
Russische Angriffe treffen ukrainisches Energienetz und töten fünf Menschen in elf Regionen
Russische Streitkräfte haben in der Nacht 188 Kampfdrohnen und ballistische Raketen auf ukrainische Energieanlagen abgefeuert. Mindestens fünf Menschen starben, in sechs Regionen fiel der Strom aus – kurz vor Beginn der winterlichen Heizsaison.
Nächtlicher Raketen- und Drohnenbeschuss
Russische Streitkräfte führten in der Nacht zum Mittwoch einen koordinierten Angriff auf die gesamte Ukraine aus und setzten dabei ballistische Raketen, Anti-Schiff-Raketen und 188 Shahed-Kampfdrohnen ein. Die ukrainischen Luftstreitkräfte registrierten den Einsatz von Zirkon- und Onyx-Anti-Schiff-Raketen sowie von Iskander-M- und S-400-Systemen. 86 der eingesetzten Shahed-Drohnen waren düsengetriebene Modelle, die schneller fliegen als die Standardvarianten mit Propellerantrieb. Die Angriffe richteten sich ab Dienstagabend gegen elf Regionen und trafen Energieanlagen, Wohngebäude, zivile Unternehmen und die Eisenbahninfrastruktur.
- Shahed-Drohnen insgesamt
- 188 Drohnen
- Düsengetriebene Varianten
- 86 Drohnen
Zivile Opfer und Zerstörung von Wohngebäuden
Die Zahl der Opfer erreichte landesweit mindestens fünf Tote und 14 Verletzte, wie aus den von Präsident Volodymyr Zelenskyy veröffentlichten Zahlen hervorgeht. In der Stadt Wyschhorod in der Region Kiew bargen Rettungskräfte den Leichnam eines Kindes aus den Trümmern eines zerstörten Privathauses. Retter in Wyschhorod befreiten drei Überlebende aus den Trümmern, darunter ein Kind mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma, einen Mann mit Splitterwunden am Kopf und eine Frau mit Beinverletzungen. In der Hauptstadt meldeten die Militärbehörden zwei getötete und vier verletzte Frauen; im Bezirk Swjatoschynskyj wurden Brände in Privathäusern, einem Lagerhaus und einem Geschäft gemeldet. Frühere Berichte regionaler Beamter und lokaler Behörden gingen zunächst von einem bis vier Todesopfern aus.
Störung des Energienetzes und Reparaturarbeiten
Der Beschuss war nach Angaben von Premierminister Serhij Korecki der erste kombinierte Angriff auf das ukrainische Energienetz seit dem Ende der vergangenen Heizsaison.
Seit dem Sommer ist praktisch kein Tag vergangen, an dem der Feind nicht die Energieinfrastruktur angegriffen hat. Ein derart massiver und komplexer Angriff ereignete sich jedoch zum ersten Mal seit dem Ende der vergangenen Heizsaison.
Der Übertragungsnetzbetreiber Ukrenerho meldete Stromausfälle am Morgen in Kiew und fünf Regionen: Kiew, Dnipropetrowsk, Donezk, Sumy und Charkiw. Der private Energieversorger DTEK stellte die Stromversorgung für mehr als 8.000 Kunden am linken Ufer Kiews wieder her, während die Notfallteams die Reparaturen fortsetzten. Der Generaldirektor von Centrenerho, Serhij Isaczenko, erklärte, die Spezialisten würden mit den Reparaturen beginnen, sobald es die Sicherheitslage vor Ort erlaube. Ukrenerho ergänzte, die landesweite Stromnachfrage sei in den Tagen zuvor gesunken, weil klares, sonniges Wetter die private Solarstromerzeugung auf den Dächern begünstigt habe.
- Russische Angriffe beginnen gegen Infrastruktur in elf Regionen der Ukraine.
- Raketen und Drohnen treffen Energieanlagen in Kiew und Wohngebäude in Wyschhorod.
- Ukrenerho meldet Stromausfälle in sechs Regionen, während DTEK 8.000 Kunden wieder anschließt.
- Behörden bestätigen landesweit fünf Tote und 14 Verletzte, Reparaturteams werden entsandt.
Verteidigungsmaßnahmen und internationale Reaktionen
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, seine Streitkräfte hätten Energieanlagen im Zusammenhang mit der ukrainischen Militärproduktion angegriffen, ebenso eine Kommunikationseinrichtung in Kiew und die Hafeninfrastruktur in Ismajil. Präsident Zelenskyy wies darauf hin, dass auch kritische Infrastruktur in den Regionen Schytomyr, Mykolajiw, Kirowohrad und Riwne getroffen wurde; Schäden wurden zudem in Odesa, Cherson und Tscherkassy registriert.
Jede abgefangene Rakete rettet tatsächlich Leben. Und je näher der Winter rückt, desto mehr brauchen wir diesen Schutz. Wir müssen alles tun, damit die russische Strategie des ballistischen und Drohnen-Terrors nicht die erwarteten Ergebnisse bringt.
Zelenskyy bestätigte, dass die ukrainische Luftverteidigung mehrere ballistische Raketen abfing, und führte dies auf die jüngsten Lieferungen westlicher Abfangraketen zurück. In Brüssel warnte der belgische Verteidigungsminister Theo Francken, Europa drohten in den kommenden Monaten mögliche hybride Bedrohungen, und drängte auf eine beschleunigte Produktion von Luftverteidigungssystemen. Premierminister Korecki wies die regionalen Behörden an, die Notstromaggregate an kritischen Standorten zu überprüfen, bevor die winterlichen Temperaturen einsetzen.

