
Satispay startet Kapitalerhöhung von bis zu 120 Mio. Euro für den Einstieg in Rentenfonds, Aktienhandel und M&A
Der italienische Fintech-Konzern Satispay hat für den 29. Juni eine Hauptversammlung einberufen, um eine Kapitalerhöhung von bis zu 120 Millionen Euro zu genehmigen. Die Hälfte davon ist bereits durch Bestandsinvestoren gedeckt. Das Unternehmen drängt in die Bereiche Rentenfonds, Aktienhandel und mögliche Übernahmen.
Satispay, die italienische Zahlungsplattform, will frisches Kapital aufnehmen, um die Transformation zu einem umfassenden Finanzdienstleister zu beschleunigen. Die Konzerntochter Momentum S.p.A. hat für den 29. Juni eine Hauptversammlung einberufen, um über eine Bezugsrechtsemission von bis zu 120 Millionen Euro abzustimmen.
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Die Kapitalerhöhung und die Bestandsinvestoren
Rund die Hälfte der potenziellen 120-Millionen-Euro-Runde ist bereits von den Bestandsinvestoren Greyhound Capital, Addition und Lightrock zugesagt, was die Bewertung des Unternehmens von über einer Milliarde Euro bestätigt. Die restlichen 60 Millionen Euro könnten für Fusionen und Übernahmen (M&A) verwendet werden; das Unternehmen hat bereits einen eigenen M&A-Leiter eingestellt, um Möglichkeiten zu prüfen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines robusten Wachstums: Der annualisierte wiederkehrende Umsatz (ARR) belief sich Ende Mai auf 116 Millionen Euro, ein Anstieg von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr über die letzten beiden Quartale.
- Satispay wird mit einem eigenen, unabhängigen Zahlungsnetzwerk gegründet.
- Ausweitung auf betriebliche Sozialleistungen und Einführung von Spar- und Anlageprodukten.
- Ankündigung einer Kapitalerhöhung von bis zu 120 Millionen Euro; ARR übersteigt 116 Millionen Euro.
- Hauptversammlung zur Abstimmung über die Kapitalerhöhung.
- Unternehmen strebt bis Ende 2027 die Gewinnschwelle an.
Neue Dienstleistungen und der Vorstoß in die Vermögensverwaltung
Satispay hat sein Produktangebot weit über Zahlungen hinaus erweitert. Im Jahr 2023 kamen betriebliche Sozialleistungen hinzu, sowie ein verzinstes Sparglas und Investmentfonds. In den kommenden Monaten sollen nun direkt in der App Rentenpläne sowie Aktien- und ETF-Handel angeboten werden. Über 43.000 Unternehmen nutzen bereits die Sozialleistungsprodukte, die mehr als 400.000 Mitarbeiter erreichen. Das annualisierte Transaktionsvolumen bei Sozialleistungen stieg im Jahresvergleich um 250 Prozent auf 420 Millionen Euro, mit einem Jahresendziel von 700 Millionen Euro.
Sozialleistungen und der B2B-Motor
Das Geschäft mit betrieblichen Sozialleistungen ist zu einer zentralen Wachstumsquelle geworden. CEO Alberto Dalmasso deutete an, dass das Unternehmen Start-ups im Bereich der Zusatzrente ins Auge fasst, um einen Trend zu nutzen, der direkt auf Verbraucher ausgeweitet werden könnte. „Es gibt viele Start-ups in der Welt der Zusatzrenten, und das ist ein Bereich, den wir untersuchen“, sagte Dalmasso.
Vertrauen der Investoren und Weg zur Rentabilität
Ines Verschueren, Partnerin bei Greyhound Capital, bekräftigte das langfristige Vertrauen:
Wir unterstützen Satispay seit 2018, und unsere Überzeugung hat sich im Laufe der Zeit nur verstärkt, da sich das Unternehmen von einer eleganten Art, Geld zu verwalten, zu einem echten Drei-Parteien-Netzwerk (Verbraucher, Händler und Unternehmen) entwickelt hat, bei dem jedes Element den Wert der anderen erhöht. Italien ist die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt und bleibt überraschenderweise unterdigitalisiert: Genau deshalb kann ein nationaler Champion hier Ergebnisse auf globalem Niveau erzielen.
Satispay erwartet, bis Ende 2027 die Gewinnschwelle zu erreichen, ein möglicher Börsengang ist nach Erreichen von einer Milliarde Euro Umsatz in Aussicht gestellt.
Das Unternehmen zählt 6,5 Millionen Nutzer, eine Million mehr als vor einem Jahr, und mehr als 450.000 Händlerpartner. Seine Anlageprodukte werden inzwischen von über 500.000 Nutzern genutzt, mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 140 Millionen Euro.


