
Berlin kämpft mit stadtweiter Eichenprozessionsspinner-Plage – Schulen und Sportplätze geschlossen
Berlin kämpft mit einer stadtweiten Plage von Eichenprozessionsspinnern, deren feine Giftborsten schwere allergische Reaktionen auslösen können. Hunderte Bäume sind in allen Bezirken betroffen, was zu Schulhofschließungen, Gesundheitswarnungen und großflächigen Beseitigungsmaßnahmen führt.
Gesundheitsrisiken
Der Eichenprozessionsspinner, das Larvenstadium eines graubraunen Nachtfalters, hat sich diesen Sommer in Berlin zu einer stadtweiten Plage entwickelt. Die mikroskopisch feinen Haare der Raupen enthalten ein Gift, das bei Windverfrachtung schwere Hautausschläge, Augenreizungen und Atemprobleme verursachen kann. Es besteht keine Meldepflicht für Gesundheitsfälle, daher bleibt die genaue Zahl der Betroffenen unklar, aber einige Bezirke haben eine Flut von Beschwerden über Symptome erhalten.
Es ist davon auszugehen, dass in jedem Park mit Eichen der Eichenprozessionsspinner vorkommt.
Befall in den Bezirken
Neukölln meldet einen großen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, und sein Sprecher sagte, die Raupe sei inzwischen so weit verbreitet, dass ganze Parks nicht gesperrt werden könnten. Marzahn-Hellersdorf hat bis zum 19. Juni mindestens 760 befallene Bäume gezählt, von denen rund 320 bereits behandelt wurden. In Mitte wurden mindestens 600 Nester gemeldet, die meisten von Spezialfirmen entfernt. Friedrichshain-Kreuzberg schätzt 350 bis 400 betroffene Bäume, von denen rund 300 Nester bereits beseitigt wurden.
- Marzahn-Hellersdorf
- 760 Bäume/Nester
- Mitte
- 600 Bäume/Nester
- Friedrichshain-Kreuzberg
- 375 Bäume/Nester
Hotspots und Warnungen
Lichtenberg ist besonders stark betroffen. Bezirksstadträtin Filiz Keküllüoğlu beschrieb eine „enorme Anzahl“ von Bürgermeldungen, konzentriert rund um Orankesee, Wuhlheide, Oberseepark und Stadtpark. An vielen Standorten, insbesondere Schulen und Kindergärten, wurden Warnschilder aufgestellt. In Charlottenburg-Wilmersdorf ist der Volkspark Jungfernheide sehr stark betroffen, der Bezirk hatte bis Ende Juni bereits rund 240 Beschwerden erhalten.
Innerhalb von nur zwei Wochen haben wir rund 400 E-Mails erhalten.
Der Sprecher des Bezirks Neukölln warnte, dass die Raupe wahrscheinlich in der Nähe sei, wo immer mehrere Eichen zu finden sind. An den Eingängen zu den betroffenen Grünflächen, darunter der Volkspark Hasenheide und der Gropiusstadt-Grünzug, wurden Informationstafeln aufgestellt.
Schließungen und Gegenmaßnahmen
In mehreren Bezirken wurde Mitte Juni mit der Nestentfernung begonnen, aber die Straßen- und Grünflächenämter betonen, dass ein effektives Absaugen erst beginnen kann, wenn die Nester gebildet sind, nach der früheren Wanderphase, in der die Raupen weite Strecken zurücklegen können. Befallene Bäume werden mit Absperrband markiert. In Mitte wurden Teile von 13 Schulhöfen und fünf Sportanlagen, darunter das Stadion Rehberg und das Stade Napoleon, geschlossen. Charlottenburg-Wilmersdorf musste einige Sportplätze vorsorglich schließen, in einigen Fällen bis Ende Juni. Friedrichshain-Kreuzberg hat den Grillbereich im Görlitzer Park vorübergehend geschlossen, größere Parkschließungen wurden jedoch bisher vermieden. Lichtenberg hat an zahlreichen sensiblen Orten wie Kitas, Schulhöfen, Sportplätzen und Bushaltestellen Warnschilder aufgestellt.


