Regierung · Tirana

Proteste in Tirana eskalieren: Studenten fordern den Rücktritt von Ministerpräsident Edi Rama

Am Samstag, 31. Oktober, warfen vermummte Demonstranten in Tirana Steine und Molotowcocktails auf Polizisten, die mit Wasserwerfern und Tränengas antworteten. Den Ausschreitungen war eine Studentenkundgebung vorausgegangen, die den Rücktritt von Ministerpräsident Edi Rama fordert.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Tgcom24, Il Fatto Quotidiano, Rai news und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Tirana · Albanien
Wie es dazu kam
  1. Beginn der KundgebungMehrere hundert Demonstranten versammeln sich friedlich vor dem Bildungsministerium
  2. Zusammenstöße beginnenVermummte Demonstranten setzen Mülltonnen in Brand und werfen Pflastersteine auf die Polizei
  3. Reaktion der PolizeiDie Polizei setzt Wasserwerfer und Tränengas ein, die Zusammenstöße dauern etwa 30 Minuten
  4. Die Menge zieht abStarker Regen lichtete die Menge, die sich in Richtung Regierungspalast bewegt

Zusammenstöße vor dem Bildungsministerium

Am Samstag, 31. Oktober versammelten sich Studenten vor dem Bildungsministerium in Tirana, um den Rücktritt des sozialistischen Ministerpräsidenten Edi Rama zu fordern. Die Menge begann friedlich, mehrere hundert Demonstranten skandierten „Rama, tritt zurück!“ und „Es gibt kein Albanien ohne Jugend“. Mehrere Dutzend vermummte Demonstranten übernahmen dann die Führung, setzten Mülltonnen in Brand und warfen Pflastersteine auf die Polizei, anschließend Molotowcocktails. Zahlreiche Bereitschaftspolizisten waren in der Nähe des Ministeriums im Einsatz, die Polizei antwortete mit Wasserwerfern und Tränengas. Die Zusammenstöße dauerten etwa 30 Minuten. Starker Regen lichtete die Menge, die sich anschließend in Richtung Regierungspalast bewegte.

Eine Bewegung seit Mai

Die Proteste begannen im Mai gegen ein umstrittenes Tourismus-Immobilienprojekt an der albanischen Küste, von dem Angehörige des US-Präsidenten Donald Trump profitieren. Bei dem Projekt handelt es sich um ein Luxushotel in einem geschützten Naturschutzgebiet, das mit Trumps Tochter Ivanka und seinem Schwiegersohn Jared Kushner in Verbindung gebracht wird. Die Studenten fordern den Rücktritt Ramas, seit er den Bau des Resorts unterstützt hat, und ihre Wut richtet sich inzwischen auch gegen mutmaßliche Korruption. Seit Mitte Oktober sind die Proteste zu einer Welle häufiger und oft gewaltsamer Kundgebungen geworden. Die Studenten verweisen zudem auf Mängel im Gesundheitssystem und fehlende Perspektiven für junge Menschen, die Bewegung hat keinen anerkannten Anführer. Die sozialistische Regierung ist seit 2013 im Amt.

Opposition und neue Strafen

Die Mitte-rechts-Opposition von Sali Berisha versuchte, sich der Studentenkundgebung anzuschließen, wurde aber abgewiesen. Die Studenten bildeten eine Absperrkette, um die Anhänger der Opposition zu blockieren, und erklärten, die Opposition seien sie selbst. Am Mittwoch, 28. Oktober, verschärfte die Regierung ihren Kurs und führte Geldstrafen von bis zu 5.500 Euro für gewalttätige Demonstranten ein. Eine weitere Maßnahme sieht Geldstrafen von bis zu 500.000 Lek – rund 6.200 Dollar – für Menschen vor, die an gewaltsamen Protesten teilnehmen, ohne selbst Gewalt auszuüben. Mehrere öffentliche Gebäude, darunter Ministerien und Gerichte, sowie zahlreiche Geschäfte wurden während der Proteste in Brand gesetzt oder beschädigt.

Verletzte und Festnahmen

Innenminister Ervin Demo sagte, seit Beginn der Proteste seien etwa 350 Menschen verletzt worden, darunter rund 200 Polizisten und etwa 40 Passanten. Andere Angaben beziffern die Zahl der verletzten Demonstranten auf etwa 100, die Zählung umfasst den gesamten Zeitraum seit Beginn der Proteste, nicht nur den Samstag. Zudem wurden 269 Minderjährige festgenommen.

Ungefähre Zahl der Verletzten seit Beginn der ProtesteMenschen
Polizisten
200 Menschen
Demonstranten
100 Menschen
Passanten
40 Menschen

Daten aus dem Artikeltext

Der Marsch in Richtung Regierungspalast setzte sich durch den Regen fort, und die Welle der Unzufriedenheit ist noch lange nicht vorbei.

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