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Klima·vor 23 Std.

Deutschlands Frühjahr 2026: Rekordsonne, ungewöhnliche Wärme und beinahe historische Trockenheit

Der Frühling 2026 wird in Deutschland wegen seiner sonnenreichen Tage, der sommerlichen Wärme und einem auffälligen Mangel an Regen in Erinnerung bleiben – einige Regionen stehen am Rande des trockensten Frühlings seit über 140 Jahren.

Eine Saison der Extreme

Deutschland hat nach vorläufigen Bewertungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) einen außergewöhnlichen meteorologischen Frühling (März–Mai) erlebt, der weit wärmer, sonniger und trockener war als jeder andere in jüngerer Zeit. Landesweit lagen die Temperaturen 2 bis 3 Grad über dem Referenzzeitraum 1961–1990, während die Sonnenscheindauer in mehreren Bundesländern Rekorde brach. Gleichzeitig erhielten viele Gebiete kaum die Hälfte ihres normalen Niederschlags, was Befürchtungen vor einer historischen Dürre aufkommen lässt.

Die Sonne schenkte eine außergewöhnliche Anzahl an Stunden und ließ den Frühling an vielen Orten an südlichere Breiten erinnern.

Deutscher Wetterdienst

Temperatursprung

In vielen Bundesländern erreichten die Durchschnittstemperaturen für die Saison zweistellige Werte: Hamburg im Mittel 10,3°C (2,3 Grad über dem Normalwert), Hessen 10,2°C (+2,4 Grad), Nordrhein-Westfalen 10,5°C (+2,2 Grad) und Rheinland-Pfalz 10,8°C (+2,7 Grad). Selbst das traditionell kühlere Bayern verzeichnete 9,7°C, deutlich über seinem langjährigen Mittel von 7,2°C. Die Wärme erreichte ihren Höhepunkt spät: Am 23. Mai erreichten Teile Nordrhein-Westfalens und Hessens erstmals in diesem Jahr 30°C, und die Saison endete mit einem „hochsommerlichen“ Finale in weiten Teilen des Landes.

Zum Mai-Abschluss verabschiedete sich die Saison hochsommerlich.

Deutscher Wetterdienst

Sonnenscheinrekorde purzeln

Sonnenschein war das bestimmende Merkmal der Saison. Mecklenburg-Vorpommern stellte mit 737 Stunden (normal: 516) einen neuen Rekord auf. Brandenburg verzeichnete 729 Stunden, was voraussichtlich ein neuer Frühlingsrekord ist, während Hessens 680 Stunden zu den fünf sonnigsten Frühlingen seit 1951 zählen. Nordrhein-Westfalen erlebte 674 Stunden – weit über dem Durchschnitt von 441. In Bayern näherte sich die Zahl der Sonnenstunden 700, fast 50 % mehr als üblich.

Frühjahr 2026 Sonnenstunden (Ausgewählte Bundesländer) · hours
Mecklenburg-Vorpommern
737 hours
Brandenburg
729 hours
Hessen
680 hours
Nordrhein-Westfalen
674 hours

Niederschlagsdefizite und Dürreängste

Regen fiel auffallend spärlich. Bayern erhielt nur 101 Liter pro Quadratmeter, das sind gerade einmal 45 % des langjährigen Normalwerts – möglicherweise der trockenste Frühling seit Beginn der Aufzeichnungen vor über 140 Jahren. Hessen kam auf nur 128 Liter (67 % des Normalwerts), und auch Rheinland-Pfalz sowie Nordrhein-Westfalen verzeichneten Defizite. Insgesamt erhielt das Land etwa ein Drittel weniger Regen als üblich. Die Trockenheit gibt Anlass zur Sorge für die Landwirtschaft, die Wasserversorgung und die Waldbrandgefahr zu Beginn des Sommers.

Frühjahr 2026 Niederschlag in % des Normalwerts · %
Bayern
45 %
Hessen
67 %
Brandenburg
84 %

Extreme Niederschlagsausnahmen

Trotz der allgemeinen Trockenheit wurde die Saison von vereinzelten heftigen Starkregenfällen unterbrochen. Am 19. April verzeichnete die Station Wittstock-Rote Mühle in Brandenburg an einem einzigen Tag 82 Liter pro Quadratmeter – doppelt so viel wie der typische April-Gesamtniederschlag der Region. Am selben Tag maß Röbel/Müritz im Mecklenburger Seenland 83,4 Liter, die höchste Tagesniederschlagsmenge in Deutschland in diesem Frühling und ein Stationsrekord.

Berlin

8 Quellen

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