
Matteo Salvini konfrontiert interne Lega-Dissidenz und stellt Roberto Vannacci bei Pinzolo-Kundgebung Bedingungen
Bei der jährlichen Pinzolo-Kundgebung im Trentino bot Matteo Salvini an, die Führung mit den Regionalpräsidenten zu teilen, während er Roberto Vannacci konfrontierte und deutsche Rückführungen von Migranten ablehnte.
Parteireibungen und Führungsteilung
Vizepremier Matteo Salvini sprach auf dem Platz Careri in Pinzolo während der jährlichen Sommerkundgebung der Lega vor Anhängern. Das Treffen fand vor dem Hintergrund interner Spannungen mit dem Nordflügel der Partei statt, der drei Tage zuvor in La Versiliana getagt hatte, um eine Rückkehr zum regionalen Föderalismus statt nationalistischer Politik zu fordern. Regionalvertreter, darunter Lombardei-Präsident Attilio Fontana und Senatsfraktionschef Massimiliano Romeo, hatten die Schaffung eines kollektiven Führungsdirektoriums gefordert. Trentino-Präsident Maurizio Fugatti fehlte zum ersten Mal seit 17 Jahren bei der Pinzolo-Kundgebung – aus persönlichen Gründen. Salvini reagierte, indem er Mitglieder der lokalen Trentiner Verwaltung auf die Bühne holte, während er zustimmte, die Entscheidungsfindung auf Regionalpräsidenten, Minister und Bürgermeister auszuweiten.
Wenn alle viel arbeiten und wenig reden, ist das gut für die Lega und für Italien.
- Nordflügel in La Versiliana fordert föderalistische Linie und kollegiale Führung
- Salvini spricht auf der jährlichen Parteikundgebung in Pinzolo
- Lega versammelt sich zur jährlichen nationalen Kundgebung in Pontida
- Parlament stimmt über Gesetzentwurf zum Entzug der Staatsbürgerschaft bei schweren Straftaten ab
Ultimatum zur Vannacci-Allianz
Salvini richtete deutliche Warnungen an General Roberto Vannacci, dessen parlamentarische Verbündete wiederholt gegen Regierungsmaßnahmen gestimmt hatten. Salvini stellte fest, dass mit Vannacci verbündete Abgeordnete gegen den nationalen Wohnungsbauplan gestimmt hatten, der den Umbau von 60.000 leerstehenden öffentlichen Wohnungen vorsieht, sowie gegen Regierungspositionen in Steuerpolitik, öffentlicher Sicherheit und Außenpolitik. Während Salvini betonte, dass das Mitte-rechts-Bündnis mit seiner derzeitigen Konfiguration künftige Wahlsiege erringen könne, bestand er darauf, dass Vannacci formell entscheiden müsse, wo seine politische Loyalität liege. Er erklärte, das Bündnis werde nicht wahllos alle rekrutieren, nur um Stimmen zu gewinnen, und warnte vor Aktionen, die sich mit linken Oppositionsfiguren wie Elly Schlein, Giuseppe Conte, Nicola Fratoianni und Ilaria Salis decken.
Er muss entscheiden, ob er mit Conte und Schlein in der Opposition sein oder dem Mitte-rechts-Bündnis helfen will.
Position gegen deutsche Migrantenrückführungen
Zum Thema Migration lehnte Salvini deutsche Forderungen ab, Überstellungen von Asylsuchenden nach der Dublin-Verordnung zu akzeptieren. Er verknüpfte das Thema mit den maritimen Operationen deutscher Nichtregierungsorganisationen und erklärte, Italien werde keine Migranten aus Berlin aufnehmen, solange Schiffe unter deutscher Flagge gerettete Passagiere in italienische Häfen brächten. Salvini berief sich auf jüngste Ankündigungen der neuen ungarischen Regierung unter Péter Magyar, die von der Ablehnung undokumentierter Ankünfte sprachen, und argumentierte, Italien solle eine ähnliche Grenzpolitik verfolgen. Salvini kündigte außerdem an, dass ein von der Lega unterstützter Gesetzesvorschlag im Oktober 2026 zur Abstimmung im Parlament kommen werde. Der Gesetzentwurf sieht vor, den Behörden zu ermöglichen, Aufenthaltstitel und Staatsbürgerschaft von Ausländern, die wegen schwerer Straftaten verurteilt wurden, zu entziehen – und damit die derzeitigen Entziehungsbefugnisse über Terrorismusdelikte hinaus auszuweiten.
Deutschland hat kein Recht, auch nur einen einzigen illegalen Einwanderer zu uns zurückzuschicken, solange deutsche NGO-Schiffe im Mittelmeer Tausende illegaler Einreisender in Italien und Europa an Land setzen.
Haushaltsprioritäten und Bankenabgabe
Salvini skizzierte Steuervorschläge für den kommenden nationalen Haushalt, mit Schwerpunkt auf Rentenreform und Steuerschwellen. Er schlug vor, Frühverrentung zu finanzieren – Arbeitnehmern soll ermöglicht werden, drei Jahre vor Erreichen der durch die Fornero-Rentenreform festgelegten Schwelle in Rente zu gehen – durch Abgaben auf überschüssige Bankgewinne. Salvini nannte die Finanzinstitute Unicredit und Intesa als Beitragszahler zu diesen Einnahmezielen. Der Vorschlag sieht auch die Anhebung der maximalen Jahreseinkommensgrenze für das Pauschalsteuersystem für Selbstständige von 85.000 Euro auf 100.000 Euro vor. Salvini wies Vorschläge zurück, die Partei solle sich ausschließlich auf Mailand und die Lombardei konzentrieren, und argumentierte, dass EU-Verordnungen aus Brüssel die primäre Einschränkung der nationalen Wirtschaftspolitik blieben.
- Derzeitige Obergrenze
- 85000 EUR
- Vorgeschlagene Obergrenze
- 100000 EUR


