Regierung · Warschau

PSL-Chef Kosiniak-Kamysz will Verfassungs-Reset vorlegen – Streit um das Tribunal hält an

Vize-Regierungschef Władysław Kosiniak-Kamysz hat seinen Koalitionspartnern am Mittwoch, 4. November, mitgeteilt, dass er einen Gesetzentwurf für einen Verfassungs-Reset einbringen will, wie Sejm-Marschall Włodzimierz Czarzasty am Donnerstag, 5. November sagte. Die Ankündigung folgt auf die gewaltsame Übernahme des Gebäudes des Verfassungstribunals am Freitag, 30. Oktober.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von www.gazetaprawna.pl, NIEZALEZNA.PL und Rzeczpospolita. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Warschau · Polen
Wie es dazu kam
  1. 4.11.Kosiniak-Kamysz teilt seinen Koalitionspartnern mit, dass er einen Gesetzentwurf für einen Verfassungs-Reset einbringen will
  2. 5.11.Kosiniak-Kamysz soll laut Klimczak um die Mittagszeit einen Gesetzesplan vorstellen
  3. 8.11.Geplante Vorstellung des zweiten, politischen Schritts in Wierzchosławice

Reset-Vorschlag in der Koalition angekündigt

Vize-Regierungschef Władysław Kosiniak-Kamysz, der zugleich das Verteidigungsministerium und die Polnische Volkspartei (PSL) führt, hat seinen Koalitionspartnern am Mittwoch, 4. November, mitgeteilt, dass er einen Gesetzentwurf für einen Verfassungs-Reset einbringen will. Sejm-Marschall Włodzimierz Czarzasty gab die Ankündigung am Donnerstag, 5. November, auf einer Pressekonferenz vor einer Sejm-Sitzung weiter. Czarzasty sagte, er wolle abwarten, was der Reset umfasse und welche Vorschläge Kosiniak-Kamysz vorlege. Zudem äußerte er sich skeptisch über eine Verfassungsänderung während der laufenden Legislaturperiode des Sejm. Als Gruppen, die er für Gespräche für ungeeignet halte, nannte er die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) und die weitere Rechte, und er zweifelte, dass die für eine Verfassungsänderung nötige Mehrheit zustande kommen könne.

„Ich halte es nicht für angemessen, Gespräche mit denen zu führen, die die Verfassung verletzen.“

Włodzimierz Czarzasty, Sejm-Marschall

Tribunalstreit als Hintergrund des Vorstoßes

Die Debatte über einen Reset kam nach den Ereignissen rund um das Verfassungstribunal wieder in Gang. Am Freitag, 30. Oktober, betraten Personen, die von der aktuellen Sejm-Mehrheit in das Tribunal gewählt wurden, dessen Gebäude von der Seite der Kanzlei des Ministerpräsidenten aus, mit Zustimmung von deren Leiter. Polizei und Staatsschutzdienst waren an der Aktion ebenfalls beteiligt. Am selben Tag wurde Anna Korwin-Piotrowska als Leiterin der Arbeit des Tribunals vorgestellt, und sie erließ eine Anordnung, mit der sie den Präsidenten des Tribunals, Bogdan Święczkowski, und dessen Vizepräsidenten Bartłomiej Sochański suspendierte. Als Reaktion darauf verstärkten sich die Proteste vor dem Gebäude des Tribunals.

Präsident Karol Nawrocki brach eine Reise in den Senegal ab und kehrte am späten Freitagabend nach Warschau zurück. Er traf den Ersten Vorsitzenden des Obersten Gerichts, Zbigniew Kapiński, und begab sich anschließend zum Tribunal. Am frühen Samstag, 31. Oktober, gab er eine Erklärung ab, in der er die Ereignisse so beschrieb:

„Es hat einen Verstoß gegen die verfassungsmäßige Ordnung der Republik Polen und eine gewaltsame Übernahme eines Verfassungsorgans gegeben.“

Karol Nawrocki, Präsident Polens

Politische Reaktion und nächste Schritte

Am Samstag, 31. Oktober, führte Nawrocki im Präsidentenpalast Konsultationen mit den Fraktionen des Parlaments. Der stellvertretende Sejm-Marschall Piotr Zgorzelski und Kosiniak-Kamysz nahmen daran teil, und die Gespräche befassten sich mit der Krise um das Tribunal und möglichen Wegen zu ihrer Lösung. Am selben Tag sprach Kosiniak-Kamysz nach Angaben des PSL-Fraktionsvorsitzenden Krzysztof Paszyk auch mit Nawrocki und Ministerpräsident Donald Tusk; Paszyk war nach der Rolle seiner Partei zwischen der Regierung und dem Präsidentenpalast gefragt worden.

„Ich denke, wir sind bereits ein Bindeglied. Die Lage verlangt es, und die Verantwortung, die wir tragen, ebenfalls.“

Krzysztof Paszyk, Vorsitzender

Paszyk sagte, die Partei wolle eine Lösung erreichen, die den Konflikt um das Tribunal dauerhaft beende. Tusk hielt am Samstagabend eine Ansprache und sagte, der Staat müsse stark sein und in der Lage, Recht durchzusetzen. Infrastrukturminister Dariusz Klimczak sagte, Kosiniak-Kamysz werde am Donnerstag, 5. November, um die Mittagszeit einen Gesetzesplan vorstellen, der auf die Beendigung des Streits ziele – am selben Tag, an dem auch ein Kongress der polnischen Kommunalverwaltungen mit Beteiligung von PSL-Politikern stattfindet. Klimczak bezeichnete diesen Plan als ersten Schritt; ein zweiter, politischer Schritt solle am Sonntag, 8. November, in Wierzchosławice vorgestellt werden.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen