
Pentagon stuft im Iran getötete Soldaten als ‚Überseeeinsätze‘ um – Empörung
Vier US-Soldaten, die im Juli nach dem Zusammenbruch des Iran-Waffenstillstands getötet wurden, werden nun in einer separaten Kategorie ‚Überseeeinsätze‘ geführt – nicht mehr in der ursprünglichen Kriegsbilanz. Kritiker werfen der Trump-Regierung vor, die wahren menschlichen Kosten zu verschleiern und die Kriegsvollmachten des Kongresses zu umgehen.
Eine neue Kategorie für Gefallene
Das Defense Casualty Analysis System (DCAS) des Pentagons entfernte letzte Woche die Namen von vier kürzlich getöteten Soldaten und Dutzenden Verwundeten aus der Bilanz der ‚Operation Epic Fury‘, der offiziellen Zählung des Iran-Krieges, der am 28. Februar begann. Am Sonntag erschien eine neue Kategorie mit der Bezeichnung ‚Überseeeinsätze‘, die diese vier Toten und 207 Verwundete auflistet. Ein Pentagon-Sprecher sagte der New York Times: ‚Da die Operation Epic Fury abgeschlossen ist, stuft das Ministerium Verluste als Überseeeinsätze im Verantwortungsbereich von CENTCOM ein.‘ Die ursprüngliche, von den USA und Israel geführte Operation endete am 5. Mai, doch die Kämpfe wurden nach dem Scheitern des Waffenstillstands vom 7. April wieder aufgenommen.
Die Zahlen hinter der Verschiebung
Die vier Soldaten – Oberleutnant Tyler James Feehan, Sergeant Angel S. Rampersad, Gefreite Isabella Gonzales und Sergeant Michael Emmanuel Swinton – wurden diesen Monat in Jordanien und im Irak getötet. Gonzales, 19, stammte aus Carrollton, Texas. Die neue Kategorie zählt Verluste ‚ab dem 7. Juli 2026‘, einen Tag bevor Präsident Trump den Waffenstillstand für beendet erklärte. Zusammen mit den 14 Toten und 417 Verwundeten, die noch unter Operation Epic Fury geführt werden, beläuft sich die Gesamtzahl der US-Opfer auf 18 Tote und 624 Verwundete. Noch am Dienstag zeigte das DCAS 18 Tote und 482 Verwundete; bis Donnerstag war die Zahl der Toten auf 14 gesunken, bevor die vier Namen am Sonntag unter der neuen Überschrift wieder auftauchten. Pentagon-Sprecher Joel Valdez bezeichnete die schwankenden Zahlen als ‚vorübergehende Datenstörungen‘ und ‚Anomalien‘.
- USA und Israel starten Operation Epic Fury gegen den Iran
- Waffenstillstand vereinbart, Straße von Hormus wieder geöffnet
- Trump verlängert Waffenstillstand auf unbestimmte Zeit
- Operation Epic Fury endet
- Neue Opferzählung ‚Überseeeinsätze‘ beginnt
- Trump erklärt Waffenstillstand für beendet
- Trump sagt, 18 US-Soldaten im Iran-Konflikt getötet
- Pentagon reduziert Epic-Fury-Todeszahl auf 14
- Kategorie ‚Überseeeinsätze‘ erscheint mit 4 Toten, 207 Verwundeten
Reaktionen: ‚riesiger Respektlosigkeit‘
Veteranen und Abgeordnete verurteilten die Änderung. Der pensionierte Konteradmiral Michael E. Smith nannte es ‚eine riesige Respektlosigkeit gegenüber den Familien‘ und ‚lächerlich‘ zu behaupten, die Todesfälle stünden nicht im Zusammenhang mit dem Krieg. Tristeza Ordex, eine Veteranin des Marine Corps bei VoteVets, sagte, der Ausschluss fühle sich wie ‚Auslöschung‘ an, insbesondere im Fall von Gonzales, einer jungen Latina-Soldatin.
Es ist eine riesige Respektlosigkeit gegenüber den Familien. Zu behaupten, sie seien nicht infolge des Krieges getötet worden – oh, es waren nur Überseeeinsätze – ist einfach lächerlich.
Ich denke an Menschen wie sie, die ausgeschlossen wurden. Latinos werden nicht nur von so viel mehr ausgeschlossen und ins Visier genommen: Wir haben diese Person, die das ultimative Opfer für dieses Land gebracht hat, die nicht einmal als Opfer dieses Krieges anerkannt wird, also fühlt es sich wie Auslöschung an.
Rechtliche und politische Implikationen
Die Neueinstufung hat eine Debatte über den War Powers Act von 1973 verschärft, der den Präsidenten verpflichtet, militärische Operationen innerhalb von 60 Tagen zu beenden, es sei denn, der Kongress genehmigt eine Verlängerung. Die Trump-Regierung argumentiert, dass der Waffenstillstand vom April die Uhr für die erste Phase am 1. Mai angehalten habe und die separate Zählung ab dem 7. Juli dieser Auslegung folge. Der republikanische Abgeordnete Thomas Massie nannte die Aufteilung eine ‚absurde Finte‘ und sagte, das Pentagon tue so, ‚als habe es zwei Iran-Kriege gegeben, die durch eine kurze Waffenruhe getrennt waren.‘ Zwölf demokratische Mitglieder des Streitkräfteausschusses des Senats sandten einen formellen Brief an Verteidigungsminister Pete Hegseth und forderten Antworten. Das Pentagon hat sich über die Nennung technischer Probleme hinaus nicht geäußert.
Das Pentagon tut so, als habe es zwei Iran-Kriege gegeben, die durch eine kurze Waffenruhe getrennt waren.
- Epic Fury – Getötet
- 14 Personen
- Epic Fury – Verwundet
- 417 Personen
- Überseeeinsätze – Getötet
- 4 Personen
- Überseeeinsätze – Verwundet
- 207 Personen


