Regierung · Düsseldorf, Dresden und Ulm
Selbsternannter „König“ Peter Fitzek in Düsseldorf vor Gericht – Prozess gegen verbotene Gruppe
Der Prozess gegen Peter Fitzek und drei weitere Männer hat am Freitag, 6. November, vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf begonnen. Laut Anklage baute die verbotene Gruppe „Königreich Deutschland“ staatsähnliche Bank-, Melde- und Währungssysteme auf.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von BBC, Deutsche Welle und newsORF.at. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Fitzek und drei Mitangeklagte standen am Freitag, 6. November, vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf; die Verhandlungstermine sind bis September 2027 angesetzt.
Laut Anklage wurden in den fünf Jahren bis 2025 etwa 10 Millionen Euro eingenommen und mehr als 2 Millionen Euro Steuern hinterzogen; den Angeklagten drohen bis zu 10 Jahre Haft.
Das KRD beanspruchte rund 6.000 Mitglieder, die Behörden gingen von einigen Tausend aus, und die Deutsche Welle nannte zum Zeitpunkt des Verbots eine Schätzung von rund 1.000 Anhängern.
Die Gruppe wurde im Mai 2025 verboten, Hunderte Polizeibeamte durchsuchten 15 Objekte in ganz Deutschland; die vier Angeklagten befinden sich seitdem in Untersuchungshaft.
- 2012Fitzek erklärt sich zum obersten Souverän, die Gruppe wird gegründet
- Mai 2025Die Behörden verbieten das KRD und durchsuchen 15 Objekte
- 6.11.Der Prozess beginnt vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf
- September 2027Die angesetzten Verhandlungstermine reichen bis September 2027
Der Prozess beginnt
Der Prozess gegen Peter Fitzek und drei weitere Männer hat am Freitag, 6. November, vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf begonnen. Fitzek, 61 Jahre alt und selbsternannter „Peter der Erste“, wird beschuldigt, gemeinsam mit drei Männern, die die Anklage als hochrangige „Untertanen“ bezeichnet, eine kriminelle Vereinigung angeführt zu haben. Die Mitangeklagten werden in Berichten nur als Benjamin M., Mathias B. und Martin S. genannt. Die Vorwürfe umfassen Rädelsführerschaft in einer kriminellen Vereinigung, Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung. Den Angeklagten drohen bis zu 10 Jahre Haft; die Verhandlungstermine sind bis September 2027 angesetzt, mehr als 50 Verhandlungstage sind geplant.
Was die Anklage vorwirft
Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, das Königreich Deutschland (KRD) sei 2012 gegründet worden, um das System der Bundesrepublik Deutschland zu ersetzen – eines Staates, den die Gruppe nicht anerkannte. Die Gruppe habe staatsähnliche Strukturen aufgebaut, darunter ein Banken- und Versicherungssystem mit Filialen in Dresden, Ulm, Menden und Lutherstadt Wittenberg. Sie habe zudem ein „Einwohnermeldeamt“ betrieben, das gefälschte Ausweisdokumente ausstellte, und laut Anklage eine eigene Währung ausgegeben. Die Einnahmen der Gruppe beziffert die Staatsanwaltschaft auf etwa 10 Millionen Euro in den fünf Jahren bis 2025, erzielt aus unerlaubten Bank- und Versicherungsgeschäften, Spenden und kostenpflichtigen Seminaren. Diese Einnahmen seien nicht beim Finanzamt erklärt worden, und für Beschäftigte seien weder Lohnsteuer noch Sozialversicherungsbeiträge gezahlt worden. Zudem habe die Gruppe mehr als 2 Millionen Euro Steuern dem Zugriff des Staates entzogen und angeworbenen Unternehmen versprochen, sie könnten steuer- und abgabenfrei wirtschaften.
Hintergrund und Verbot
Fitzek, ein ehemaliger Koch und Karatelehrer, erklärte sich 2012 zum obersten Souverän des „Königreichs“ und ließ sich krönen – in Hermelinroben und mit einem mittelalterlichen Schwert. Anschließend kaufte er landesweit Grundstücke und Immobilien. Die Gruppe zählt zur Reichsbürgerbewegung, die deutsche Sicherheitsbehörden als Verschwörungstheoretiker beschreiben, die die Existenz und Legitimität des Nachkriegsstaates leugnen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verbot das KRD im Jahr 2025; das Bundesinnenministerium bezeichnet die Aktivitäten der Gruppe als verfassungswidrig. Die wichtigsten Daten sind in der folgenden Zeitleiste aufgeführt.
Mitgliederzahlen und Razzien
Die Größe der Gruppe ist umstritten. Das KRD beanspruchte rund 6.000 Mitglieder, die Behörden gingen von einigen Tausend aus, und die Deutsche Welle berichtete zum Zeitpunkt des Verbots von einer Schätzung von rund 1.000 Anhängern. Als die Gruppe im Mai 2025 verboten wurde, durchsuchten Hunderte Polizeibeamte 15 Objekte in ganz Deutschland. Die Behörden erklärten, die Durchsuchungen hätten weitere Belege für die verfassungsfeindlichen Ziele und Aktivitäten der Gruppe erbracht. Seit dem Verbot befinden sich die vier Angeklagten in Untersuchungshaft.
Die Verteidigung
Fitzek bestreitet, eine Straftat begangen zu haben; seine Verteidiger kündigten an, er werde eine ausführliche Erklärung abgeben. In einem Interview der BBC aus dem Jahr 2022 bestritt er jede Gewaltabsicht, bezeichnete den deutschen Staat aber als zerstörerisch und krank. Die ausführliche Erklärung der Verteidigung ist bislang nicht bekannt; die ersten Sitzungen des Gerichts werden den Rahmen dafür setzen, wie die Beweise der Anklage zum Banksystem, zu den Ausweisdokumenten und zu den Steuervorwürfen geprüft werden.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- BBCSelbsternannter „König von Deutschland“ steht wegen Führung einer kriminellen Gruppe vor GerichtSelf-styled 'king of Germany' goes on trial accused of heading criminal group · Original auf Englisch
- Deutsche WelleDer Prozess gegen die Organisation Königreich Deutschland beginntComienza el juicio contra la organización Königreich Deutschland · Original auf Spanisch
- newsORF.atD: Prozess gegen Anführer von "Reichsbürger"-Gruppe
- Deutsche WelleDeutschland-Nachrichten: Prozess gegen mutmaßliche Anführer der 'Reichsbürger'-Gruppe beginntGermany news: Trial of alleged 'Reichsbürger' group ringleaders begins · Original auf Englisch
- Peter Fitzek
- Selbsternannter „König“ des Königreichs Deutschland (KRD), in Düsseldorf als mutmaßlicher Rädelsführer angeklagt
- Alexander Dobrindt
- Bundesinnenminister, der das KRD im Jahr 2025 verbot
- Orte
- Düsseldorf, Deutschland, Dresden, Ulm
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