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Konflikte·vor 1 Std.

Russische Raketen und Drohnen treffen Kiew und Dnipro in der Nacht – mindestens 8 Tote und über 60 Verletzte in der gesamten Ukraine

Russland hat in der Nacht eine massive Welle von ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen gegen die Ukraine gestartet, Wohngebäude in Kiew und Dnipro getroffen und landesweit mindestens acht Menschen getötet.

Der nächtliche Angriff

Russland hat in den frühen Morgenstunden des Dienstags einen großangelegten Luftangriff auf die Ukraine gestartet und die Hauptstadt Kiew sowie die zentrale Stadt Dnipro mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen. In fast dem gesamten Land heulten die Luftschutzsirenen. In Kiew, einer Stadt mit drei Millionen Einwohnern, waren im Zentrum schwere Explosionen zu hören. Die Bewohner flohen in U-Bahn-Stationen und Luftschutzbunker, während die Luftabwehr im Einsatz war. In Teilen der Hauptstadt wurden die Strom- und Wasserversorgung kurzzeitig unterbrochen.

Opfer und Schäden in Kiew

In Kiew kamen nach Angaben des Militärverwalters Tymur Tkatschenko mindestens drei Menschen ums Leben, 29 wurden verletzt. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete, dass im Bezirk Podilskyi ein mehrstöckiges Wohnhaus eingestürzt sei und dass Menschen unter den Trümmern vermutet würden. Ein weiterer Angriff beschädigte die oberen Stockwerke eines 15-stöckigen Apartmenthauses. In mehreren Stadtteilen brachen Brände aus, einige davon durch herabfallende Trümmer abgefangener Raketen verursacht. Unter den Verletzten in der Hauptstadt war ein dreijähriges Kind. Bei Tagesanbruch stieg schwarzer Rauch über dem Stadtzentrum auf.

Angriffe auf Dnipro, Charkiw und Saporischschja

In Dnipro meldeten die örtlichen Behörden mindestens fünf Tote und 25 Verletzte, von denen 23 im Krankenhaus behandelt wurden, darunter ein 13-jähriges Mädchen. In der ostukrainischen Stadt Charkiw sagte der Bürgermeister, mindestens zehn Menschen seien verletzt worden. Der Gouverneur des Gebiets Charkiw meldete ebenfalls Opfer, darunter ein 11-jähriges Mädchen. Auch die südliche Stadt Saporischschja wurde angegriffen. Die ukrainische Luftwaffe bestätigte, dass Russland bei den Angriffen ballistische Raketen und Marschflugkörper eingesetzt hat.

Polen alarmiert Kampfjets

Im Nachbarland Polen gab das Militär auf X bekannt, dass die Luftverteidigung in Alarmbereitschaft versetzt und Militärflugzeuge als Reaktion auf die russischen Angriffe aufgestiegen seien. Kampfjets von NATO-Partnern waren bei großangelegten Angriffen auf die Ukraine gelegentlich in der Luft.

Selenskyjs Vorwarnung

Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte seit Ende letzter Woche wiederholt gewarnt, dass die Geheimdienste auf einen bevorstehenden massiven russischen Angriff hindeuteten. In einer Videoansprache am Samstag sagte er, die Geheimdienstinformationen über einen möglichen großangelegten Angriff seien weiterhin aktuell, und forderte die Ukrainer auf, die Luftalarme nicht zu ignorieren. Am Montagabend wiederholte er die Warnung und sagte, ein massiver Angriff sei möglich und Russland habe ihn vorbereitet. Er räumte auch ein, dass ein Mangel an Lieferungen westlicher Verbündeter die Verteidigung gegen ballistische Raketen und Marschflugkörper behindere.

Die Geheimdiensthinweise auf russische Angriffe bleiben in Kraft. Ein massiver Schlag ist möglich, sie haben dies vorbereitet.

Hintergrund und russische Warnungen

Der nächtliche Angriff erfolgte etwa zehn Tage nach dem letzten großen russischen Raketen- und Drohnenangriff auf Kiew. Letzte Woche hatte Moskau gewarnt, es bereite „systematische Angriffe“ auf militärische Ziele und Entscheidungszentren in Kiew vor, eine Reaktion auf einen Drohnenangriff im vergangenen Monat auf ein Wohnheim in der von Russland besetzten Region Luhansk, bei dem 21 Menschen getötet wurden. Die Ukraine bestritt, diesen Angriff durchgeführt zu haben. Keine der Angaben zu Opferzahlen oder Behauptungen konnten unabhängig überprüft werden.

Ablauf des nächtlichen Angriffs und der vorausgegangenen Warnungen
  1. Russland warnt vor ‚systematischen Angriffen‘ auf militärische Ziele und Entscheidungszentren in Kiew.
  2. Selenskyj sagt, die Geheimdienstinformationen über einen möglichen massiven Angriff seien ‚weiterhin aktuell‘ und fordert die Ukrainer auf, die Luftalarme nicht zu ignorieren.
  3. Selenskyj wiederholt die Warnung in seiner abendlichen Ansprache: ‚Ein massiver Schlag ist möglich, sie haben dies vorbereitet.‘
  4. In der Nacht: Russland startet ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen gegen Kiew, Dnipro, Charkiw und Saporischschja. Polen alarmiert Kampfjets.
Kiew · Dnipro · Charkiw · Saporischschja

8 Quellen

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