Wirtschaft · München und Frankfurt

BMW-Gewinn bricht um 35% ein – China-Verkäufe stürzen ab, Konzern plant 8.000 Stellenstreichungen

Der Nettogewinn im zweiten Quartal fiel auf 1,2 Milliarden Euro, und die Automobilsparte verdiente erstmals weniger als die Finanzdienstleistungen. Der Münchner Autobauer kündigte zudem ein freiwilliges Abfindungsprogramm für bis zu 8.000 Mitarbeiter an – der größte Personalabbau seit fast zwei Jahrzehnten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Frankfurter Allgemeine, Bayerischer Rundfunk, Der Tagesspiegel und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

München, Frankfurt · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. Mitte Juni 2026Spekulationen über ein BMW-Stellenabbauprogramm beginnen
  2. 29. Juli 2026CEO Nedeljković und Betriebsratschef Kimmich stellen den Umstrukturierungsplan der Belegschaft vor
  3. 30. Juli 2026BMW veröffentlicht Q2-Ergebnisse mit einem Gewinnrückgang von 35% und bestätigt die Stellenstreichungen

Finanzergebnisse

Der Nettogewinn von BMW nach Steuern fiel im zweiten Quartal 2026 um 35 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, während der Umsatz um 8 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro zurückging. Die Automobilsparte traf es am härtesten: Ihr Betriebsgewinn brach um mehr als 60 Prozent auf 629 Millionen Euro ein, sodass der Konzern in der ungewöhnlichen Lage war, mehr mit Finanzdienstleistungen als mit dem Autobau zu verdienen. Im ersten Halbjahr erreichte der Nettogewinn 2,9 Milliarden Euro, nach 4,0 Milliarden Euro im Vorjahr.

„Die Herausforderungen in der gesamten Automobilindustrie nehmen rapide zu: Harter globaler Wettbewerb, steigende regulatorische Anforderungen und die Auswirkungen geopolitischer Konflikte werden unser Geschäftsmodell in den kommenden Jahren prägen. Deshalb müssen wir schlank und agil sein.“

Milan Nedeljković, Vorstandsvorsitzender von BMW

Stellenabbauprogramm

Einen Tag vor den Ergebnissen präsentierte BMW einen mit dem Betriebsrat vereinbarten Personalumbauplan. Weltweit sollen bis zu 8.000 Stellen gestrichen werden, vor allem in Deutschland, über ein freiwilliges Abfindungsprogramm. CEO Milan Nedeljković und Betriebsratschef Martin Kimmich stellten die Maßnahmen der Belegschaft am 29. Juli gemeinsam vor. Ein BMW-Sprecher bestätigte die Einigung, allerdings nannte das Unternehmen die Zahl der Stellen nicht öffentlich. Die Abfindungskosten werden voraussichtlich im dreistelligen Millionenbereich liegen. Der Abbau ist der größte bei BMW seit fast 20 Jahren und vergleichbar nur mit dem Programm, das der damalige CEO Norbert Reithofer Anfang 2008 aufgelegt hatte.

China-Einbruch und Elektro-Wende

Der Hauptbelastungsfaktor war China, wo die Auslieferungen von BMW im zweiten Quartal um 30,2 Prozent und im ersten Halbjahr um 20,4 Prozent einbrachen. Die Konzernauslieferungen insgesamt gingen im Quartal um 4,9 Prozent auf 591.000 Fahrzeuge zurück. Im Gegensatz dazu stiegen die Verkäufe in Europa und den USA, angetrieben von den Elektromodellen der Neuen Klasse. Der in Debrecen gebaute iX3-SUV nähert sich 100.000 Bestellungen, und die in München gebaute i3-Limousine verzeichnet eine starke frühe Nachfrage. Fast jeder dritte in Europa verkaufte BMW ist inzwischen elektrisch.

„Nach Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr intensivieren und beschleunigen wir unsere Effizienzmaßnahmen und gehen strukturelle Veränderungen gezielt an. Unser Ziel ist weniger Komplexität und eine niedrigere Kostenbasis.“

Walter Mertl
BMW Nettogewinn im ersten HalbjahrMrd. Euro
1. Halbjahr 2025
4 Mrd. Euro
1. Halbjahr 2026
2.9 Mrd. Euro

Daten aus dem Artikeltext

Bremsenvergleich mit Aumovio

Separat erklärte sich der Zulieferer Aumovio bereit, BMW 350 Millionen Euro zu zahlen, um alle Rechtsstreitigkeiten über das fehlerhafte Bremssystem MK2 beizulegen, das 2024 einen Rückruf von mehr als 1,5 Millionen Fahrzeugen ausgelöst hatte. Das in Frankfurt ansässige Unternehmen, das im Herbst 2025 von Continental abgespalten wurde, hatte für den Rechtsstreit nur 54 Millionen Euro zurückgestellt, sodass der Vergleich das Ergebnis des zweiten Quartals belasten wird. Gleichzeitig gaben BMW und Aumovio eine langfristige Liefer- und Entwicklungsvereinbarung im Wert von über einer Milliarde Euro bekannt, wonach das MK2-System bis Mitte des nächsten Jahrzehnts geliefert werden soll.

Ausblick

BMW hielt an der im Juni gesenkten Jahresprognose fest, die nun auf einen Rückgang des Vorsteuergewinns hindeutet. Finanzvorstand Walter Mertl sagte, das Unternehmen beschleunige die Effizienzmaßnahmen und setze Digitalisierung und künstliche Intelligenz zur Kostensenkung ein. Die Umstrukturierung, so Nedeljković, sei ein erster schneller Schritt, um die Organisation an dauerhaft veränderte Bedingungen anzupassen.

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