
Portugals Schiedsrichterchef tritt wegen Einflussnahme zurück, FPF leitet Fall an Staatsanwaltschaft weiter, Spitzenclubs fordern Transparenz
Duarte Gomes ist als Technischer Direktor für das Schiedsrichterwesen beim Portugiesischen Fußballverband (FPF) zurückgetreten, nachdem ein Schiedsrichter institutionelle Einflussnahme bei Ernennungsverfahren gemeldet hatte. Der Verband hat die Vorwürfe an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, während Benfica und der FC Porto dringende Aufklärung fordern.
Der Rücktritt und seine Auslöser
Duarte Gomes, nationaler Technischer Direktor für das Schiedsrichterwesen des FPF, trat am 26. Juni zurück, nachdem er am Ende der letzten Saison eine Beschwerde eines Profi-Schiedsrichters erhalten hatte. Die Informationen, die Gomes als Anlass für „sehr relevante institutionelle Bedenken“ beschrieb, drehten sich um angebliche Einflussnahme bei der Ernennung von Schiedsrichtern für Spiele der letzten Runden der Primeira Liga. Gomes versuchte, intern zu ermitteln, kam aber zu dem Schluss, dass es unmöglich sei, das Maß an institutionellem Vertrauen wiederherzustellen, das er für die Rolle als wesentlich erachtete.
Am Ende der letzten Saison teilte mir ein Profi-Fußballschiedsrichter eine Reihe von Informationen mit, die mir aufgrund ihrer Art und Sensibilität sehr relevante institutionelle Bedenken gaben.
Die rechtliche Weiterleitung durch den FPF
Am 1. Juli gab der FPF bekannt, dass die Vorsitzenden seiner Leitungsgremien (Direktion, Vorstand der Generalversammlung, Justizrat und Disziplinarrat) die von Luciano Gonçalves, dem Präsidenten des Schiedsrichterrates, gemeldeten Fakten umgehend an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet hatten. Die Weiterleitung erfolgte gemäß Artikel 6 Absatz 1 des Rechtsrahmens für Sportintegrität, der eine Meldepflicht vorsieht, wenn Sportverantwortliche von betrügerischem Verhalten Kenntnis erlangen, das geeignet ist, einen Wettbewerb oder dessen Ergebnis zu beeinflussen. Der Justizrat tagt heute, um die Lage zu analysieren, fügte der Verband hinzu.
- Schiedsrichter teilt Duarte Gomes am Saisonende Informationen über Einflussnahme im Ernennungsverfahren mit
- Duarte Gomes tritt nach interner Untersuchung als Nationaler Technischer Direktor für das Schiedsrichterwesen zurück
- FPF leitet Fall an die Staatsanwaltschaft weiter; Benfica und FC Porto fordern dringende Antworten
Benfica und FC Porto fordern Antworten
Benfica beantragte eine Dringlichkeitssitzung mit dem FPF und erklärte, es betrachte die Enthüllungen mit „äußerster Schwere“ und fordere „vollständige Klarstellungen und Garantien, dass das portugiesische Schiedsrichterwesen nicht länger Druck, Zwängen oder Einflüssen ausgesetzt bleibt, die die sportliche Wahrheit untergraben“. Der Verein erinnerte an seine eigene „Null-Toleranz“-Warnung für die kommende Saison. Der FC Porto erklärte, er verfolge den Fall mit „tiefer Besorgnis und Bestürzung“ und forderte Luciano Gonçalves auf, dringend Erklärungen abzugeben, und bestand darauf, dass „Transparenz, Verantwortung und dringende Antworten“ erforderlich seien.
Die institutionelle Schwere der nun bekannten Vorwürfe erfordert Transparenz, Verantwortung und dringende Antworten.
Duarte Gomes bricht sein Schweigen
In einer Stellungnahme in den sozialen Medien legte Gomes den Ablauf der Ereignisse dar, ohne den Schiedsrichter oder die genauen Details zu nennen. Er betonte, dass er seine Ermittlungen mit Zurückhaltung, Neutralität und Transparenz geführt und niemals die Ehre oder den Ruf einer Person verletzt habe. Er habe seinen Rücktritt formell per E-Mail an den Präsidenten des Schiedsrichterrates mitgeteilt und die anderen Mitglieder in Kopie gesetzt und erklärte, dass er weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung stehe, um den zuständigen Behörden weitere Klarstellungen zu geben.


