
Tausende protestieren gegen Ausbaupläne des Flughafens Barcelona nach Genehmigung staatlicher Investitionen
Zwischen 5.500 und 30.000 Demonstranten zogen am Sonntag durch das Zentrum Barcelonas, um gegen die geplanten Startbahnausbauarbeiten am Flughafen El Prat zu protestieren, nachdem der fünfjährige Investitionsrahmen DORA III von Aena genehmigt worden war.
Demonstrationsrouten und Teilnehmerzahlen in der Stadt
Tausende Demonstranten versammelten sich am Sonntag, den 20. September 2026, im Zentrum Barcelonas, um gegen den geplanten Ausbau des Flughafens Josep Tarradellas Barcelona-El Prat zu protestieren. Die Demonstration begann kurz nach 12:00 Uhr an der Kreuzung von Passeig de Gràcia und Carrer d'Aragó und führte über die Gran Via, die Plaça Urquinaona und die Via Laietana zur Plaça de Sant Jaume. Die Mobilisierung umfasste zehn Nachbarschaftskolonnen aus Barcelona sowie neun Kolonnen aus den Metropolgemeinden wie El Prat de Llobregat, Sant Boi und Cornellà. Ein Kontingent von 150 Fahrrädern und vier landwirtschaftlichen Traktoren zog ebenfalls von der Plaça d'Espanya ein. Die Organisatoren schätzten die Teilnehmerzahl auf 30.000 Menschen, während die Guàrdia Urbana 5.500 Teilnehmer zählte.
- Guàrdia Urbana
- 5500 Personen
- Organisatoren von Zeroport
- 30000 Personen
- Traktoren- und Fahrradkontingente beginnen ihren Weg zum zentralen Versammlungspunkt.
- Demonstranten versammeln sich kurz nach 12:00 Uhr an der Kreuzung Carrer d'Aragó, um den Hauptmarsch zu beginnen.
- Der vereinte Marsch bewegt sich von der Plaça Urquinaona entlang der zentralen Durchgangsstraßen.
- Protestierende versammeln sich vor den institutionellen Gebäuden und lassen Papierflieger steigen.
Forderungen der Umwelt- und Bürgerkoalition
Die Mobilisierung wurde von der Plattform Zeroport koordiniert und von mehr als 210 Bürgerorganisationen und rund 130 Akademikern unterstützt. Die Demonstranten trugen Transparente mit der Aufschrift „Ausbau, weder jetzt noch jemals“ und skandierten Parolen, die Investitionen in den Schienenverkehr statt in die Luftfahrt forderten. Aktivisten argumentierten, dass der Ausbau der Flughafeninfrastruktur angrenzende geschützte Naturräume gefährde, die Luftverkehrsemissionen erhöhe und den kommunalen Wohnungsdruck sowie den Massentourismus verschärfe. Nach Erreichen der Plaça de Sant Jaume beendeten die Teilnehmer die Demonstration, indem sie Papierflieger in Richtung der Regierungsgebäude warfen. Der Zeroport-Vertreter Jaume Osete formulierte die gemeinsame Haltung vor Beginn des Marsches.
Wir sind Tausende von Menschen aus dem ganzen Land, die die völlige Ablehnung der Bevölkerung gegenüber einem Projekt zeigen, das, wenn es durchgeführt wird, einige der Hauptprobleme des Landes verschärfen wird, wie die Wohnungskrise, den Klimanotstand oder den Massentourismus.
Politische Differenzen über die Flughafenverwaltung
Gewählte Vertreter der Esquerra Republicana de Catalunya (ERC), der Comuns und der Candidatura d'Unitat Popular (CUP) schlossen sich dem Marsch an, um die Infrastrukturpläne anzufechten. Jéssica Albiach und Gerardo Pisarello von den Comuns forderten Premierminister Pedro Sánchez auf, die Initiative zurückzuziehen, und bezeichneten sie als extraktivistisches Projekt. Alba Bou, die Bürgermeisterin von El Prat de Llobregat, schlug vor, die Verkehrsanbindungen zum Flughafen Girona zu verbessern, und wies darauf hin, dass Girona nur zu 30 % ausgelastet sei. Diana Riba von der ERC forderte, dass die Infrastrukturverwaltung an Katalonien übertragen wird, und rief dazu auf, Kapital in den Schienenverkehr und die landwirtschaftliche Diversifizierung umzuleiten. Laure Vega von der CUP widersprach den Behauptungen des katalanischen Präsidenten Salvador Illa, dass die erweiterte Anlage ökologische Nachhaltigkeit erreichen könne.
Wir leben in einem Land, das vom Tourismus erstickt wird, in einer Stadt, die vom Tourismus erstickt wird, während ein Drittel der Katalanen keinen Urlaub machen kann.
Genehmigung des Investitionsrahmens DORA III
Der Protest fand wenige Tage statt, nachdem der spanische Ministerrat das dritte Flughafenregulierungsdokument (DORA III) von Aena für den Zeitraum 2027–2031 genehmigt hatte. Das Regulierungspaket stellt fast 13 Milliarden Euro für das spanische Flughafennetz bereit, wobei 1,76 Milliarden Euro speziell für Barcelona-El Prat in den nächsten fünf Jahren vorgesehen sind. Während der DORA-III-Plan nicht direkt den Bau einer verlängerten Startbahn vorschreibt, umfasst er vorbereitende Arbeiten, die darauf abzielen, den Standort für künftige Kapazitätsänderungen vorzubereiten.


