
Russische Drohne trifft SBU-Hauptquartier in Kiew – fünf Verletzte
Eine russische Drohne hat am Freitag das Hauptgebäude des Sicherheitsdienstes der Ukraine in der Wolodymyrska-Straße im Zentrum Kiews getroffen, fünf Menschen verletzt und das Büro der Führungsebene ins Visier genommen.
Angriff auf das Sicherheitshauptquartier
Eine russische Drohne hat am Freitagnachmittag die Zentrale des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) im Zentrum Kiews getroffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Angriff auf der Social-Media-Plattform X nach einer Besprechung mit dem hochrangigen Sicherheitsbeamten Oleksandr Pokland. Das angegriffene Gelände befindet sich in der Wolodymyrska-Straße, direkt gegenüber der Sophienkathedrale im zentralen Bezirk der Hauptstadt. Videoaufnahmen vom Ort zeigten eine Detonation, gefolgt von Flammen, die aus dem Gebäude aufstiegen; Augenzeugen berichteten von dichtem schwarzem Rauch über der Innenstadt. Die ukrainischen Behörden erklärten, die Drohne sei direkt auf das Führungsbüro des Dienstes im Gebäude gerichtet gewesen.
Opfer und Schäden in der Stadt
Kiews Bürgermeister bestätigte auf Telegram, dass fünf Menschen bei dem Angriff auf das nicht zu Wohnzwecken genutzte Gebäude verletzt wurden. Rettungskräfte und zahlreiche Krankenwagen trafen schnell in der Wolodymyrska-Straße ein, um medizinische Hilfe zu leisten und die Umgebung zu sichern. Die Druckwelle und der Einschlag verursachten Kollateralschäden in der Nachbarschaft nahe dem UNESCO-Weltkulturerbe. Der Inhaber der örtlichen Bäckerei Zavertailo gab auf Telegram bekannt, dass sein nahegelegenes Gebäude durch die Explosion schwer beschädigt wurde. Der Angriff erfolgte während einer zehntägigen Serie ununterbrochener russischer Drohnenangriffe auf Kiew, die am Mittwoch einen separaten Angriff auf eine Universität im Stadtzentrum umfasste.
Alle Rettungsdienste sind vor Ort, und die Betroffenen erhalten die notwendige Hilfe.
Anweisungen für eine koordinierte Antwort
Nach der Besprechung über den Angriff wies die ukrainische Präsidialverwaltung die Sicherheitsbeamten an, militärische Gegenmaßnahmen gegen russische Ziele vorzubereiten. Selenskyj beauftragte Pokland, einen angemessenen und substanziellen Vergeltungsschlag zu formulieren, sobald die operativen Bedingungen es zulassen. Die ukrainischen Streitkräfte werden sich mit den Geheimdiensteinheiten abstimmen, um die geplante Vergeltung durchzuführen. Als wichtigste innere Sicherheitsinstitution der Ukraine ist der SBU für die innere Nachrichtenbeschaffung, die nationalen Spionageabwehrmaßnahmen und die Bekämpfung der organisierten Kriminalität zuständig.
Ich habe Pokland angewiesen, den Russen eine angemessene, substanzielle Antwort zu geben und, wo möglich, eine Antwort, die diesem Angriff entspricht, sobald alles bereit ist.
Behördenübergreifende Ermittlungen in Kiew
Der Angriff auf den Komplex in der Wolodymyrska-Straße erfolgte kurz nachdem interne Spannungen zwischen den ukrainischen Geheimdiensten in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt waren. In einer spätabendlichen Ansprache am Donnerstag enthüllte Selenskyj, dass eine offizielle Untersuchung zu einem bewaffneten Zusammenstoß zwischen Angehörigen des SBU und der militärischen Geheimdienstdirektion (HUR) in Kiew eingeleitet worden sei. Zwei Personen – ein SBU-Mitarbeiter und ein HUR-Offizier – wurden offiziell als Tatverdächtige benannt, während die Ermittler die Umstände der Schießerei untersuchen. Selenskyj erklärte, dass die Leiter beider Organisationen nach Abschluss der internen Untersuchung formellen Disziplinarverfahren unterzogen werden, und stellte fest, dass beide Seiten sich unangemessen verhalten hätten und zur Rechenschaft gezogen werden müssten. Der Politikwissenschaftler Wolodymyr Fesenko merkte auf Facebook an, dass die Reibungen auf einen persönlichen und politischen Konflikt zwischen Pokland und der Führung des militärischen Geheimdienstes zurückzuführen seien.
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