
Deutsche Bahn und Verkehrsministerium kürzen Korridorsanierungen bis 2031 auf 13 Strecken
Deutsche Bahn und das Bundesverkehrsministerium werden bis 2031 nur 13 statt 21 stark befahrene Bahnkorridore sanieren; die übrigen Projekte werden auf 2032 und später verschoben. Der Plan ändert zudem, wie Umleitungen vorbereitet werden und wie der Zugverkehr nach den Bauarbeiten wieder anläuft.
Weniger Strecken bis 2031
Deutsche Bahn und das Verkehrsministerium haben am Freitag mitgeteilt, dass bis 2031 nur 13 stark befahrene Bahnkorridore umfassend saniert werden, statt 21. Die übrigen Projekte werden nicht gestrichen, sondern verschoben; die Reihenfolge, in der die weiteren Korridore ab 2032 folgen, soll im kommenden Jahr festgelegt werden. Beide Seiten erklärten, das kleinere Programm spiegle die begrenzten Kapazitäten im gesamten deutschen Schienennetz und die Grenzen der Bauwirtschaft wider. Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) und Bahnchefin Evelyn Palla halten es weiterhin für richtig, zentrale Strecken für mehrere Monate vollständig zu sperren und in dieser Zeit möglichst viel Arbeit zu erledigen. In der Erklärung heißt es, es würden "keine Korridorsanierungen gestrichen, sondern nur verschoben".
- Bisher geplant
- 21 Strecken
- Jetzt bis 2031 geplant
- 13 Strecken
Die 13 Strecken
Für 2027 nennt die Liste Lehrte-Berlin, das bereits läuft, sowie Rosenheim-Salzburg und Fulda-Hanau. 2028 sind vier Strecken vorgesehen: Köln-Koblenz, die erste Stufe München-Rosenheim, Hagen-Unna-Hamm und Lübeck-Hamburg. Hamburg-Hannover, Würzburg-Ansbach-Treuchtlingen und Aachen-Köln folgen 2029. Stendal-Magdeburg und Uelzen-Stendal sind für 2030 angesetzt, 2031 folgen Lehrte-Groß Gleidingen und die zweite Stufe München-Rosenheim. Vier Verbindungen mit Bezug zu Baden-Württemberg verschieben sich nach hinten: Ulm-Augsburg, das zuvor für 2034 geplant war, Mannheim-Karlsruhe, ursprünglich für 2031 vorgesehen, sowie Frankfurt/Main-Heidelberg und Stuttgart-Ulm, beide ursprünglich für 2030 geplant.
Umleitungen, Wiederanlauf und digitale Zugsteuerung
Die Infrastruktursparte InfraGo der Bahn will Umleitungsstrecken intensiver vorbereiten und die Bauabläufe mit anderen Baustellen im Netz abstimmen. Wettbewerber im Güterverkehr hatten wiederholt beklagt, dass Umleitungen nicht ausreichend vorbereitet oder kommuniziert würden. Nach Abschluss der Arbeiten soll der Zugverkehr schrittweise wieder anlaufen, zuerst der Güterverkehr, der Personenverkehr erst, wenn sich der Güterbetrieb eingespielt hat. Frühere abgeschlossene Generalsanierungen waren nach dem Ende der Arbeiten wiederholt in Schwierigkeiten geraten, unter anderem mit verspäteten Zügen. Alle Strecken sollen nun vollständig für das digitale Zugsteuerungssystem ETCS vorbereitet werden, während dies bislang bei vielen Strecken nur auf einzelnen Abschnitten geplant war. Die Deutsche Bahn erklärte:
Das bedeutet, dass alle erneuerten Stellwerke bereits ETCS-fähig sein werden und dass angepasste Signalstandorte und moderne Achszähltechnik eingebaut werden.
Warum der Plan geändert wurde
Das ursprüngliche Konzept wurde im Februar 2023 unter dem damaligen Verkehrsminister Volker Wissing und dem damaligen Bahnchef Richard Lutz vorgestellt. Es sah rund 40 stark befahrene Strecken vor, die für Monate gesperrt und bis 2031 saniert werden sollten, wobei jede danach etwa zehn Jahre lang baustellenfrei bleiben sollte. Der ursprüngliche Plan sah bis zu acht Sanierungen pro Jahr vor. Nach scharfer Kritik, vor allem von Wettbewerbern im Güterverkehr, wurde das Konzept 2025 unter der neuen Bundesregierung zunächst grundlegend angepasst, die Sanierungen auf vier bis fünf pro Jahr begrenzt und der Gesamtzeitplan bis 2036 gestreckt. Fast jeder zweite Fernverkehrszug kommt verspätet an, und der schlechte Zustand der Infrastruktur ist eine der Ursachen.
- Konzept unter Volker Wissing und Richard Lutz vorgestellt, mit rund 40 Strecken bis 2031 geplant
- Konzept erstmals unter der neuen Bundesregierung angepasst, begrenzt auf vier bis fünf Sanierungen pro Jahr
- Deutsche Bahn und Verkehrsministerium kündigen 13 bis 2031 zu sanierende Strecken an

