
Ryanair senkt Verkehrsziel für das Geschäftsjahr 2027 auf 214 Millionen aufgrund hoher Wintertreibstoffkosten
Ryanair senkte sein Passagierziel für das Geschäftsjahr 2027 um 2 Millionen Reisende, um Winterverluste einzudämmen, da die Spotpreise für europäischen Kerosin 140 Dollar pro Barrel erreichten.
Flottenkapazität und Winterreduzierungen
Ryanair, Europas größte Fluggesellschaft nach Passagieraufkommen, gab am Mittwoch bekannt, dass sie den Flugbetrieb in der kommenden Wintersaison reduzieren wird, um ungesicherte Treibstoffkosten zu begrenzen. Der in Dublin ansässige Carrier senkte sein jährliches Passagierverkehrsziel für das Geschäftsjahr 2027, das im April 2027 endet, von 216 Millionen auf 214 Millionen Passagiere. Die europäische kommerzielle Luftfahrt sieht sich zwischen November und März routinemäßig einer schwächeren Passagiernachfrage gegenüber, was die Wintermonate zu einem traditionell verlustbringenden Zeitraum für Billigfluggesellschaften macht. Ryanair ist hauptsächlich auf dem europäischen Markt tätig, wo die Urlaubsnachfrage nach der sommerlichen Hauptsaison stark zurückgeht. Ryanair erklärte in einer Unternehmensmitteilung, dass die Reduzierung des Treibstoffbedarfs ohne garantierte Preise während dieser unrentablen Wintersaison eine sinnvolle betriebliche Maßnahme sei. Die Fluggesellschaft erwartet, dass diese einmalige Winterflugplanreduzierung ihre saisonalen finanziellen Verluste um 70 bis 100 Millionen Euro senken wird.
- Ursprüngliches Ziel
- 216 Millionen
- Überarbeitetes Ziel
- 214 Millionen
Kerosinabsicherung und Risikoexposition
Die betriebliche Anpassung folgt auf Energiemarktstörungen im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten und den Feindseligkeiten mit dem Iran. Die Spotpreise für Kerosin in Europa liegen nahe 140 Dollar pro Barrel, während Rohöl am Dienstag die Marke von 90 Dollar pro Barrel überschritt. Die europäischen Kerosinpreise haben während des regionalen Konflikts starke Schwankungen erfahren, von 750 Dollar pro Tonne vor Beginn der Feindseligkeiten auf 1.900 Dollar pro Tonne Anfang April und aktuell zwischen 1.200 und 1.400 Dollar pro Tonne. Ryanair unterhält eine Schutzabsicherung, da etwa 80 % seines Kerosinbedarfs bis März 2027 zu etwa 67 Dollar pro Barrel abgesichert sind. Die Exposition auf die verbleibenden ungesicherten 20 % seines Wintertreibstoffbedarfs veranlasste die Gruppe, geplante Flüge zu kürzen, anstatt Kerosin zu den aktuellen Marktpreisen zu kaufen.
- Abgesicherter Satz bis März 2027
- 67 $/Barrel
- Aktueller Kerosinpreis
- 140 $/Barrel
Gewinnerwartungen und Bilanz
Trotz höherer Treibstoffkosten für ungesicherte Mengen bestätigte Ryanair, dass das Unternehmen weiterhin auf Kurs ist, für das Geschäftsjahr 2026/27 einen Jahresgewinn zu erzielen. Der in Dublin ansässige Carrier erklärte, dass der Nettogewinn nach Steuern unter den 2,17 Milliarden Euro liegen werde, die im Geschäftsjahr 2025/26 erzielt wurden, was ein Rekordergebnis für das Unternehmen darstellte. Ryanair machte keine detaillierten Gewinnzahlen für den laufenden Geschäftszeitraum bekannt, außer der Bestätigung, dass der Gewinn unter dem vorherigen Jahreswert liegen wird. Die Fluggesellschaft entschied, dass das Abstellen von Flugzeugen auf ertragsschwachen Strecken Bargeld schont und den Verbrauch von teurem, ungesichertem Treibstoff in Monaten mit geringem Passagieraufkommen vermeidet.
Europäischer Tarifdruck und Wettbewerbsrisiken
Ryanair warnte, dass die Passagierpreise für Kurzstreckenflüge in ganz Europa spürbar steigen werden, wenn die hohen Ölpreise bis zum Sommer 2027 anhalten. Billigfluggesellschaften sind bei Ölpreissprüngen besonders anfällig, da niedrige Basistarife geringere Gewinnmargen bieten, um höhere Betriebskosten aufzufangen. Das Ausmaß der betrieblichen Anpassungen der Fluggesellschaften auf dem europäischen Markt hängt vom Umfang der von den einzelnen Carriern gehaltenen Vorabpreisabsicherungen ab. Ryanair erklärte, dass konkurrierende Fluggesellschaften ohne umfassende Treibstoffabsicherungsvereinbarungen unter Druck geraten, ihre Flugkapazitäten in ihren Netzwerken zu reduzieren. Der irische Carrier fügte hinzu, dass Wettbewerber in den am stärksten gefährdeten finanziellen Positionen den Winterbetrieb möglicherweise nicht vollständig überleben.


