
Revolut erhält französische Banklizenz, plant Pariser Hauptsitz und Investition von 1 Mrd. €
Das in London ansässige Fintech erhielt am 10. August 2026 eine Vollbanklizenz von der französischen ACPR und der EZB, die zweite in der EU nach Litauen, die Kreditvergabe und regulierte Spareinlagen für 30 Millionen westeuropäische Kunden ermöglicht.
Lizenz und Unternehmen
Revolut hat am Montag, dem 10. August 2026, eine vollständige französische Banklizenz von der ACPR (Autorité de contrôle prudentiel et de résolution) und der Europäischen Zentralbank erhalten, gab das Unternehmen bekannt. Die Genehmigung gilt für eine neue Gesellschaft, Revolut Bank S.A., und stellt Revoluts zweite vollständige EU-Banklizenz dar, nachdem sie 2018 von den litauischen Behörden erteilt wurde. Das in London ansässige Fintech erhielt im März 2026 nach einem mehrjährigen Regulierungsprozess auch eine britische Banklizenz. Revolut ist in 40 Ländern mit verschiedenen Lizenzen tätig und hat keine physischen Filialen.
Das französische Unternehmen wird zunächst Kunden in Frankreich bedienen, bevor es nach Deutschland, Irland, Italien, Portugal und Spanien expandiert. Die bestehende litauische Gesellschaft, Revolut Bank UAB, wird weiterhin den Rest des Europäischen Wirtschaftsraums bedienen. Revolut beschrieb die Struktur als Zwei-Hub-Modell, das auf die Skalierung über den Kontinent ausgelegt ist, wobei beide Gesellschaften von ihren jeweiligen lokalen Behörden und der EZB beaufsichtigt werden. Das Unternehmen erklärte, dass die neue Struktur es ihm ermöglichen würde, die Produktlokalisierung zu beschleunigen und Bankbeziehungen durch größere Nähe zu Kunden, Talenten und lokalen Ökosystemen zu vertiefen.
- Europäische Banklizenz von den litauischen Behörden erhalten
- Britische Banklizenz nach mehrjährigem Regulierungsprozess erhalten
- Französische Banklizenz von ACPR und EZB erteilt
- Westeuropäische Zentrale wird in Paris eröffnet
Investitions- und Expansionspläne
Revolut hat zugesagt, über drei Jahre mehr als 1 Mrd. € zu investieren und über 600 Mitarbeiter in Westeuropa einzustellen, davon 400 in Frankreich. Das Unternehmen plant, 2027 seine westeuropäische Zentrale in Paris zu eröffnen und hat einen zehnjährigen Mietvertrag in der Stadt unterzeichnet. Es hat außerdem den ehemaligen Société-Générale-CEO Frédéric Oudéa als Vorsitzenden für Westeuropa eingestellt.
Das Unternehmen zählt 30 Millionen Kunden in Westeuropa, darunter fast 8 Millionen, die 2025 hinzukamen, von insgesamt 75 Millionen weltweit. Es strebt 100 Millionen Kunden an. In Frankreich hat Revolut laut Financial Times 7 Millionen Kunden. Revolut Business bedient Hunderttausende Geschäftskunden in der gesamten Region und ist damit eine der am schnellsten wachsenden Geschäftsbankplattformen Europas.
- Frankreich
- 7 Millionen
- Westeuropa
- 30 Millionen
- Weltweit
- 75 Millionen
- Neue WE-Kunden 2025
- 8 Millionen
Was die Lizenz ermöglicht
Als voll lizenzierte Bank kann Revolut nun Kredite, Einlagen, regulierte Sparprodukte und im Laufe der Zeit Hypotheken in Frankreich anbieten und damit die Grenzen der Zahlungsinstitutslizenz überschreiten, unter der es zuvor operierte. Sein Gewinn wurde bisher durch Gebühreneinnahmen und Kryptowährungshandel erzielt, nicht durch Kreditvergabe, und die Lizenz eröffnet den Weg zum Aufbau zinsbasierter Erträge. Revolut gewann zunächst Kunden mit flexiblen Giro- und Sparkonten sowie internationalen Geldtransfers und expandierte dann in den Kryptowährungs- und Aktienhandel.
In Frankreich konkurriert Revolut mit den digitalen Ablegern etablierter Banken, darunter BoursoBank von Société Générale. Der Nettogewinn des Unternehmens stieg 2025 um 65 % auf 1,3 Mrd. £ (1,5 Mrd. €). Ein Sekundäraktienverkauf Ende Juli bewertete Revolut mit 115 Mrd. $ (etwa 100 Mrd. €) und machte das Unternehmen wertvoller als Banken wie Société Générale und die britische Barclays.
Regulatorische Auflagen und Prüfung
Die EZB hat der Lizenz Auflagen auferlegt, die den zuvor für Revoluts litauische Einheit verhängten Beschränkungen entsprechen. Die Financial Times berichtete, dass die EZB Revolut Wachstumsbeschränkungen bei der Produkteinführung auferlegte und dabei „Mängel“ in Prozessen wie zu schnellem Start ohne angemessene Risikokontrollen anführte. Revolut lehnte es ab, sich zu einem Bloomberg-Bericht zu äußern, wonach sein französischer Hub wahrscheinlich mit Beschränkungen für neue Produkte, einschließlich Hypotheken, konfrontiert sein werde.
Die Lizenz ermöglicht es uns, als Bank in der gesamten EU zu operieren. Wir äußern uns nicht zu unseren regulatorischen Vereinbarungen.
Französische Regulierungsbehörden hatten zuvor darauf gedrängt, dass das Unternehmen eine Lizenz erhält, um eine bessere Kontrolle und Aufsicht seiner Geschäfte zu ermöglichen. Revolut erklärte im Mai, dass seine französische Einstellungspraxis die Compliance- und Anti-Geldwäsche-Teams stärken werde.
Frankreich hat sich zu einem führenden Finanzzentrum entwickelt, gestützt durch ein dynamisches Finanzökosystem und einen robusten regulatorischen Rahmen. Es ist die ideale Plattform, um Revoluts nächste Wachstumsphase zu beschleunigen – und bringt uns einen Schritt näher an unser Ziel, eine der größten und vertrauenswürdigsten Banken Europas zu werden.

