Sicherheit · Potsdam und Rathenow

Prozess in Potsdam gegen Kinderarzt eröffnet – mehr als 70 Opfer

Der 46-Jährige aus dem Havelland westlich von Berlin hat fast alle Vorwürfe gestanden, die bis Dezember 2013 zurückreichen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von DIE WELT, der Standard, stern.de und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Potsdam, Rathenow · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. Dezember 2013Frühester Vorwurf in der Anklage
  2. November 2025Anzeige der Mutter löst die Ermittlungen aus, Untersuchungshaft beginnt
  3. 2.11.Prozessbeginn vor dem Landgericht Potsdam
  4. Dezember 2026Urteil Mitte Dezember erwartet

Prozess in Potsdam eröffnet

Das Landgericht Potsdam hat am Montag, 2. November, den Prozess gegen einen 46-jährigen Kinderarzt aus dem Havelland westlich von Berlin eröffnet. Die Anklage listet insgesamt 130 Fälle auf. Die Angaben dazu, wie lange die Staatsanwaltschaft für die Verlesung benötigte, gehen auseinander: Einmal ist von mehr als zwei Stunden die Rede, an anderer Stelle von fast drei. Die Staatsanwaltschaft geht von mehr als 70 Opfern aus, die zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Taten zwischen 2 und 20 Jahre alt waren. Sicherheitskontrollen waren geplant, weil ein großes Publikum im Gerichtssaal erwartet wurde; 15 Nebenkläger, entweder Opfer oder deren gesetzliche Vertreter, waren zur Eröffnung anwesend.

Was die Anklage vorwirft

Laut Anklage fanden die meisten Taten an zwei Klinikstandorten, in einem Bereitschaftszimmer für Ärzte und in Kindertagesstätten statt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Taten fotografiert und mehrfach auch gefilmt zu haben. Die Vorwürfe betreffen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung über mehr als zehn Jahre; die frühesten reichen bis Dezember 2013 zurück. Bis 2025 war er bei der Havelland-Kliniken GmbH beschäftigt, die zwei Klinikstandorte westlich von Berlin betreibt; laut Anklage nutzte er dort das Behandlungsverhältnis aus.

Wie der Fall ans Licht kam

Die Ermittlungen begannen im November 2025, nachdem eine Mutter den Arzt angezeigt hatte. Es folgten Durchsuchungen; beschlagnahmte Datenträger mit Bildmaterial zeigten weitere Taten, was den Fall ausweitete. Der Mann kam in jenem Monat wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft. Seine Festnahme erfolgte nach einem mutmaßlichen Missbrauch eines Kindes in einer Klinik in Rathenow; seitdem befindet er sich in Haft.

Reaktion von Verteidigung und Fachleuten

Nach Verlesung der Anklage gab der Angeklagte eine kurze Erklärung ab, in der er sagte, er habe fast alle Vorwürfe gestanden und halte an diesen Geständnissen fest. Sein Verteidiger Ursus Koerner von Gustorf hatte zuvor angekündigt, dass zu Prozessbeginn eine Erklärung abgegeben werde. Ulrike Hoffmann von der Unabhängigen Kommission der Bundesregierung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs äußerte sich zu dem Fall.

„Die hohe Zahl der Opfer macht deutlich, dass es offenbar sehr lange gedauert hat, bis der Täter entlarvt wurde, und das ist sehr besorgniserregend.“

Ulrike Hoffmann

Sie fügte hinzu, dass Patienten in medizinischen Einrichtungen Hilfe suchten, wo das Abhängigkeitsverhältnis sie weitgehend schutzlos lasse. Sie forderte zudem eine gründliche Aufarbeitung von Missbrauch in Institutionen, damit sich solche Fälle nicht wiederholen. Die Öffentlichkeit soll zum Schutz minderjähriger Opfer zumindest von einem Teil der Verhandlung ausgeschlossen werden.

Wie es weitergeht

Das Gericht hat 18 Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird Mitte Dezember am Landgericht Potsdam erwartet; bis dahin soll die Verhandlung laufen.

Zahlen zum Prozessauftakt
Anklagepunkte (Fälle)
130
Nebenkläger zum Auftakt
15
Angesetzte Verhandlungstage
18

Daten aus dem Artikeltext

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