Konflikte · Kaliningrad, Gwardeisk und Tschernjachowsk

Russland steht laut Berichten kurz vor Fertigstellung eines riesigen Überhorizontradars in Kaliningrad

Berichte berufen sich auf Satellitenbilder und einen pensionierten litauischen Kommandeur und verorten die Anlage bei Gwardeisk, rund 37 km von der polnischen Grenze entfernt. Moskau hat den Bau bislang nicht bestätigt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Ziare.com, rmf24.pl, Deutsche Welle und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Kaliningrad, Gwardeisk, Tschernjachowsk · Russland
Wie es dazu kam
  1. März 2023Baubeginn an den Standorten Gwardeisk und Tschernjachowsk laut Defence24
  2. 2.11.Die Deutsche Welle berichtet, der Komplex in Gwardeisk sei nahezu fertiggestellt

Was die Berichte sagen

Russland steht nach Berichten vom 2. November kurz vor der Fertigstellung eines großen Überhorizontradar-Komplexes (OTH) in Kaliningrad, der Exklave zwischen Polen und Litauen. Die Deutsche Welle berichtet unter Berufung auf mehrere Quellen, die Anlage könne weite Teile Europas überwachen und möglicherweise Satellitenkommunikation abfangen. Moskau hat den Bau der Anlage nicht bestätigt. Der pensionierte litauische Kommandeur Vaidotas Malinionis sagte der Deutschen Welle, das geplante Radar werde groß genug sein, um über die Erdkrümmung hinaus zu sehen.

Lage und Aufbau

Der Komplex liegt laut einem Bericht unter Berufung auf die Deutsche Welle und die Moscow Times bei Gwardeisk, etwa 37 km von der polnischen Grenze entfernt. Satellitenbilder von ICEYE zeigen drei Antennenreihen von jeweils mehr als 500 Metern Länge, und RMF24 berichtet, das Gelände sei von einem doppelten Zaun umgeben. Defence24 zufolge begannen die Arbeiten am Standort Gwardeisk und an einer zweiten Anlage bei Tschernjachowsk im März 2023. Die zweite Anlage wird als Ring von mehr als 1,6 km Durchmesser beschrieben, und von Defence24 zitierte Analysten halten es für möglich, dass beide Standorte Teil eines Systems sind. Defence24 bringt den Standort Gwardeisk zudem mit einem russischen System namens 29B6 Kontener in Verbindung, dessen Haupteinheit in Mordwinien steht und bereits Ziel ukrainischer Angriffe war.

Reichweite und Fähigkeiten

Malinionis sagte der Deutschen Welle, das Netz in Gwardeisk werde eine Aufklärungsreichweite von etwa 3.000 km haben, genug, um nahezu ganz Europa und die gesamte Ukraine abzudecken. RMF24 ergänzt, diese Reichweite umfasse Polen, Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich und die Ukraine. Den Berichten zufolge könnte das System Satellitenkommunikation abfangen sowie Flugbewegungen und Starts ballistischer Raketen verfolgen, wobei Malinionis sagte, es sei noch nicht bekannt, ob das Radar auf diesem Niveau arbeiten könne. OTH-Radare erfassen Objekte außerhalb der direkten Sichtlinie, indem sie Radiowellen an der Ionosphäre reflektieren, erklärt RMF24. Das russische Militär hatte früher erklärt, das Kontener-Radar könne bis zu 10.000 Luftziele gleichzeitig verfolgen, darunter auch Tarnkappenjets vom Typ F-35. Die Times berichtete unter Berufung auf das finnisch-polnische Raumfahrt- und Verteidigungstechnologieunternehmen ICEYE, solche Systeme würden vor allem gebaut, um elektronische Signale zu erfassen und zu stören.

Warnungen von Analysten

Malinionis sagte, das Radar könne auch in offensiven Operationen eingesetzt werden, um mehr Informationen über bestimmte Ziele zu gewinnen. Frühwarnungen über Truppenbewegungen der NATO im Fall eines Angriffs auf die Ostflanke des Bündnisses würden Russland mehr Zeit für Entscheidungen geben, fügte er hinzu. Die lettische Analystin Evija Djatkovica sagte der Deutschen Welle, die Wiederbelebung dieser sowjetischen Technologie wäre ein erheblicher Nachteil für die NATO, da neue Technologien in der modernen Kriegsführung eine wachsende Rolle spielten. Sie sagte, das System könne Russland helfen, tieffliegende Objekte und Drohnen effektiver zu erfassen. Djatkovica warnte, die Lage sei potenziell gefährlich, die Militarisierung könne auf beiden Seiten zunehmen, und ein Präventivschlag könne irgendwann zu einer Option werden.

Zeitplan des Baus

Die folgende Zeitleiste verbindet den von Defence24 gemeldeten Baubeginn mit der Berichterstattung der Deutschen Welle vom 2. November.

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