
Chef der Senioren-Union warnt, Rentenreform könne Koalition spalten
Hubert Hüppe, Vorsitzender der Senioren-Union der CDU, sagt, die anstehende Rentenreform werde für die Regierungskoalition entscheidend sein, und fordert einen früheren Eintritt ins Erwerbsleben sowie die Einbeziehung der Beamten.
Rentenreform als Nagelprobe für die Koalition
Hüppe warnt, der Umgang mit der Reform werde über das Überleben der Bundesregierung aus Union und SPD entscheiden. Er mahnt vor einer „egoistischen Klientelpolitik“, die nicht nur eine Krise des Sozialsystems, sondern auch der Demokratie auslösen könnte.
Die Rentenreform wird mitentscheiden über das Schicksal dieser Koalition, da bin ich mir ziemlich sicher.
Forderung nach früherem Berufseinstieg
Der Senioren-Union-Chef lehnt eine reine Anhebung des Rentenalters ab und plädiert stattdessen für kürzere Schul- und Studienzeiten, damit junge Menschen früher arbeiten und in die Sozialsysteme einzahlen. Er fordert, Migranten vom ersten Tag an in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bringen.
Es wird nicht mit weniger Arbeit gehen, nur mit mehr Arbeit. Das ist richtig. Aber für mich heißt das nicht unbedingt am Ende des Erwerbslebens, sondern am Anfang.
Beamtenversorgung muss Teil der Reform sein
Hüppe besteht darauf, dass jede Reform gerecht sein und alle Sozialversicherungssysteme umfassen müsse, einschließlich der Beamtenversorgung. Die Senioren-Union werde die Pläne der Koalition, so fügte er hinzu, „zähneknirschend“ akzeptieren.
Das geht nur, wenn alle mit in die Sozialreformen einbezogen werden, auch die Pensionen der Beamten und andere Versorgungssysteme.
Merz ist „unser Mann“ für die Senioren
Hüppe zeigte sich zuversichtlich in Bezug auf Bundeskanzler Friedrich Merz, der ebenfalls 70 Jahre alt ist, und nannte ihn zuverlässig. Er betonte jedoch, dass es bei der Reform um die gesamte Koalition gehe, nicht nur um den Kanzler.
Der Kanzler gehört zu unserer Altersgruppe. Und was heißt 'Oldie'? Aber klar: Er ist unser Mann.
Rote Linien bei der Fairness
Hüppe zog eine Grenze bei der Sicherstellung, dass diejenigen, die 45 Jahre oder länger gearbeitet haben, eine deutlich höhere Rente erhalten müssen als diejenigen, die nie gearbeitet haben. Er verwies auf den Fall eines Mindestlohnverdieners, der nach 45 Jahren nur 900 Euro im Monat erhalte, und nannte dies inakzeptabel. Die CDU müsse wieder zur Partei der Hartarbeitenden werden, argumentierte er.


