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Konflikte·vor 1 Std.

Russischer Satirekünstler in Polen erschossen, zwei Weißrussen festgenommen

Semyon Skrepetsky, ein 44-jähriger russischer Karikaturist, der 2021 nach Polen floh und für provokative Bilder von Wladimir Putin bekannt war, wurde am Montag in der ostpolnischen Stadt Biała Podlaska erschossen. Zwei weißrussische Staatsangehörige wurden in der Nähe des Tatorts festgenommen, teilten die Ermittler mit.

Die Tat

Semyon Skrepetsky, dessen bürgerlicher Name Robert Kuzovkov lautet, wurde nach Angaben polnischer Staatsanwälte am Morgen des 15. Juni auf einem Parkplatz etwa 600 Meter vom weißrussischen Konsulat in Biała Podlaska fünfmal angeschossen. Am Tatort wurden eine Geco-9-mm-Luger-Patrone und fünf Patronenhülsen sichergestellt. Eine Obduktion ist für den 17. Juni angesetzt.

Es wird wegen des Mordes an einem 44-jährigen Bürger der Russischen Föderation ermittelt, der in den Medien als Semyon Skrepetsky bekannt ist.

Der Täter, der noch nicht identifiziert ist, feuerte zunächst drei Schüsse ab, näherte sich dann dem gestürzten Künstler und gab aus nächster Nähe zwei weitere Schüsse ab. Das Opfer erlitt Verletzungen an Kopf, Brust und Rücken und starb noch am Tatort.

Der Künstler

Skrepetsky baute sich einen Ruf mit Karikaturen auf, die hochrangige russische Politiker verspotteten. Ein viel geteiltes Werk interpretierte eine klassische orthodoxe Ikone neu: Stalin hält Putin, während die Jungfrau Maria das Jesuskind wiegt. Zu seinen Zielen gehörten auch der tschetschenische Führer Ramsan Kadyrow, der verstorbene Oppositionelle Alexej Nawalny und der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko. Der Staatsanwalt bestätigte, dass der Künstler „künstlerisch tätig war, in der er Kritik am aktuellen Handeln der Behörden der Russischen Föderation äußerte“.

Skrepetsky zog 2021 nach Polen, aus Angst vor politischer Verfolgung in Russland. Drei Tage vor seiner Tötung, am 12. Juni, reiste er zum Russland-Tag nach Berlin, wo ein Video zeigt, wie er die Stalin-Putin-Ikone vor der russischen Botschaft trägt und eine an seiner Hose befestigte russische Flagge über den Bürgersteig schleift.

Ermittlungen und Festnahmen

Kurz nach der Schießerei nahm die polnische Polizei zwei weißrussische Männer im Alter von 33 und 37 Jahren in der Nähe des weißrussischen Konsulats in Biała Podlaska fest. Es wurden noch keine Anklagen erhoben, und ihre genaue Rolle wird noch untersucht, teilte die Staatsanwaltschaft Lublin mit. Die Agentur für Innere Sicherheit (ABW) arbeitet nach Angaben eines Sprechers des für die Geheimdienste zuständigen Ministers eng mit den Staatsanwälten und der Polizei zusammen.

Die Agentur für Innere Sicherheit hatte in dieser Angelegenheit eng mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammengearbeitet.

Jacek Dobrzyński
Vom Berlin-Protest zur Obduktion
  1. Skrepetsky protestiert am Russland-Tag vor der russischen Botschaft in Berlin und trägt seine Karikatur von Stalin und Putin.
  2. Auf einem Parkplatz in Biała Podlaska, etwa 600 m vom weißrussischen Konsulat entfernt, fünfmal angeschossen; stirbt am Tatort.
  3. Zwei weißrussische Staatsangehörige kurz nach dem Angriff in der Nähe des Konsulats festgenommen.
  4. Obduktion laut Staatsanwaltschaft Lublin angesetzt.

Allgemeine Spannungen

Die Position Polens als Logistikdrehscheibe für militärische und andere Hilfsgüter für die Ukraine hat das Land wiederholt zum Ziel russischer Spionage- und Sabotageversuche gemacht, haben Beamte mehrfach erklärt. Die russische Botschaft in Warschau reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme. Die Ermittlungen zur Tötung eines russischen Exilanten, der für seine Verspottung des Kremls bekannt war, werden die Sicherheitslage in der östlichen Grenzregion des Landes voraussichtlich verstärkt in den Fokus rücken.

Biała Podlaska · Berlin

8 Quellen

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