
Beiträge zur deutschen Rente steigen bis 2028 auf 19,9 % – neue Prognose zeigt stärkeren Anstieg
Die Deutsche Rentenversicherung hat ihre Prognose nach oben korrigiert. Demnach steigt der Beitragssatz im Jahr 2028 auf 19,9 % – ein stärkerer Anstieg als bisher erwartet, der den Druck auf die Reformkommission der Regierung erhöht.
Stärkerer Anstieg als erwartet
Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland wird nach der aktuellen Frühjahrsschätzung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) voraussichtlich im Jahr 2028 auf 19,9 % des Bruttoeinkommens steigen. Das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als die im Herbst 2025 prognostizierten 19,8 % und ein deutlicher Sprung gegenüber dem aktuellen Satz von 18,6 %, der seit 2018 stabil ist. Bis 2027 soll der Satz noch bei 18,6 % bleiben, bevor der starke Anstieg wirksam wird.
Für die Rentenversicherung kommt der prognostizierte Anstieg des Beitragssatzes nicht überraschend.
Die DRV wies darauf hin, dass der aktuelle Satz seit 2018 stabil sei und der erwartete Anstieg 2028 die erste Erhöhung seit 2007 wäre.
Der langfristige Verlauf
Die Prognose zeigt einen stetigen Anstieg der Kosten. Nach Erreichen der 20-Prozent-Marke im Jahr 2029 wird der Beitragssatz Prognosen zufolge bis 2035 auf 20,9 % und bis 2040 auf 21,1 % steigen. Diese langfristige Perspektive ist etwas optimistischer als die Herbstprognose 2025, die für 2040 noch einen Satz von 21,2 % vorhergesagt hatte. Der demografische Druck ist deutlich: Die Zahl der äquivalenten Beitragszahler wird voraussichtlich von heute 31,4 Millionen auf 29,8 Millionen im Jahr 2040 sinken, während die Zahl der äquivalenten Rentner von 17 Millionen auf 18,7 Millionen steigt.
- 2026
- 18.6 %
- 2027
- 18.6 %
- 2028
- 19.9 %
- 2029
- 20 %
- 2031
- 20.2 %
- 2032
- 20.5 %
- 2033
- 20.7 %
- 2034
- 20.9 %
- 2035
- 20.9 %
- 2040
- 21.1 %
Die Kosten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
Der Rentenbeitrag wird je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen. Ein Anstieg von 18,6 % auf 19,9 % bedeutet für Beschäftigte einen zusätzlichen Beitrag von 0,65 Prozentpunkten des Bruttogehalts. Für einen Arbeitnehmer mit einem monatlichen Bruttogehalt von 4.000 Euro bedeutet dies eine monatliche Zahlung von 398 Euro statt 372 Euro – eine jährliche Steigerung von 312 Euro. Ein Arbeitnehmer mit 4.500 Euro Bruttogehalt würde jährlich 351 Euro mehr zahlen, wobei die jährlichen Gesamtbeiträge dann über 5.300 Euro lägen. Die Belastung steigt mit dem Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 8.450 Euro pro Monat.
Breiterer Druck auf die Sozialversicherung
Nicht nur die Rentenversicherung steht unter Druck. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hatte in seinem vorletzte Woche vorgelegten Frühjahrsgutachten gewarnt, dass die gesamten Sozialversicherungsbeiträge ohne Reformen von derzeit 42,3 % auf knapp 50 % bis 2040 steigen könnten. Auch die Kranken- und Pflegeversicherung stehen vor finanziellen Schwierigkeiten. Zudem steht die Bundesagentur für Arbeit Berichten zufolge vor einem höher als erwarteten Defizit, das bis Jahresende aufgrund der schwachen Konjunktur und steigender Arbeitslosigkeit auf über 5 Milliarden Euro anwachsen könnte.
Die politische Reaktion
Die aktualisierte Prognose erhöht den Druck auf die Rentenkommission der Regierung, die von der Koalition aus CDU/CSU und SPD eingesetzt wurde. Die Kommission soll ihre Reformvorschläge bis Ende Juni vorlegen. Die Bundesregierung plant, unmittelbar danach ein umfassendes Reformpaket vorzulegen, das auch Steuern, den Arbeitsmarkt und Bürokratieabbau umfassen soll. Die Kosten bestehender Garantien wie der gesetzlichen Verpflichtung, das Rentenniveau bis 2031 bei 48 % zu halten, werden für 2029 auf 3,8 Milliarden Euro veranschlagt und sollen bis 2040 auf 16 Milliarden Euro pro Jahr steigen.


