Später Regen hilft deutschen Kohl- und Apfelernten, während Dürreschäden anhalten
Späte Niederschläge bringen Kohl- und Apfelplantagen im Südwesten Deutschlands Erleichterung, doch Experten warnen, dass sie die schweren Dürreschäden bei Zuckerrüben, Mais und in Lebensräumen von Wildtieren nicht rückgängig machen können.
Begrenzte Erleichterung für Herbstgemüse
Der Regen, der nach einer längeren Trockenperiode gefallen ist, zusammen mit weiteren Niederschlägen, die in den kommenden Tagen erwartet werden, hat ausgewählten landwirtschaftlichen Kulturen im Südwesten Deutschlands eine bescheidene Erleichterung gebracht. Die Auswirkungen der Feuchtigkeit variieren je nach Region, Bodenbeschaffenheit und Pflanzensorte erheblich. Spätere Herbstkulturen, insbesondere Gemüsesorten wie Kraut, Kohl und Kohlrabi, gehören zu den Hauptprofiteuren der späten Bewässerung.
Nach Angaben des Genossenschaftsverbands Baden-Württemberg profitieren auch Apfelplantagen von der Feuchtigkeit, wobei späte Apfelsorten eine deutliche Fruchtgröße erreichen. Neben der Förderung des Fruchtwachstums versorgt der Niederschlag die Obstbäume mit Energie, ein Faktor, den Vertreter des Genossenschaftsverbands als entscheidend für die Baumgesundheit vor der nächsten Vegetationsperiode erachten.
Irreversible Schäden an Feldfrüchten
Trotz der gezielten Vorteile für Gemüseanbauer und Obstbauern kam der Niederschlag viel zu spät, um mehrere wichtige Feldfrüchte zu retten. Der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer gab bekannt, dass die Rübenanbauer vor einem historischen Ernteausfall stehen, und erklärte, dass Regenfälle in diesem Stadium die Ernteergebnisse nicht mehr verbessern werden. Das anhaltende Feuchtigkeitsdefizit hatte die Pflanzen in kritischen Wachstumsphasen geschwächt und hinterließ unersetzliche Verluste auf den Feldern.
Eine Sprecherin des Landesbauernverbandes bestätigte, dass der Regen auch keine Abhilfe für Getreidekulturen schafft, da die Getreideernte vor dem Wetterumschwung bereits abgeschlossen war. Bei Maisfeldern hatten sich die strukturellen Schäden durch die Dürre in der gesamten Region bereits eingestellt und können durch die jüngsten Schauer nicht mehr wettgemacht werden.
Ökologische Beeinträchtigung von Amphibien
Die anhaltende Dürre hat dauerhafte ökologische Schäden in Lebensräumen von Wildtieren verursacht, wobei die lokalen Amphibienpopulationen schwer beeinträchtigt sind. Naturschützer berichteten, dass während der Hitzeperiode wichtige Laichgewässer vollständig austrockneten und die Jungtiere vor ihrer Entwicklung zerstört wurden. Martin Klatt, Artenschutzbeauftragter der Naturschutzorganisation Nabu, schilderte das Ausmaß der Verluste.
Viele Laichgewässer für Amphibien sind ausgetrocknet, und der Nachwuchs ist verloren.
Hubert Laufer, Reptilien- und Amphibienexperte beim Nabu, erklärte, dass an Orten, an denen während der Trockenperiode keine Fortpflanzung stattfand, nun unabhängig von der Menge des zusätzlich fallenden Regens keine Brut mehr stattfinden wird. Vertreter des Nabu warnten zudem, dass die Dürrebedingungen die Eiproduktion erwachsener Amphibien für das folgende Jahr beeinträchtigt haben.
Einschränkungen der Schifffahrt auf dem Oberrhein
Die jüngsten Niederschläge haben auch keine wesentliche Verbesserung für die gewerbliche Schifffahrt auf der Oberrhein-Wasserstraße gebracht. Obwohl vereinzelte Schauer den Flusskorridor erreichten, sind die Wassermengen nach wie vor viel zu gering, um die Flusspegel zu heben oder die Transportbeschränkungen für Frachtschiffe zu lockern.
Benjamin Sinaba, Leiter der Schifffahrt beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oberrhein, erklärte, dass die aktuellen Schauer die Gesamtsituation am Fluss nicht verändern, und bezeichnete den Regen als Tropfen auf den heißen Stein. Die Flussschifffahrtsbehörden rechnen erst dann mit einer sofortigen Entlastung für die Schifffahrt, wenn weit verbreitete und anhaltende Regenfälle im gesamten Einzugsgebiet auftreten.


