vermögensschaden für die Staatseinnahmen“ vor. Am 2. Juli bestätigte die Abogacía del Estado, dass sie namens der Steuerbehörde tätig werde und mögliche Steuerhinterziehung und Schmuggel untersuche. Dieser Schritt bringt den juristischen Arm der Regierung in direkten Gegensatz zu dem von ihr verteidigten Ex-Premier – ein Widerspruch, der in der Moncloa und in der Sozialistischen Partei für Unruhe sorgt.

