
Deutschland findet dritte Drohne und Sprengstoff nahe Flughafen Leipzig nach mutmaßlicher Sabotage
Deutsche Ermittler haben eine dritte Drohne und rund 50 Gramm militärischen Sprengstoff in der Nähe des Flughafens Leipzig/Halle gefunden, nachdem Anfang August ein Sabotageversuch an einer ukrainischen Frachtmaschine stattgefunden hatte.
Entdeckungen rund um den Flughafen Leipzig
Die deutschen Strafverfolgungsbehörden haben eine dritte Drohne und militärischen Sprengstoff in der Umgebung des Flughafens Leipzig/Halle gefunden und erweitern damit den Umfang der Ermittlungen zu einem Sabotageversuch Anfang August. Das unbemannte Luftfahrzeug wurde am 14. August 2026 auf einem Acker in Kabelsketal, einer Gemeinde, die an die westliche Grenze des Flugplatzes grenzt, lokalisiert. Am 15. August 2026 sicherten Suchtrupps im selben Bereich rund 50 Gramm einer Substanz, die in vorläufigen Analysen als Hexogen, auch bekannt als RDX, identifiziert wurde. Drei Tage zuvor, am 11. August 2026, hatten Sucheinheiten bereits ein Triebwerk und ein Rotorblatt einer unbemannten Drohne geborgen. Die Sender NDR und WDR sowie die Süddeutsche Zeitung berichteten, dass die Sicherheitsbehörden vermuten, die Täter hätten eine Aktion in einem größeren Umfang vorbereitet als zunächst angenommen.
Der ursprüngliche Vorfall am Flughafen
Die Ereignisse begannen in der Nacht zum 4. August 2026, als der Flugbetrieb am Flughafen Leipzig/Halle nach der Entdeckung einer Drohne mit Zünder und Sprengstoff auf dem Vorfeld eingestellt wurde. Sicherheitskräfte stellten fest, dass das Gerät gezielt den Flügel einer geparkten ukrainischen Antonow An-124-Frachtmaschine traf, die für die Lieferung von Militärgütern genutzt wurde. Die Sprengladung zündete aufgrund einer Fehlfunktion des Zündmechanismus nicht. Wenige Minuten später kollidierte eine sich dem Flughafen nähernde DHL-Frachtmaschine in der Nähe des Flughafenzauns mit einem von den Piloten auf 30 Zentimeter geschätzten Objekt. Die DHL-Maschine brach die Landung ab und wich sicher nach Hannover aus, wo Inspektionen strukturelle Schäden am Höhenleitwerk ergaben, während die Drohne selbst zerstört wurde und keine Trümmer geborgen werden konnten.
- Drohne trifft ukrainische Antonow An-124 am Flügel, ohne zu detonieren; DHL-Flug kollidiert mit zweitem Objekt und weicht nach Hannover aus
- Sucheinheiten bergen ein Triebwerk und Rotorblatt einer unbemannten Drohne nahe dem Flughafengelände
- Dritte Drohne wird auf einem Acker in der Gemeinde Kabelsketal entdeckt
- Ermittler sichern rund 50 Gramm des militärischen Sprengstoffs Hexogen in Kabelsketal
- Bundeskanzler Friedrich Merz kündigt an, die Bundesregierung werde förmliche Erkenntnisse zu dem Hybridangriff vorlegen
Kontrollstation in Kursdorf gefunden
Ermittler, die ihre Suche auf die umliegenden Gebiete ausweiteten, identifizierten eine improvisierte Bodenkontrollstation im Dorf Kursdorf, nördlich des Flughafengeländes in Sachsen gelegen. Eine Antenne war mit Klebeband an einem Baum befestigt, zusammen mit zusätzlicher elektronischer Ausrüstung zum Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge. In mehreren Metern Entfernung von der Sendeanlage dokumentierten forensische Teams Spuren von verkohltem Boden und teilweise geschmolzene Metallfragmente. Die Ermittler schätzten, dass es am Ort während oder unmittelbar nach dem Einsatz zu einer Explosion kam. Der Generalbundesanwalt übernahm die Ermittlungen und untersucht den Verdacht des versuchten Sprengstoffanschlags und des gefährlichen Eingriffs in den zivilen Luftverkehr.
Politische Reaktion und Geheimdienstbewertungen
Deutsche Sicherheitsbehörden vermuten, dass russische Geheimdienste, darunter der militärische Nachrichtendienst GRU, den koordinierten Versuch orchestriert haben, obwohl die Regierung keine formelle diplomatische Anklage erhoben hat und Moskau jegliche Beteiligung bestreitet. Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich am 25. August 2026 in Neuhardenberg vor einer Kabinettssitzung zu den Erkenntnissen und erklärte, dass die Regierung bald detaillierte Ergebnisse vorlegen werde.
Wir haben Probleme, die zum Teil von außen kommen und die wir nicht ignorieren können.
Merz erklärte, Deutschland sei zum Ziel hybrider Operationen geworden, und fügte hinzu, dass die Täter zunehmend schwere Sachschäden und Todesopfer in Kauf nähmen. Er bekräftigte, dass Deutschland an seinem außenpolitischen Kurs festhalten und die Ukraine weiterhin unterstützen werde.

