Makroökonomie · Moskau und Hongkong

Russlands Zentralbank verkauft zum zweiten Quartal in Folge Gold, um ihr Kriegsdefizit zu finanzieren

Russland hat im dritten Quartal 2026 mehr Gold verkauft als jede andere Zentralbank und griff dafür auf seine Reserven zurück, um ein kriegsbedingtes Haushaltsdefizit zu decken. Größter Käufer war China, das seine Reserven um 63,14 Tonnen aufstockte.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Ziare.com, Stirile ProTV, rmf24.pl und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Moskau, Hongkong · Russland, China
Wie es dazu kam
  1. 1998Die Zentralbank verkauft während der Finanzkrise innerhalb von drei Monaten 118 Tonnen Gold
  2. Anfang 2022Russland hält vor dem Einmarsch in die Ukraine etwa 2.300 Tonnen Gold
  3. Q2 2026Die Goldreserven sinken im Quartal um 21,77 Tonnen
  4. Q3 2026Die Zentralbank verkauft 18,66 Tonnen Gold

Zweites Quartal in Folge als größter Verkäufer

Die russische Zentralbank hat im dritten Quartal 2026 insgesamt 18,66 Tonnen Gold verkauft und war damit zum zweiten Mal in Folge der größte Verkäufer unter den Zentralbanken. Das geht aus Daten des World Gold Council hervor, die die Moscow Times zitiert. Weltweit kauften die Zentralbanken im selben Zeitraum 321,2 Tonnen, 42 % mehr als ein Jahr zuvor. Russland gehörte zu den wenigen Instituten, die ihre Bestände abbauten, und seine Verkäufe übertrafen die der übrigen bei Weitem. Die Zentralbank Kirgisistans verkaufte 0,95 Tonnen, Deutschland, Singapur und Mexiko kamen auf 0,19, 0,08 und 0,02 Tonnen.

Goldverkäufe der Zentralbanken im Q3 2026Tonnen
Russland
18.66 Tonnen
Kirgisistan
0.95 Tonnen
Deutschland
0.19 Tonnen
Singapur
0.08 Tonnen
Mexiko
0.02 Tonnen

Daten aus dem Artikeltext

Käufer angeführt von China und Polen

Die People's Bank of China war der größte Käufer und stockte ihre Reserven um 63,14 Tonnen auf. Die polnische Zentralbank kaufte im selben Quartal 40,45 Tonnen, Usbekistan und Kasachstan legten 14,45 beziehungsweise 13,52 Tonnen zu. Diese Käufe liefen parallel zu den russischen Verkäufen, sodass im selben Quartal Gold aus einem Reservepool abfließt, während es in mehrere andere hineinfließt. Ein Teil des russischen Goldes erreicht zudem China. Die Moscow Times berichtete, dass zwischen Januar und Juli 2026 rund 100 Tonnen Gold russischer Herkunft nach Hongkong gelangten – etwa dreimal so viel wie in den gleichen Monaten des Vorjahres.

Goldkäufe der Zentralbanken im Q3 2026Tonnen
China
63.14 Tonnen
Polen
40.45 Tonnen
Usbekistan
14.45 Tonnen
Kasachstan
13.52 Tonnen

Daten aus dem Artikeltext

Haushaltsdefizit steht hinter den Verkäufen

Die Verkäufe erfolgen als „Spiegelungs“-Operationen, die Transaktionen des Finanzministeriums abbilden; das Ministerium hat Gold aus dem Nationalen Wohlfahrtsfonds genutzt, um die Haushaltslücke zu schließen. Die Zentralbank verkauft seit zehn Monaten in Folge Gold. Das föderale Defizit erreichte in diesem Jahr 7,3 Billionen Rubel, umgerechnet etwa 89,7 Mrd. Dollar, und liegt seit Beginn des Krieges in der Ukraine bei über 22 Billionen Rubel, rund 270,8 Mrd. Dollar. Im Oktober erklärte der ukrainische Auslandsgeheimdienst, 65 russische Regionen bereiteten für 2027 bis 2029 Ausgabenkürzungen vor; die regionalen Defizite zusammen werden auf rund 10,5 Mrd. Dollar geschätzt.

Reserven und der Vergleich mit 1998

Im vorangegangenen Quartal waren Russlands Goldreserven um 21,77 Tonnen gesunken. Die eigene Statistik der Zentralbank weist zwischen Dezember und September einen Rückgang von 2 Mio. Feinunzen aus, etwa 62 Tonnen. Die Moscow Times beschreibt die aktuellen Verkäufe als den größten Abbau russischer Goldbestände seit 1998, als die Regierung den Staatsbankrott erklärte und das Land von einer Finanzkrise erfasst wurde. Damals verkaufte die Zentralbank innerhalb von drei Monaten 118 Tonnen. Ein Teil dieses Goldes wurde später zurückgekauft, die Reserven lagen am Jahresende rund 50 Tonnen niedriger. Vor dem Einmarsch in die Ukraine Anfang 2022 hielt Russland etwa 2.300 Tonnen – der fünftgrößte Bestand unter den Zentralbanken.

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