Von 38-Minuten-5 km zu Special Olympics: Fynn Thomes rasanter Aufstieg vor den saarländischen Landesspielen
Ein 18-jähriger autistischer Läufer aus Schmelz-Limbach hat in einem Jahr den Sprung vom Laufenlernen ohne Hinfallen zu einer Goldmedaille geschafft. Nun bereitet er sich auf die nationalen Special Olympics im Saarland vor.
Ein Jahr, das alles veränderte
Fynn Thome aus Schmelz-Limbach war noch nie gerannt, als er sich 2025 für die Special Olympics-Landeswettkämpfe anmeldete. Er und sein Vater Martin begannen gemeinsam zu laufen, startend mit 5-Kilometer-Trainingseinheiten, die etwa 38 Minuten dauerten und Gehpausen erforderten. Thome ist autistisch, und die ersten Läufe waren für beide eine Herausforderung.
Doch es klickte etwas. Thome schloss sich zwei örtlichen Vereinen an und begann regelmäßig mit einer Gruppe im Wald und auf der Bahn zu trainieren. Sein Vater bemerkte eine Verwandlung.
Er wollte plötzlich immer öfter laufen gehen.
Erste Medaillen, neue Freunde
Die Arbeit zahlte sich bei den Landesspielen auf dem Sportcampus Saar in Saarbrücken aus. Thome absolvierte die 5.000 Meter in 25:39 Minuten und gewann die Silbermedaille. Für seinen Vater zählte das Ergebnis weniger als der Fortschritt.
Unser Ziel war, dass Fynn die Strecke läuft, ohne in seinen Gehrhythmus zurückzufallen, unabhängig von der Zeit. Er sah unglaublich glücklich aus, als er die Ziellinie überquerte, und war so stolz, dieses Rennen absolviert zu haben.
Thome knüpfte bei diesen Spielen auch Freundschaften, die bis heute halten.
Vom letzten Platz zu Gold
Im November nominierte Special Olympics Deutschland den jungen Saarländer für die nationalen Spiele im Sportzentrum Coque in Luxemburg. Dieses Rennen wurde sein größter Erfolg: Nach einem schwierigen Start kämpfte er sich vom letzten Platz vor, überholte acht Konkurrenten und sicherte sich das Gold über 1.500 Meter mit einer persönlichen Bestzeit von 6:17 Minuten.
Teamkameraden beschreiben Thome als fürsorglichen Menschen, der andere abseits der Bahn unterstützt.
Heimspiele als nächster Schritt
Nun ist Thome einer von 215 Athletinnen und Athleten aus dem Saarland, die an den nationalen Special Olympics vom 15. bis 20. Juni 2026 teilnehmen werden. Insgesamt werden rund 4.300 Athleten mit geistiger Behinderung in 27 Sportarten antreten – das größte Programm, das es je bei den nationalen Sommerspielen der größten inklusiven Multisportveranstaltung Deutschlands gab.
Ich freue mich schon auf die Special Olympics – auf die Eröffnungsfeier und auf das Laufen.
Für Thome geht es bei den Spielen um viel mehr als Zeiten und Medaillen. Besonders freut er sich darauf, bekannte Gesichter wiederzusehen und neue Leute kennenzulernen; viele Treffen mit Athleten aus ganz Deutschland sind bereits vereinbart. Für ihn verkörpern die Special Olympics Gemeinschaft, Freundschaft und die Erfahrung, gemeinsam über sich hinauszuwachsen.


