
Rumänische Abgeordnete wollen separate Aufnahmeprüfungen an Gymnasien verschieben oder abschaffen
Am 19. August 2026 wurden drei parlamentarische Initiativen eingereicht, um das Gesetz von 2023 zu verschieben oder aufzuheben, das Gymnasien unabhängige Aufnahmeprüfungen für bis zu 50 % der Plätze ermöglicht.
Konkurrierende parlamentarische Vorschläge
Am 19. August 2026 reichten rumänische Abgeordnete drei separate Gesetzesinitiativen ein, um die Einführung unabhängiger Aufnahmeprüfungen an Gymnasien zu stoppen oder zu verschieben. Nach dem Gesetz über die voruniversitäre Bildung von 2023 erhielten einzelne Gymnasien das Recht, ab dem Schuljahr 2026–2027 eigene Aufnahmetests für bis zu 50 % ihrer verfügbaren Plätze zu organisieren. Die Oppositionspartei Rettet Rumänien Union (USR) brachte über die Abgeordnete Corina Atanasiu und Senator Ștefan Pălărie einen Gesetzentwurf ein, der den parallelen Aufnahmemechanismus vollständig aufheben und das alleinige computergestützte Zuteilungssystem auf der Grundlage der Nationalen Bewertung beibehalten soll.
Im Gegensatz dazu schlugen Mitglieder der Regierungskoalition Aufschübe statt einer vollständigen Abschaffung vor. Die Abgeordnete der Nationalliberalen Partei (PNL), Raluca Turcan, reichte einen Gesetzentwurf ein, der eine Verschiebung um vier Jahre vorsieht, mit der Begründung, dass das Testmodell nur für Kohorten gelten sollte, die im Schuljahr 2026–2027 in die fünfte Klasse eintreten, wodurch die Umsetzung auf 2030 verschoben würde. In der Zwischenzeit legte der Abgeordnete der Sozialdemokratischen Partei (PSD) und Vorsitzende des Bildungsausschusses, Mihai Ghigiu, einen Gesetzesentwurf vor, der eine zweijährige Verzögerung vorsieht, und erklärte, dass die derzeitige Methodik nicht das Vertrauen der Bürger wecke.
- PSD-Vorschlag (Mihai Ghigiu)
- 2 Jahre
- PNL-Vorschlag (Raluca Turcan)
- 4 Jahre
Position des Ministeriums und rechtlicher Rahmen
Der umstrittene Rahmen erlaubt es Gymnasien, Bewerber in maximal zwei Fächern zu testen, beschränkt auf Schüler, die in jedem Fach der obligatorischen Nationalen Bewertung mindestens die Note 5 erreichen. Während das Bildungsministerium kürzlich einen ministeriellen Verordnungsentwurf zur öffentlichen Konsultation über Testkalender und -fächer veröffentlichte, erklärte Bildungsminister Mihai Dimian, dass Rumänien nicht auf die zweite Prüfungsebene vorbereitet sei. Dimian stellte in den sozialen Medien fest, dass die Schulverwaltungsräte die lokalen Aufnahmekriterien festlegen, nicht das Ministerium.
Wir sind nicht wirklich bereit für einen solchen Aufnahmewettbewerb. Ich meine als System, als Gesellschaft, nicht als Ministerium.
Dimian räumte ein, dass profilbezogene Tests es den Schülern zwar ermöglichen, Kenntnisse in relevanten Fächern wie Chemie oder Biologie nachzuweisen, alternative Bewertungsmethoden während des Gymnasiums jedoch dasselbe Ziel ohne eine zweite Prüfung erreichen könnten.
Elternverbände und Gerechtigkeitsbedenken
Elternverbände und Schülerorganisationen haben das dezentrale Testmodell scharf kritisiert und auf strukturelle Schwachstellen bei der Bewertungsintegrität und sozialen Gerechtigkeit hingewiesen. Cătălin Viorel Nan, Präsident des Nationalen Elternverbands EDUPAR, stellte fest, dass die derzeitigen Vorschriften keine obligatorische Audio-Video-Überwachung vorsehen, keine strenge Anonymisierung der Arbeiten gewährleisten und Lehrern mit familiären Bindungen zu Kandidaten erlauben, in Prüfungskommissionen zu sitzen. USR-Vertreter und Elternverbände erklären, dass parallele Tests die Nachfrage nach Nachhilfeunterricht steigern und Kandidaten aus ländlichen Gebieten oder einkommensschwächeren Familien systematisch benachteiligen würden.
Ein von den Gymnasien organisierter Auswahltest, zusätzlich zur Nationalen Bewertung, würde eines der schwerwiegendsten Probleme des rumänischen Schulwesens verschärfen: den Mangel an Chancengleichheit.
Reaktionen der Gymnasien und Ideen zur Schulbezirkseinteilung
Auch der institutionelle Widerstand unter den prominenten Gymnasien ist gewachsen. Liliana Zacheievici, Direktorin des Nationalkollegs Mihai Viteazul in Bukarest, deutete an, dass ihre Einrichtung wahrscheinlich darauf verzichten werde, den separaten Aufnahmewettbewerb zu organisieren, und bezeichnete den aktuellen Vorschlag als eine nicht umsetzbare Mischform. Klassenlehrer haben alternative Modelle vorgeschlagen, darunter Vorschläge, Schüler auf der Grundlage der Wohnortnähe anstelle von Prüfungsstufen den Gymnasien zuzuweisen, um Vetternwirtschaft einzudämmen und den Bildungszugang über die Bezirke hinweg zu verbessern.
- Das Gesetz über die voruniversitäre Bildung führt unabhängige Aufnahmeprüfungen an Gymnasien ein
- Parlamentsparteien reichen drei konkurrierende Gesetzentwürfe zur Verschiebung oder Abschaffung der Prüfung ein
- Ursprüngliches Schuljahr, in dem die Aufnahmeprüfungen an Gymnasien eingeführt werden sollten
- Umsetzungsjahr gemäß dem vierjährigen Verschiebungsvorschlag der PNL


