
Rheinmetall erhält 5,7 Milliarden Euro schweren Rumänien-Rüstungsdeal, den größten internationalen Auftrag seiner Geschichte
Der deutsche Rüstungskonzern wird knapp 300 Lynx-Infanteriefahrzeuge, Skyranger-Flugabwehrsysteme, Munition und vier Marineschiffe liefern, mit Lieferungen von 2028 bis 2030.
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat ein 5,7 Milliarden Euro schweres Vertragspaket mit den rumänischen Streitkräften unterzeichnet, den größten internationalen Auftrag in der jüngeren Unternehmensgeschichte. Der am Dienstag bekannt gegebene Deal wurde im Rahmen des EU-Programms „Security Action for Europe (SAFE)“ vergeben und umfasst 298 Lynx-Kampffahrzeuge, Skyranger-Flugabwehrsysteme, Mittelkalibermunition, gepanzerte Mannschaftstransporter, zwei Offshore-Patrouillenschiffe und zwei Taucherunterstützungsschiffe.
Was das Paket umfasst
Die Verträge wurden am Freitag, den 29. Mai, laut Rheinmetall unterzeichnet. Das Unternehmen bezeichnete den Auftrag als „bedeutenden Erfolg“ und sagte, er bestätige den Anspruch, eine industrielle Säule der europäischen Sicherheit zu sein. Die Lieferungen sollen 2028 beginnen und bis 2030 abgeschlossen sein.
Dies ist ein bedeutender Erfolg für uns. Er bestätigt auch unseren Anspruch, unsere Rolle als eine der industriellen Säulen der europäischen Sicherheitsvorsorge weiter auszubauen.
Produktion und Investitionen in Rumänien
Rheinmetall wird seine Präsenz in Rumänien ausbauen, wo seine Tochtergesellschaft Rheinmetall Automecanica seit Jahren in Mediaș tätig ist. Das Unternehmen plant Investitionen von mehreren hundert Millionen Euro und den Technologietransfer an rumänische Partner. Mehr als 50 Prozent der Produktion werden in Rumänien oder in Zusammenarbeit mit lokalen Firmen stattfinden, und über 200 Subunternehmer werden in das Liefernetzwerk eingebunden. Das Projekt soll Tausende neuer Arbeitsplätze schaffen.
Der Vertrag zwischen den rumänischen Behörden und Rheinmetall stellt nicht nur eine Gelegenheit zur Modernisierung der rumänischen Verteidigungsfähigkeiten dar, sondern auch einen wichtigen Schritt zur Wiederbelebung der nationalen Verteidigungsindustrie, da über 50 % der Produktion in Rumänien oder in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen stattfinden werden.
Finanzierung durch das EU-Programm SAFE
Das gesamte Paket wird über das EU-Programm „Security Action for Europe (SAFE)“ finanziert, einen 150 Milliarden Euro schweren Fonds, der im Mai 2025 eingerichtet wurde, um die europäische Verteidigung angesichts der wahrgenommenen Bedrohung durch Russland zu stärken. SAFE gewährt teilnehmenden Staaten günstige Kredite für Waffenbeschaffung und Verteidigungsindustrieentwicklung und zielt auch darauf ab, Europas Abhängigkeit von den USA in Verteidigungsfragen zu verringern.
Ein Drohnenangriff Stunden vor der Unterzeichnung
Der Auftrag wurde an demselben Freitag erteilt, an dem eine russische Drohne ein Wohngebäude in der rumänischen Stadt Galați nahe der ukrainischen Grenze traf und einen 14-Jährigen und eine 53-jährige Frau verletzte. Es war der erste Drohnenangriff auf ein Wohngebäude außerhalb der Ukraine seit Beginn der umfassenden Invasion Russlands im Jahr 2022. Das rumänische Außenministerium beschuldigte Russland einer „schwerwiegenden und verantwortungslosen Eskalation“. Nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums, zitiert von der BBC, sind seit vier Kriegsjahren 47 Mal Drohnenfragmente auf rumänisches Gebiet gefallen, allein 12 dieser Vorfälle im Jahr 2026.
Schwerwiegende und verantwortungslose Eskalation.
Rheinmetalls breiteres Auftragsbuch
Rheinmetall hatte den Rumänien-Deal bereits in einer Investorenpräsentation vom März 2026 angedeutet, in der Rumänien neben der Ukraine und Italien als wichtige kurzfristige Kunden aufgeführt war. Das Unternehmen erwartet Aufträge aus diesen drei Ländern in Höhe von insgesamt rund 16 Milliarden Euro. Der in Düsseldorf ansässige Konzern, der Panzer, Militärlastwagen, Artillerie, Flugabwehrsysteme und Munition herstellt, gehört zu den Hauptnutznießern des Anstiegs der europäischen Verteidigungsausgaben nach der russischen Invasion in der Ukraine. Im November 2025 kündigte er den Bau einer Treibladungspulverfabrik in Rumänien an.
- Russland beginnt umfassende Invasion der Ukraine
- EU richtet SAFE-Verteidigungsfonds ein (150 Milliarden Euro)
- Rheinmetall kündigt Bau einer Treibladungspulverfabrik in Rumänien an
- CEO Armin Papperger deutet in einer Investorenpräsentation einen bevorstehenden großen Deal mit Rumänien an
- Russische Drohne trifft Wohngebäude in Galați, Rumänien; Verträge werden am selben Tag unterzeichnet
- Rheinmetall gibt das 5,7 Milliarden Euro schwere Vertragspaket öffentlich bekannt
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- Lieferungen sollen abgeschlossen sein


