Sally Rooney zieht ihre Bücher wegen Unterstützung für Palestine Action aus dem britischen Verkauf zurück
Faber wird Sally Rooneys Bücher in Großbritannien nicht mehr in jeglicher Form vertreiben, teilten die Autorin und der Verlag am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, mit. Rooney erklärt, ihre Unterstützung für die verbotene Gruppe Palestine Action mache weitere Verkäufe in Großbritannien zu einem rechtlichen Risiko.
Faber stoppt Vertrieb in Großbritannien
Die irische Romanautorin Sally Rooney und ihr Verlag Faber gaben am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, bekannt, dass Faber den Vertrieb ihrer Bücher in Großbritannien in jeglicher Form einstellen wird. Rooney erklärte in einer dem Guardian vorliegenden Stellungnahme, sie könne keine Tantiemen aus britischen Verkäufen mehr erhalten, weil sie Palestine Action öffentlich unterstütze. Nach geltendem britischem Recht darf Faber ihr die Einnahmen aus Großbritannien nicht auszahlen, und der Verlag erklärte, die Entscheidung sei in vollem Einvernehmen mit der Autorin getroffen worden. Rooneys Stellungnahme benannte das Risiko in aller Deutlichkeit: Die Erfüllung von Verträgen zur Veröffentlichung ihrer Werke in Großbritannien könne nun eine Straftat darstellen.
In der Folge könnte die Erfüllung von Verträgen zur Veröffentlichung meiner Arbeit in Großbritannien nun eine schwere Straftat darstellen.
Wie es zu dem Verbot kam
Die britische Regierung stufte Palestine Action im Juli 2025 als terroristische Organisation ein. Rooney veröffentlichte im darauffolgenden Monat einen Meinungsbeitrag, in dem sie erklärte, sie wolle die Gruppe weiterhin unterstützen; diese sei in der Republik Irland, wo sie lebt, nicht verboten. Zuvor hatte sie angekündigt, die Erlöse aus ihren Verkäufen an die Gruppe weiterzuleiten. Der Guardian berichtete, sie habe eine Reise nach Großbritannien zur Entgegennahme einer Auszeichnung abgesagt, aus Furcht vor einer Festnahme. Im November 2025 erklärte sie, sie sei sich fast sicher, dass sie in Großbritannien keine neuen Werke mehr veröffentlichen oder produzieren könne, solange das Verbot in Kraft bleibe, da ihre britischen Verlage unsicher seien, ob sie sie bezahlen dürften.
- Die britische Regierung verbietet Palestine Action als terroristische Organisation
- Rooney veröffentlicht einen Meinungsbeitrag, in dem sie erklärt, Palestine Action weiterhin zu unterstützen
- Rooney erklärt, sie sei sich fast sicher, keine neuen Werke mehr in Großbritannien veröffentlichen zu können
- Faber kündigt an, Rooneys Bücher nicht mehr in Großbritannien zu vertreiben
Rechtliche Anfechtung und Meinungsfreiheit
Rooney hat beim High Court eine Zeugenaussage zur Unterstützung einer Klage gegen das Verbot eingereicht. Darin warnte sie vor den Folgen des Verbots für die Meinungsfreiheit. Sie erklärte, sollte die Gruppe zum Erscheinen ihres nächsten Buches noch verboten sein, werde das Buch weltweit, nicht aber in Großbritannien erhältlich sein, weil dort niemand es veröffentlichen dürfe. Zudem warnte sie, ihre Bücher könnten aus britischen Läden verschwinden und neue Werke könnten von einer Veröffentlichung in Großbritannien ausgeschlossen werden.
Starke Verkaufszahlen in Großbritannien und BBC-Adaptionen
Rooneys Bücher verkauften sich in Großbritannien vor dem Verbot sehr gut. Normal People hat sich mehr als eine Million Mal verkauft, Conversations with Friends und Beautiful World, Where Are You jeweils mehr als 500.000 Mal. Die BBC verfilmte Normal People und Conversations with Friends für das Fernsehen. Normal People war 2020 die meistgestreamte Serie des Senders, mit 62,7 Millionen Aufrufen. Rooney erklärte, der unabhängige Produzent dieser Adaptionen habe sie auf das rechtliche Risiko jeglicher Zahlungen für die Serien hingewiesen, die beide vor dem Verbot ausgestrahlt wurden.
Die Haltung der Autorin
Rooney beschrieb sich in ihrer Stellungnahme als jemanden, der die Öffentlichkeit offen über ihre Überzeugungen und Absichten informiert habe. Sie sei vollauf bereit, die Konsequenzen ihrer Haltung zu tragen.
Ich habe alles unternommen, um die Öffentlichkeit ehrlich über meine Überzeugungen und Absichten zu informieren, und ich bin vollauf bereit, die Konsequenzen zu tragen.
Der Irish Independent berichtete, er habe Faber und Rooney um eine Stellungnahme zu der Entscheidung gebeten.