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Fußball·vor 4 Std.

Verbotene Flaggen und Buhrufe beim WM-Auftakt des Iran: Politische Spannungen im Stadion von Los Angeles

Hunderte Fans widersetzten sich beim WM-Auftaktspiel des Iran gegen Neuseeland im SoFi Stadium in Los Angeles einem FIFA-Verbot der alten iranischen Flagge mit Löwe und Sonne. Während die Nationalhymne erklang, waren laute Buhrufe zu hören, was die tiefen gesellschaftlichen Gräben bezüglich des Regimes in Teheran widerspiegelt.

Spannungen vor dem Anpfiff

Das erste Spiel des Iran bei der Weltmeisterschaft 2026 gegen Neuseeland in Los Angeles wurde von politischen Protesten und einem Rechtsstreit um eine verbotene Flagge überschattet. Die Partie im SoFi Stadium in Inglewood zog ein großes Publikum aus der iranischen Diaspora an, viele davon aus der beträchtlichen Gemeinschaft in Südkalifornien. Stunden vor dem Anpfiff um 18:00 Uhr Ortszeit bestätigte das Los Angeles County Superior Court ein FIFA-Verbot der historischen Flagge, die bis zur Islamischen Revolution 1979 offiziell in Iran verwendet wurde und heute als Symbol für Oppositionsbewegungen dient. Richter Curtis A. Kin erkannte an, dass die Meinungsfreiheit "unglaublich wichtig" und "heilig" sei, betonte jedoch, dass sie im Kontext einer privaten Veranstaltung auf privatem Grund "nicht unbegrenzt" gelte.

Die Meinungsfreiheit ist zwar unglaublich wichtig und heilig, aber nicht unbegrenzt.

Im Stadion: Flaggen, Buhrufe und gemischte Trikots

Im Stadion zeigten Hunderte Fans offen die verbotene Löwe-und-Sonne-Flagge auf Schals, T-Shirts und als echte Fahnen. Einige berichteten, dass ihnen diese am Eingang abgenommen wurden, woraufhin sie die Flaggen in ihren Socken hineinschmuggelten. An anderen Stellen auf den Rängen wurde die offizielle Flagge der Islamischen Republik geschwenkt, was zeitweise zu hitzigen Wortgefechten zwischen Anhängern des Regimes und der Opposition führte. Die iranische Mannschaft stand während der Nationalhymne mit den Händen auf dem Herzen da; laute Buhrufe aus Teilen des Publikums waren deutlich vernehmbar. Trotz der Warnungen des iranischen Kaders, das Spiel bei Auftauchen von Protestsymbolen zu unterbrechen oder abzubrechen, griffen FIFA-Funktionäre nicht ein und die Partie wurde ohne Unterbrechung fortgesetzt.

Zwei Irans, eine Fußballmannschaft

Eine Frau, die die Farben der Opposition trug, erklärte gegenüber Reportern, sie sei dort, um das Volk des Iran zu unterstützen. "Wir sind hier, um die Menschen des Irans zu unterstützen. Wenn ich sagen würde, ich wollte, dass die Nationalmannschaft verliert, würde ich lügen. Ich möchte, dass sie gewinnen und dass alle gemeinsam feiern können", sagte sie. Andere waren weniger versöhnlich. Auf einem Schild vor dem Stadion stand: "Die Fußballmannschaft der terroristischen Islamischen Republik repräsentiert nicht das Volk des Iran." Arash, ein in Iran geborener US-Bürger, bezeichnete die internen Konflikte als "herzzerreißend" und betonte, dass Politik im Sport nichts zu suchen habe.

Ich bin Amerikaner und in Iran geboren. Ich möchte meine Liebe für mein Land zeigen. Dass zwei Gruppen vor dem Stadion kämpfen, ist herzzerreißend. Politik hat im Sport nichts zu suchen.

Arash

US-Fans halten sich aus dem Streit heraus

Während iranische Fraktionen aneinandergerieten, entschieden sich viele anwesende amerikanische Fans, Distanz zu wahren. Mehrere erklärten gegenüber 20 Minuten, dass es an diesem Tag um Fußball und das Willkommenheißen von Gästen gehe. Einer fasste die Stimmung kurz zusammen: Fußball verbinde die Menschen. Die allgemeine Atmosphäre vor dem Stadion wurde von einem dpa-Reporter als friedlich beschrieben, und auf den Rängen verlief das Spiel selbst ohne größere Zwischenfälle.

Los Angeles

3 Quellen

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