
Hayley Kiyokos ‚Girls Like Girls‘ überzeugt größtenteils als nostalgische queere Romanze
Hayley Kiyokos Spielfilm-Regiedebüt ‚Girls Like Girls‘, adaptiert von ihrem Song und Roman aus dem Jahr 2015, erntet überwiegend wohlwollende Kritiken für seine nostalgische 2006er Kulisse und die einfühlsamen Leistungen der Hauptdarstellerinnen Maya da Costa und Myra Molloy.
Vom Lied zur Leinwand
Hayley Kiyoko veröffentlichte 2015 ihren Song "Girls Like Girls" mit einem Musikvideo, das eine kompakte, fünfminütige Geschichte über zwei Teenager-Mädchen erzählte, die entdecken, dass ihre Freundschaft mehr ist. Die direkten Texte des Liedes – "Mädchen mögen Mädchen, wie Jungen es tun" – und das einfühlsame visuelle Storytelling des Videos brachten Millionen von Aufrufen und eine treue Anhängerschaft ein, wobei Kiyoko von Fans den liebevollen Spitznamen "Lesbische Jesus" erhielt. Später erweiterte sie die Geschichte zu einem 2023 veröffentlichten YA-Roman, der nun als Grundlage für ihr Spielfilm-Regiedebüt dient.
- Hayley Kiyoko veröffentlicht den Song ‚Girls Like Girls‘ und das dazugehörige Musikvideo.
- Kiyoko veröffentlicht den YA-Roman, der die Geschichte von Coley und Sonya erweitert.
- Die von Kiyoko inszenierte Spielfilm-Adaption kommt in die Kinos.
Schauplatz und Handlung
Angesiedelt im Sommer 2006 im pazifischen Nordwesten (gedreht in Kanada, aber laut Pressematerial als Oregon angedeutet), folgt der Film der schüchternen Coley (Maya da Costa), die gerade mit ihrem Vater Curtis (Zach Braff) in eine neue Stadt gezogen ist. Sie lernt Sonya (Myra Molloy) kennen, ein aufgeschlossenes und beliebtes Mädchen, und die beiden werden schnell unzertrennlich, verbringen Tage mit Radfahren, Schwimmen und gegenseitigen Makeovers und Nächte mit Chatten auf AOL Instant Messenger. Ihre Freundschaft vertieft sich bald zu gegenseitiger Anziehung und fängt den schwindelerregenden Nervenkitzel und den schließlichen Liebeskummer der ersten Liebe mit emotionaler Authentizität ein.
Kritische Reaktion
Die Kritiken sind gemischt, aber überwiegend positiv. Variety bezeichnet Kiyokos Debüt als "warmherzig souverän" und "offenherzige emotionale Reinheit" und lobt die Fähigkeit des Films, eine vertraute Geschichte neu wirken zu lassen. The Hollywood Reporter sagt, er fange "den Rausch der jungen Liebe ein, von der Anziehungskraft der Nähe eines Schwarms bis zur erdrückenden Last der Zurückweisung", und hebt die starken schauspielerischen Leistungen von da Costa hervor, die durch sehnsüchtige Blicke Bände spricht. IndieWire hingegen bietet einen gemäßigteren Standpunkt und beschreibt den Film als "weniger ein eigenständiges Werk großer Kinokunst" und mehr als einen Liebesbeweis für Kiyokos Kern-Fangemeinde, wobei der Charme des originellen Kurzfilms nicht immer auf eine Spielfilmlänge übertragbar sei. Die Kritiker sind sich jedoch einig, dass die Produktionsgestaltung die Mitte der 2000er Jahre mit Details wie Röhrenmonitoren und AIM-Geräuschen originalgetreu nachbildet.
Kultureller Moment
Die Veröffentlichung des Films fällt mit dem Pride Month zusammen und kommt zu einem Zeitpunkt, an dem LGBTQ-Zuschauer nach Wohlfühl-Geschichten suchen, die inklusiv sind. Der Originalsong und das Video debütierten 2015, kurz nachdem die gleichgeschlechtliche Ehe in den gesamten Vereinigten Staaten legalisiert wurde, und die frühen 2000er-Jahre-Kulisse des Films unterstreicht, wie sehr sich die queere Sichtbarkeit in zwei Jahrzehnten verändert hat. Kiyoko, bekannt als Pop-Ikone und Aktivistin, gibt mit einem Projekt ihr Regiedebüt, das, wenn auch nicht bahnbrechend, eine warmherzige und nachvollziehbare Romanze für eine neue Generation bietet.
Das von Kiyoko, Chloe Okuno und Stefanie Scott gemeinsam geschriebene und von Focus Features vertriebene "Girls Like Girls" kommt am Wochenende in die Kinos.
