
80 Fentanyl-Ampullen aus Krankenhaus in Rom gestohlen – Regierung beruft Krisensitzung ein
Das Verschwinden von 80 Fentanyl-Ampullen aus dem Israelitischen Krankenhaus in Rom könnte 20.000 illegale Dosen hervorbringen. Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat eine Dringlichkeitssitzung einberufen und eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet.
Der Diebstahl
Aus dem Apothekensafe des Israelitischen Krankenhauses im römischen Stadtteil Magliana wurden 80 Ampullen des synthetischen Opioids Fentanyl entwendet. Krankenhausmitarbeiter schlugen Alarm und informierten umgehend die Carabinieri. Bei ihrem Eintreffen stellten die Beamten keine Anzeichen für einen gewaltsamen Einbruch am Safe fest. Der Schlüssel sei nach Angaben des Krankenhauses von mehreren Mitarbeitern benutzt worden. Die gestohlene Menge reicht aus, um bis zu 20.000 Dosen für den illegalen Konsum herzustellen. Die italienische Tageszeitung Il Messaggero berichtete zuerst über das Verschwinden; die Behörden prüfen die Möglichkeit eines Auftragsdiebstahls mit dem Ziel, das Opioid auf dem Schwarzmarkt weiterzuverkaufen.
Krisenreaktion
Das Büro von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni berief am 3. Juli eine dringende Sitzung ein, die von Kabinettssekretär Alfredo Mantovano geleitet wurde. Unter den Teilnehmern waren der Stabschef des Gesundheitsministeriums, der Direktor der Zentraldirektion für Anti-Drogen-Dienste, der Generaldirektor der Gesundheitsdirektion der Region Latium sowie Vertreter der Abteilung für Suchtpolitik.
Nach dem Diebstahl von 80 Fentanyl-Ampullen, mit denen rund 20.000 illegale Dosen hergestellt werden können, zeigt der Palazzo Chigi große Besorgnis über das verantwortungslose Verhalten derjenigen, die für die Sicherheit dieser Substanzen zu sorgen haben.
In der Sitzung bekräftigten die Teilnehmer die Notwendigkeit, die bestehenden Protokolle für risikoreiche Arzneimittel durchzusetzen, um die öffentliche Gesundheit zu schützen und ähnliche Vorfälle zu verhindern. Das Gesundheitsministerium ordnete umgehend eine Inspektion des Krankenhauses an, während die Carabinieri NAS (Gesundheits- und Hygienepolizei) Ermittlungen einleiteten.
Ermittlungen
Die Staatsanwaltschaft Rom hat ein Verfahren wegen Diebstahls und Besitzes von Betäubungsmitteln in der Absicht des Weiterverkaufs eröffnet. Die Ermittlungen werden von der NAS-Einheit geführt; ein erster Bericht wurde bereits den Justizbehörden vorgelegt. In den kommenden Tagen wird der Anti-Fentanyl-Überwachungsausschuss des Palazzo Chigi erneut zusammentreten, um sicherzustellen, dass alle relevanten Stellen die erforderlichen Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen anwenden.
Die Gefahr von Fentanyl
Fentanyl ist ein synthetisches Opioid, das erstmals in den 1960er Jahren entwickelt wurde und medizinisch zur Behandlung starker Schmerzen und als Narkosemittel eingesetzt wird. Seine Wirksamkeit ist 50- bis 100-mal höher als die von Morphin und etwa 50-mal höher als die von Heroin.
Fentanyl ist 100-mal wirksamer als Morphin. Eine höhere pharmakologische Wirksamkeit ist mit einer deutlich höheren Toxizität verbunden.
Bereits eine Dosis von 2 Milligramm kann für die meisten Erwachsenen tödlich sein; die typische Todesursache bei einer Überdosis ist eine Atemdepression. Der illegale Konsum von Fentanyl hat in den Vereinigten Staaten epidemische Ausmaße angenommen; Italien hat kürzlich einen nationalen Präventionsplan gegen den missbräuchlichen Gebrauch verabschiedet.


