
Ségolène Royal tritt in die sozialistische Vorwahl zur französischen Präsidentschaft ein
Die ehemalige Ministerin und Präsidentschaftskandidatin von 2007, Ségolène Royal, gab am Freitag auf X bekannt, dass sie an der Herbstvorwahl des Bündnisses aus Sozialistischer Partei und Place publique teilnehmen wird. Damit ist sie die erste erklärte Kandidatin für die Nominierung des Blocks.
Die Ankündigung
Am Freitag, den 10. Juli 2026, gab Ségolène Royal, ehemalige Ministerin und Präsidentschaftskandidatin der Sozialistischen Partei im Jahr 2007, offiziell ihre Kandidatur für die Mitte-Links-Nominierung bekannt. Sie verbreitete die Nachricht in einem Beitrag auf X, der früher als Twitter bekannten Plattform, und bezog sich dabei auf umfangreiche Gespräche mit Bürgern, gewählten Amtsträgern, Geschäftsleuten und Verbandsmitgliedern.
Ich habe mich entschieden, an der Vorwahl teilzunehmen, nach vielen Gesprächen mit Menschen, die ich getroffen habe, gewählten Amtsträgern, Bürgern, die in Verbänden aktiv sind, und Unternehmen.
Ihre Erklärung, die sofort von mehreren französischsprachigen Nachrichtenportalen aufgegriffen wurde, beendet wochenlange Spekulationen über ihre politische Zukunft und macht sie zur ersten prominenten Persönlichkeit, die ihre Kandidatur für die Vorwahl des Blocks erklärt.
Regeln der Vorwahl
Die Vorwahl ist für den Herbst 2026 geplant, das genaue Datum steht jedoch noch nicht fest. Die Regeln wurden Anfang des Jahres durch eine Abstimmung der Mitglieder der Parti Socialiste (PS) festgelegt, die einen gemeinsamen Mechanismus mit Raphaël Glucksmanns Place publique befürworteten. Die beiden Parteien sind Teil dessen, was sie als „espace socialiste“ bezeichnen, ein Bündnis, das einen einzigen Kandidaten für die nächste Präsidentschaftswahl hervorbringen soll. Nach den genehmigten Regeln wird der Gewinner der Vorwahl der gemeinsame Kandidat beider Formationen sein – ein Schritt, der eine Spaltung der Mitte-Links-Stimmen im ersten Wahlgang verhindern soll.
Royals politisches Kapital
Royal bringt einen erheblichen Bekanntheitsgrad in den Wettbewerb ein. Sie führte die PS im Präsidentschaftswahlkampf 2007 an, zog in die Stichwahl gegen Nicolas Sarkozy ein und erzielte in dieser zweiten Runde 46,9 % der Stimmen. Im Laufe ihrer Karriere war sie Ministerin in mehreren Regierungen und ist eine sichtbare Stimme in der Umwelt- und Sozialpolitik geblieben. Ihre Kandidatur wird voraussichtlich große mediale Aufmerksamkeit erregen und könnte die Dynamik in einem Feld verändern, das voraussichtlich viele Mitte-Links-Hoffnungsträger umfassen wird.
Das linke Puzzle
Die Vorwahl findet in einem politischen Umfeld statt, das sich stark von Royals früherem Präsidentschaftswahlkampf unterscheidet. Place publique, 2019 von Glucksmann gegründet, hat sich als proeuropäische progressive Kraft positioniert, die sich von der traditionellen PS unterscheidet, deren Wählerunterstützung in den letzten Wahlzyklen zurückgegangen ist. Die gemeinsame Vorwahl gilt als Test dafür, ob die beiden Parteien interne Spaltungen überbrücken und eine glaubwürdige Alternative in der Mitte-Links-Position aufstellen können. In der Zwischenzeit hat Marine Le Pen bereits offiziell ihre Kandidatur für die extreme Rechte erklärt, wobei Le Soir ihren Eintritt als das Erscheinen eines neuen „Menhirs“ der extremen Rechten beschrieb, was die Dringlichkeit für die Linke erhöht, einen einigenden Kandidaten zu finden.
Wie es weitergeht
Royals Ankündigung läutet die Vorwahlsaison ein. Noch hat kein anderer Kandidat offiziell seinen Hut in den Ring geworfen, aber es wird erwartet, dass in den kommenden Wochen mehrere Namen auftauchen werden, sowohl aus der PS als auch aus Place publique und möglicherweise von außerhalb. Die Herbstabstimmung wird ein entscheidender Moment für die französische Linke sein, da sie bestimmt, wer das Mitte-Links-Banner in eine Präsidentschaftswahl tragen wird, die bereits durch Le Pens Kandidatur und die allgemeine Fragmentierung der französischen Politik geprägt ist.

