Hochsicherheitsprozess im September um Schüsse auf Neffen eines Drogenbosses in Düsseldorf
Drei Angeklagte müssen sich ab dem 7. September 2026 im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts Düsseldorf wegen eines Hinterhalts auf den Neffen eines inhaftierten Drogenbosses im Dezember 2025 verantworten.
Hochsicherheitsverhandlungsort in Düsseldorf
Der Prozess um die Schüsse auf den Neffen eines prominenten inhaftierten Drogenbosses beginnt am 7. September 2026 unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in Düsseldorf. Um erhöhten Sicherheitsbedenken Rechnung zu tragen, verlegt die zuständige Strafkammer des Landgerichts Düsseldorf das gesamte Verfahren in den speziellen Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts. Ein Gerichtssprecher erklärte, die Kammer habe den befestigten Ort gewählt, um die Verhandlungen gegen die drei Angeklagten sicher durchzuführen. Die offizielle Anklage in dem Fall wurde Anfang Juni 2026 nach umfangreichen Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft abgeschlossen und eingereicht. In der formellen Anklage werfen die Staatsanwälte zwei der Männer versuchten Mord vor, während der dritte Angeklagte der Beihilfe zu dem bewaffneten Angriff beschuldigt wird.
Hinterhalt auf einer Stadtstraße
Der bewaffnete Hinterhalt ereignete sich am Nachmittag des 30. Dezember 2025 auf einer Hauptverkehrsstraße in Düsseldorf. Die Ermittler stellten fest, dass das 40-jährige Opfer in einem Taxi saß und auf dem Weg zurück zum Düsseldorfer Hauptbahnhof war, als der Angriff begann. Zwei Angreifer sprangen plötzlich aus einem Auto, das direkt vor dem Taxi positioniert war, und eröffneten das Feuer auf das Fahrzeug. Ein 39-jähriger Syrer und ein 22-jähriger Türke sollen zehn einzelne Schüsse aus nächster Nähe auf den Taxifahrgast abgegeben haben. Das Opfer wurde bei der Schießerei von sieben Kugeln getroffen und erlitt lebensbedrohliche Verletzungen, bevor es in medizinische Behandlung gebracht wurde. Ärzte führten sofort eine Notoperation durch, die es dem Opfer ermöglichte, die schweren Verletzungen zu überleben.
- Schützen feuern zehn Schüsse auf Taxifahrgast auf einer Düsseldorfer Straße
- Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen drei Verdächtige
- Prozess beginnt im Hochsicherheitstrakt des Gerichts in Düsseldorf
Verbindungen zu internationalem Drogennetzwerk
Bevor das 40-jährige Opfer in das Taxi stieg, hatte es an einer öffentlichen Kundgebung vor dem niederländischen Konsulat in Düsseldorf teilgenommen. Die Teilnehmer der Demonstration hatten sich versammelt, um öffentlich die Freilassung des Onkels des Opfers zu fordern, eines berüchtigten Drogenbosses, der seit vielen Jahren in den Niederlanden inhaftiert ist. Aufgrund seiner Berühmtheit und seines ausgedehnten illegalen Syndikats wird der Onkel oft als „Pablo Escobar Europas“ bezeichnet. Der Neffe wurde kurz nach Verlassen der Konsulatsveranstaltung überfallen, als sein Taxi durch den städtischen Verkehr in Richtung Hauptbahnhof fuhr. Die Ermittlungsbehörden haben sich nicht dazu geäußert, ob die Verdächtigen als bezahlte Auftragskiller handelten oder Mitglieder einer rivalisierenden Drogenbande waren.
Polizeirazzien, Waffenlager und Fahndung
Die Strafverfolgungsbehörden leiteten eine umfangreiche Untersuchung ein, die zu Festnahmen in zwei verschiedenen deutschen Bundesländern führte. Deutsche Polizeispezialkräfte lokalisierten und verhafteten den 39-jährigen syrischen Verdächtigen in der Stadt Hameln in Niedersachsen. In der Zwischenzeit nahmen Polizeieinheiten den 22-jährigen türkischen Verdächtigen, der beschuldigt wird, der Hauptschütze zu sein, bei einer Razzia in der Stadt Gelsenkirchen fest. In der Wohnung des 22-Jährigen beschlagnahmten Ermittler ein Sturmgewehr und eine weitere Schusswaffe zur forensischen Untersuchung. Während drei Personen sich nun ab September einem Gerichtsverfahren stellen müssen, bestätigten Polizeibeamte, dass eine aktive Fahndung nach einem vierten Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Hinterhalt läuft.


