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Klima·vor 13 Std.

Rekordverdächtige Mai-Hitzewelle erfasst Europa: Spanien glüht, Barcelona verzeichnet die heißeste Nacht und Temperaturen steigen über 38 °C

Eine historische Hitzewelle erfasst Europa, Spanien verzeichnet beispiellose Mai-Temperaturen und Barcelona erlebt seine heißeste Nacht des Jahres, als die Tiefsttemperaturen über 25 °C blieben – Werte, die normalerweise nur im August erreicht werden.

Spanien ächzt unter extremer Mai-Hitze

Dutzende spanische Gemeinden erreichten am Donnerstag, den 28. Mai, knapp 40 °C. Die Stadt Vinebre in Tarragona erreichte 38,5 °C und Andújar in Jaén 37,9 °C. Der nationale Wetterdienst Aemet bestätigte, dass mindestens ein Dutzend Stationen 37 °C oder mehr gemessen haben, darunter Tortosa, Talavera de la Reina, Badajoz, Lleida und Montoro. Die Temperaturen liegen 5–10 °C über dem Normalwert für Ende Mai und entsprechen dem, was in den heißesten Augustwochen zu erwarten wäre – zweieinhalb Monate früher als üblich. Mehrere Stationen haben bereits ihre Allzeit-Mai-Rekorde gebrochen, und Meteorologen erwarten weitere, wenn die Episode andauert.

Barcelonas rekordverdächtige Tropennacht

Die Hitze ließ auch nach Sonnenuntergang nicht nach. In den frühen Morgenstunden des Freitags, 29. Mai, erlebte Barcelona seine wärmste Nacht des Jahres und eine der heißesten Mainächte seit Aufzeichnungsbeginn. Am zentralen Observatorium Raval blieben die Temperaturen um Mitternacht über 25 °C, fielen um 4 Uhr morgens auf ein Tief von 24,3 °C und stiegen innerhalb einer Stunde wieder über 25 °C. Das Fabra-Observatorium, 400 m über der Stadt gelegen, verzeichnete zur Schlafenszeit 26,2 °C, ein Tief von 25,2 °C und stieg bis 6 Uhr morgens wieder über 26 °C – Werte, die eine „äquatoriale“ oder „Tropennacht“ darstellen, ein Phänomen, das normalerweise dem August vorbehalten ist. Eine Luftfeuchtigkeit von über 30 % trieb den Hitzeindex auf nahe 30 °C und schuf eine von den Einwohnern als „infernalisch“ beschriebene Nacht, die Schlaf fast unmöglich machte.

Barcelonas Rekordnacht (28.–29. Mai 2026)
  1. Temperatur über 25 °C am Raval-Observatorium, Mitternacht
  2. Tiefstwert von 24,3 °C in Raval gemessen, 4 Uhr morgens
  3. Quecksilber steigt in Raval wieder über 25 °C
  4. 26,2 °C am Fabra-Observatorium zur Schlafenszeit
  5. Fabra steigt bis 6 Uhr morgens wieder über 26 °C, nach einem Tiefstwert von 25,2 °C in der Nacht

Eine kontinentweite Hitzewelle

Die Frühsommer-Hitzewelle erstreckt sich weit über Spanien hinaus. Seit dem 20. Mai haben das Vereinigte Königreich, Frankreich, Irland, Belgien, Portugal und mehrere Balkanstaaten allesamt Hitzerekorde für diese Jahreszeit gebrochen. Die Tageshöchstwerte haben in spanischen Städten, die solche Zahlen vor dem Hochsommer selten sehen, 36 °C überschritten, darunter in nördlichen Zentren wie Oviedo und San Sebastián. Die Meteorologen warnen, dass die Hitze noch mehrere Tage anhalten wird und das Quecksilber in einigen Gebieten wahrscheinlich noch weiter steigen wird.

Eine brutale Erinnerung an die zunehmenden Auswirkungen der Klimakrise.

UN-Klimachef Simon Stiell bezeichnete die aktuelle Welle als ein weiteres Zeichen der sich beschleunigenden Erderwärmung. Die letzten 11 Jahre waren global die heißesten seit Aufzeichnungsbeginn, wobei 2024, 2023 und 2025 als die drei wärmsten rangieren, und frühe Daten für 2026 deuten auf ein weiteres Jahr mit extremen Temperaturen hin.

Gesundheitliche und wirtschaftliche Kosten

Hitze ist ein stiller Killer. Eine in Nature Medicine veröffentlichte Studie, die etwa 30 europäische Länder abdeckt, ergab, dass übermäßige Hitze zwischen 2022 und 2024 zu mehr als 172.000 Todesfällen führte. Allein in Spanien führt das Gesundheitsinstitut Carlos III über 6.000 zusätzliche Todesfälle im letzten Jahr auf hohe Temperaturen zurück. Weltweit starben zwischen 2012 und 2021 durchschnittlich 546.000 Menschen jährlich an hitzebedingten Ursachen, so der neunte Lancet Countdown-Bericht. Die wirtschaftlichen Risiken sind ebenso deutlich: Eine Studie des britischen Versicherungsinstituts warnt, dass der Klimanotfall bei einer Erwärmung über 2 °C bis 2050 bis zu 20 % des globalen BIP vernichten könnte.

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3 Quellen

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