
Papst Leo XIV. besucht San Marino und spricht vor 60.000 Jugendlichen in Rimini
Papst Leo XIV. unternahm am 22. August 2026 einen Pastoralbesuch in San Marino und Rimini, traf dort die Staatsspitze, sprach vor 60.000 Jugendlichen auf dem Messegelände von Rimini und feierte eine Strandmesse für 25.000 Menschen.
Diplomatischer Auftakt in San Marino
Papst Leo XIV. traf am Morgen des 22. August 2026 per Helikopter in San Marino ein – zum 100. Jahrestag der formellen Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl. Die Capitani Reggenti Alice Mina und Vladimiro Selva hießen den Pontifex gemeinsam mit einer Vatikan-Delegation willkommen, der Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und der Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten, Erzbischof Paul Richard Gallagher, angehörten. Leo XIV. erschien auf dem zentralen Balkon des Palazzo Pubblico, um die Menge auf der Piazza della Libertà zu grüßen – er war der erste Papst und zugleich das erste ausländische Staatsoberhaupt, dem der Zugang zum Balkon gewährt wurde. In seiner Ansprache an die örtlichen Behörden in der Basilika von San Marino lobte der Pontifex das Regierungsmodell des Kleinstaats.
Die Republik San Marino kann ein Laboratorium guter Politik sein, wo man – ohne der Säkularität des Staates Abbruch zu tun – aus den Prinzipien der katholischen Soziallehre schöpfen kann: dem Streben nach dem Gemeinwohl, der universalen Bestimmung der Güter, dem Einklang von Subsidiarität und Solidarität, der sozialen Gerechtigkeit.
Ansprache vor 60.000 Jugendlichen auf dem Messegelände von Rimini
Nach einem privaten Mittagessen mit Augustinerinnen in Pennabilli reiste der Pontifex auf das Messegelände von Rimini zum jährlichen Meeting per l'amicizia fra i popoli, das von der Bewegung Comunione e Liberazione organisiert wird. Rund 60.000 Menschen versammelten sich in den Hallen, wo Leo XIV. gemeinsam mit dem Augustiner-Generalprior Joseph Farrell und Kardinal Jean-Paul Vesco von Algier eine Augustinus-Ausstellung besichtigte. Der Papst führte zudem ein kurzes Gespräch mit dem US-amerikanischen Saxophonisten Louis „Blue Lou" Marini von der Band Blues Brothers. In seiner Rede an die tausenden jungen Katholiken griff der Pontifex eine Botschaft des heiligen Johannes Paul II. zum Frieden auf.
Wenn die Welt von heute etwas braucht, dann ist es Gemeinschaft. Auch heute können wir dieselben Worte wiederholen, und wenn es Gemeinschaft in der Welt gibt, dann beginnt sie bei euch jungen Menschen, denn ihr wisst, wie man mit Freundschaft Gemeinschaft aufbaut, ihr wisst, wie man einander respektiert, um Frieden aufzubauen.
- Ankunft in San Marino und Ansprache vom Balkon des Palazzo Pubblico
- Privates Mittagessen mit Augustiner-Nonnen in Pennabilli
- Ansprache vor 60.000 Teilnehmern des Rimini-Treffens auf der Messe
- Pastoraler Besuch bei 500 hilfsbedürftigen Personen im Dom von Rimini
- Strandmesse für 25.000 Menschen an der Piazzale Boscovich
Begegnung mit hilfsbedürftigen Gruppen im Dom von Rimini
Am späten Nachmittag besuchte Leo XIV. den Dom von Rimini, um 500 hilfsbedürftige, behinderte und arme Menschen zu treffen, die von örtlichen katholischen Hilfswerken betreut werden. Unter den Anwesenden war Gianna, eine seit 1982 auf den Rollstuhl angewiesene Frau, die ein Familienhaus der Gemeinschaft Papst Johannes XXIII. leitet. Insassen des Bezirksgefängnisses Rimini überreichten dem Pontifex eine handgefertigte Truhe mit persönlichen Briefen und Zeugnissen. An der Veranstaltung nahmen der Bischof von Rimini, Nicolò Anselmi, der Präsident der Region Ligurien, Marco Bucci, und der italienische Tourismusminister Giancarlo Mazzi teil.
Strandliturgie und abschließender Appell
Die Reise endete in der Abenddämmerung mit einer Freiluftmesse auf der Piazzale Boscovich am Strand von Rimini, die 25.000 Gläubige anzog. Über 600 Freiwillige koordinierten die Logistik am Ufer, während 354 Priester und Diakone den Gottesdienst konzelebrierten – bekleidet mit Stolen, die mit Motiven aus dem Mausoleum der Galla Placidia aus dem 5. Jahrhundert in Ravenna handbedruckt waren. Die Diözese überreichte dem Papst ein Faksimile des Codex Gradenighiano aus dem 14. Jahrhundert, einer Handschrift von Dantes Göttlicher Komödie; der Pontifex schenkte einen offiziellen Kelch. In seiner Predigt verurteilte Leo XIV. die Finanzsysteme, die Waffenproduktion finanzieren, und forderte eine auf die Menschenwürde ausgerichtete Politik.
Vor Grenzen kommen immer die Menschen.
- Rimini-Treffen auf der Messe
- 60000 Teilnehmer
- Strandmesse an der Piazzale Boscovich
- 25000 Teilnehmer
- Zusammenkunft im Dom von Rimini
- 500 Teilnehmer


