
BMW will weltweit bis zu 8.000 Stellen streichen, während sich die deutsche Autokrise verschärft
Der Münchner Autobauer wird ab Oktober Abfindungspakete an rund 40.000 Mitarbeiter außerhalb der Produktion in Deutschland anbieten, mit dem Ziel, seine weltweite Belegschaft bis Ende 2027 um 8.000 Stellen zu verkleinern, wobei mehr als die Hälfte der Kürzungen voraussichtlich in Deutschland anfallen. BMW hat die Pläne, die aus Unternehmenskreisen stammen, nicht bestätigt.
Das Abfindungsprogramm
BMW plant, bis Ende 2027 weltweit bis zu 8.000 Stellen abzubauen, und setzt dabei auf natürliche Fluktuation und ein freiwilliges Abfindungsprogramm in Deutschland. Mehr als die Hälfte des Abbaus soll in Deutschland erfolgen, wo BMW weit über die Hälfte seiner rund 154.000 Mitarbeiter weltweit beschäftigt; im Ausland erfolgen die Kürzungen hauptsächlich durch Fluktuation. Ab Oktober 2026 wird der Münchner Autobauer rund 40.000 seiner etwa 85.000 Mitarbeiter in Deutschland individuelle Abfindungspakete anbieten, die sich an Mitarbeiter außerhalb der direkten Produktion richten. Das Unternehmen erwartet, dass die Belegschaft dadurch um 8.000 schrumpft, und bezeichnet dies laut Unternehmenskreisen als „das Ziel, die Zielgröße“. Erste Abgänge werden noch in diesem Jahr erwartet, das Programm wird 2027 hochgefahren und eine positive Auswirkung auf die Finanzen wird für 2028 erwartet. Der Plan wurde weitgehend mit den Arbeitnehmervertretern ausgehandelt. CEO Milan Nedeljković und der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Martin Kimmich stellten ihn der Belegschaft gemeinsam vor der Betriebsversammlung am Mittwoch in München vor, wobei die anderen deutschen BMW-Standorte per Video zugeschaltet waren. Weder der Vorstand noch der Betriebsrat haben das Programm öffentlich bestätigt, und BMW lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab; die Zahlen stammen aus Unternehmenskreisen, die den Agenturen dpa und AFP mitgeteilt wurden.
Branchenweiter Druck
BMW ist der letzte große deutsche Automobilhersteller, der ein groß angelegtes Stellenabbauprogramm startet. Volkswagen erwägt bis zu 100.000 Stellenstreichungen und mehrere Werksschließungen, während Mercedes-Benz bereits ein Abfindungsprogramm laufen hat. Porsche hat diese Woche den Abbau weiterer 5.000 Stellen angekündigt. Die gesamte deutsche Autoindustrie kämpft mit schwachen Gewinnmargen bei Elektrofahrzeugen, US-Zöllen und einem starken Rückgang des chinesischen Marktes, wo der lokale Wettbewerb und der Preisdruck zugenommen haben. Die Krise im Nahen Osten hat ebenfalls die Weltwirtschaft belastet und die Gegenwinde verstärkt.
BMWs Position
BMW galt lange als der widerstandsfähigste der deutschen Autobauer, aber letzten Monat gab es eine Gewinnwarnung aufgrund eines schlechter als erwarteten Umsatzrückgangs in China, seinem größten Markt. Das Unternehmen hatte stark in die Entwicklung seiner Fahrzeugarchitektur „Neue Klasse“ (New Class) investiert, um einen Technologiesprung zu erzielen. BMW hatte bereits im letzten Jahr signalisiert, dass die Entwicklungskosten anschließend sinken würden, und die Stellenstreichungen sind Teil dieser Bemühungen, die strukturellen Kosten zu senken. Das Abfindungsprogramm ist nicht selektiv; es steht allen nicht in der Produktion tätigen Mitarbeitern in Deutschland offen, insgesamt mehreren Zehntausend Menschen.
Finanzielle Auswirkungen
Die Kosten des Abfindungsprogramms werden auf einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag geschätzt, wobei die endgültige Zahl davon abhängt, wie viele Mitarbeiter das Angebot annehmen. In einem Kapitalmarktgespräch im Juni deutete CFO Walter Mertl an, dass die Umstrukturierung einmalige Belastungen von rund einer Milliarde Euro mit sich bringen würde, aber es bleibt unklar, wie viel dieser Summe auf Personalreduzierungen entfällt. Die finanzielle Belastung wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte eintreten. BMW hat die angestrebten Einsparungen durch die Stellenstreichungen nicht bekannt gegeben.
- BMW gibt Gewinnwarnung aufgrund von Umsatzrückgang in China heraus
- Abfindungsangebote an 40.000 Mitarbeiter außerhalb der Produktion in Deutschland gesendet
- Ziel: Reduzierung der Belegschaft um 8.000 Stellen
- Programm soll sich positiv auf die Finanzen auswirken
Wie es weitergeht
Die Abfindungsangebote werden ab Oktober verschickt, und das Unternehmen erwartet, dass der Personalabbau bis Ende 2027 abgeschlossen ist. Der Erfolg des Programms hängt von der freiwilligen Annahme ab, und die Beteiligung des Betriebsrats deutet auf einen verhandelten, nicht konfrontativen Prozess hin. BMWs Fähigkeit, den Abschwung auf dem chinesischen Markt und den breiteren Branchenwandel zu bewältigen, wird darüber entscheiden, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.

