
Bundesrichter blockiert Trumps 100.000-Dollar-H-1B-Visumgebühr als illegale Steuer
Ein Bundesrichter in Boston entschied, dass die Gebühr eine Steuer ist, die der Kongress nie genehmigt hat – ein Schlag gegen Trumps Einwanderungsagenda.
Das Urteil
Der US-Bezirksrichter Leo Sorokin in Boston kippte die von der Trump-Administration verhängte 100.000-Dollar-Gebühr für neue H-1B-Visumanträge und stellte fest, dass es sich um eine verfassungswidrige Steuer handelt. Das Urteil vom 8. Juni gewährt eine einstweilige Verfügung, die von 20 demokratischen Staatsjustizministern beantragt wurde. Sie argumentierten, dass die Gebühr ihre Fähigkeit, Fachkräfte an öffentlichen Hochschulen und Krankenhäusern einzustellen, stark beeinträchtige. Sorokin erklärte, dass allein der Kongress die Steuerhoheit besitze und die Proklamation des Präsidenten vom September 2025 seine Befugnisse überschritten habe.
Hier zeigen das Wesen und die Anwendung der 100.000-Dollar-Zahlung, dass es sich um eine Steuer handelt, unabhängig davon, wie die Zahlung genannt wird.
Sorokin, ein von Obama ernannter Richter, stützte sich auf zwei Präzedenzfälle des Obersten Gerichtshofs: die Entscheidung von 2012, die die individuelle Krankenversicherungspflicht des Affordable Care Act als Steuer einstufte, und das Urteil von 2026, das Trumps weltweite Zölle blockierte, weil der Kongress sie nicht genehmigt hatte.
Ein dramatischer Rückgang der Anträge
Das H-1B-Programm erlaubt bis zu 85.000 Neueinstellungen pro Jahr (65.000 Basisplätze plus 20.000 für Inhaber eines fortgeschrittenen Abschlusses) und gewährt eine Arbeitserlaubnis für drei Jahre, verlängerbar auf sechs. Vor Trumps Maßnahme zahlten Arbeitgeber insgesamt etwa zwischen 2.000 und 5.000 Dollar an Gebühren. Die 100.000-Dollar-Gebühr ließ die Nachfrage einbrechen: Bis zum 15. Februar 2026 gingen bei der USCIS nur 85 Zahlungen ein.
- Gebühr vor Trump (obere Grenze)
- 5000 $
- Trumps Gebühr
- 100000 $
Widersprüchliche Gerichtsentscheidungen
Sechs Monate zuvor war ein Bundesrichter in Washington, D.C., zur gegenteiligen Auffassung gelangt. Im Dezember 2025 bestätigte die US-Bezirksrichterin Howell die Gebühr, als die Handelskammer der USA und die Association of American Universities klagten; die Richterin entschied, dass der Kongress ausreichende Befugnisse delegiert habe. Dieses Verfahren befindet sich nun in der Berufung, und Sorokins Entscheidung bezog ausdrücklich das spätere Zollurteil des Obersten Gerichtshofs ein, das die steuerliche Entscheidungsbefugnis des Präsidenten eingeschränkt hatte.
- Trump erlässt eine Proklamation zur Festsetzung der 100.000-Dollar-Gebühr für H-1B-Visumanträge.
- Ein Bundesrichter in Washington, D.C., bestätigt die Gebühr und weist eine Klage der US-Handelskammer ab.
- Die USCIS meldet, dass nur 85 Zahlungen der neuen Gebühr eingegangen sind.
- Der Bostoner Richter Sorokin hebt die Gebühr als rechtswidrige Steuer auf.
Nächste Schritte
Das Weiße Haus signalisierte umgehend, dass es gegen das Urteil vorgehen werde. Die Sprecherin Taylor Rogers verwies auf die frühere Entscheidung in Washington, D.C., und erklärte, die Regierung sei zuversichtlich, dass die Anordnung aus Boston in der Berufung aufgehoben werde. Der zugrundeliegende Streit bleibt ungelöst: Trump hat den Missbrauch des H-1B-Programms als „nationale Sicherheitsbedrohung“ bezeichnet, während Universitäten, Technologieunternehmen und Länder wie Indien – dessen Staatsangehörige etwa 75 Prozent der H-1B-Visa erhalten – argumentieren, dass die Gebühr lebenswichtige Talente abschrecke.
Ein Bundesrichter in Washington hat bereits eine nahezu identische Anordnung bestätigt, und die Regierung ist zuversichtlich, dass diese Anordnung in der Berufung aufgehoben wird.

